Donnerstag, 8. April 2010

Foto auf Leinwand oder Tapete

DruckLive ist nun seit ein paar Monaten online und hält sich wacker im hart umkämpften Markt um den Druck von Fotoleinwänden und Fototapeten. Während die Fotoleinwand (http://www.drucklive.ch/l/de/1/Foto-auf-Leinwand) inzwischen weit bekannt und fast ein jeder schon bei einem Freund oder Bekannten ein solches Bild gesehen hat, ist die individuelle Fototapete http://www.drucklive.ch/l/de/2/Foto-auf-Tapete) noch nicht in aller Munde.

Dies mag auch daran liegen, dass sich nicht jeder ein professioneller Tapezierer nennt und etwas Berührungsangst dem Material gegenüber zeigt. Um dieser vorbeugen zu können, bieten wir neu zusammen mit unserem Tapezier-Partner Duoton (http://www.duoton.ch) die Möglichkeit an, sich für 95 CHF schweizweit eine Offerte einzuholen und ein paar gute Ratschläge obendrein. Wird das Tapezieren dann nicht von Hand, sondern wie offeriert durch Duoton umgesetzt, so werden ausserdem die 95 CHF vollumfänglich angerechnet. Ausserdem werden wir ab Mai 2010 in Zürich einen Showroom gestalten, um dem interessierten Besucher unserer Webseite reale Beispiele vorweisen zu können.

Wir bleiben dran.

Mittwoch, 4. November 2009

DruckLive macht sich im Internet breit.

nun ist wahrlich schon eine gut weile seit unserer rückkehr vergangen, doch die zeit wurde genutzt und so sind wir nun endlich bereit - bereit, euch www.drucklive.ch präsentieren zu dürfen.
das portal ist nun online und bietet individuell bedruckbare leinwände und tapeten in fast allen grössen an. so könnt ihr eure liebsten und besten fotos, grafiken, illustrationen und bildcollagen drucken lassen und schon in wenigen tagen an eurer wohnzimmerwand bestaunen. ausserdem können neu auch bilder aus unserer galerie bestellt werden. darin werden jeweils im monatsturnus frische und talentierte künstler vorgestellt. am besten, ihr macht euch selbst ein bild (ja, schon auch doppeldeutig gemeint) und besucht und experimentiert auf www.drucklive.ch.
viel spass.

Dienstag, 16. Dezember 2008

sweet & cold home.

nun sind wir seit gut drei monaten wieder in der schweiz. mit regen und frischer bise wurden wir empfangen, wie hätt's auch anders sein können. doch wir liessen die ange-eignete, vielleicht auch -reiste zufriedenheit und die vorfreude aufs wiedersehen von freunden und bekannten nicht vom kalten nass wegspülen und traten gut bepackt (rucksäcke, daypacks, jacken, schuhe, geschenke, ahm, 10 meter yak-wolle, dies jedoch eine andere geschicht...) in die ankunftshalle und - waren sogleich wieder zuhause.
so schnell ging das.
erstaunlich schnell.
zu schnell.
schweizerdeutsch, gedämpfte gespräche, wenig menschen auf viel raum, alles glänzt, der zug rollt geräuschlos, auf der autobahn gibts fahrbahnen, das kiosklogo strahlt, die migros hat bis acht auf, die pizza schmeckt italienisch. auch gut.


der vollständigkeit halber: nach dem wir (wir, das ist zumindest einer, zumeist eine von uns zweien) unseren letzten blog-eintrag veröffentlichten, haben wir schon bald einmal unsere zelte auf der schönen insel koh phangan abgebrochen, bzw. unser bungalow mit seeanstoss verlassen und sind nach bangkok in ein mickrig, dafür teuer zimmerchen mit hochstrassenanstoss gezogen. ein scheinbar schlechter tausch. doch es erfüllte seinen zweck, diente als shopping-zwischenlager, als basis, um unsere chinareise zu planen und, auch nicht ganz unwichtig für uns (uns, das ist zumindest eine, zumeist einer von uns zweien), lag verkehrstechnisch günstig zum golfplatz. dem ältesten, also heruntergekommensten in bangkok. dem billigsten. dem 'royal turf club', mitten im regierungsviertel.
nach zehn kurzweiligen tagen hielten wir es in unseren händen. das unglaubliche ding namens china-visa, besser noch, including the tibetian special permit. larisa's riecher führte uns direkt in die bangkoksche chinatown, für einmal nicht des essens wegen, und wir landeten in einem kleinen, mit papier und dokumenten überstellten reisebüro. zufälligerweise die offizielle china-reiseagentur (cts). mit bestem und billigstem draht zu peking. mit einem lächeln versicherte uns der freundliche herr, wir sollen einfach in ein paar tagen wieder kommen. und, tatsächlich, trotz olympiade, einreisesperre für so manch nationalität und unruhen im tibet, händigte er uns wie versprochen die zur reise notwendigen dokumente aus.

china ist eindrücklich. chinesisch. nur nicht so, wie wirs uns im westen vorstellen. hektisch und ruhig, rauh und rüpelhaft, zuvorkommend und ungemein herzlich.
von kunming, im südwesten chinas gelegen, reisten wir relativ zügig in richtung tibet. die höhenmeter nahmen schnell schwindelerregende masse an und innert wenigen tagen fanden wir uns von 0 auf gut 4000 metern über meer. in lhasa gönnten wir uns kaum rast, denn: der berg rief. wenn uns schon auf dem flug von shangri la nach lhasa wegen dichten wolken kein sonst so überwältigender ausblick auf den himalaya vergönnt war, so sollte uns wenigstens der berg in dieser hinsicht nicht enttäuschen. der berg.
nach zwei tagen wilder fahrt in unserem jeep mit samt guide und fahrer durch weite und schmale täler, so manch überquertem 5000er pass und unglaublich eindrücklichen landschaften standen wir vor ihm. dem mount everest. oder, auf tibetisch, qomolungma.
die sicht zur beinahe 9000 meter hohen spitze wurde durch kein wölkchen getrübt - wir waren zufrieden. und auch wenn uns die darauffolgende nacht in der höhe schwer zu schaffen machte, der anblick war jeden yuan, jedes schlagloch, jedes bittere grüne gemüse zum frühstück wert.

mit der zugfahrt nach peking näherten wir uns auch unweigerlich dem ende unserer reise. und auch wenn ich mir die option 'umbuchen auf peking-bali auf unbestimmt' offen halten wollte, so wusst ich sehr genau, dass mir diese nur des ende etwas erleichtern sollte. bis ich dann an besagtem tage in peking eingecheckt habe, nach zürich, natürlich, und es kein zurück mehr gab. kurz, aber doch nicht ganz schmerzlos.

und weils diesem blog nicht ähnlich ergehen, also nicht mit dem traurigen ende aufhören soll:
hab ich eigentlich erwähnt, dass wir vor der abreise nach china noch zehn tage in kambodscha weilten? nicht?
also, das war so. ...

Sonntag, 24. August 2008

waehrend der eine schwingt, beugt sich die andere (30.06.08 - 03.08.08)

tja, mittlerweilen sitzte ich bereits in china, doch die zeit auf ko phangan hat mich noch immer nicht losgelassen und so widme ich ihr nun einige zeilen:

von bali aus ging's fuer mich weiter auf diese traumhafte insel, wo ich mich in yoga versuchen wollte. da aber auf's budget geachtet werden musste, die vielfliegerei langsam ihre wirkungen zeigte und mein liebster herr nicht von singapore zu schwaermen aufhoerte, hab ich es geschafft, auf dem transfer diese stadt in nur 18 stunden zu erkunden und mir ein bild dieser bunt durchmischten menschenmasse zu machen. eine stadt fuer asien-anfaenger, indien und china light in mitten eines lebensstandard, der sich auf jeder ebene mit dem unserigen vergleichen laesst.

nun aber zu ko phangan, einem kleinen paradies auf erden, welches mich schon vor sechs jahren fesselte und trotz mittlerweilen riesigem touristenandrang ihren zauber nicht verloren hat. dass mich die insel noch immer faszinieren wuerde, das wusste ich, ob ich mich jedoch in einer yogi-kommune wohlfuehlen wuerde, daran hatte ich so meine zweifel. zwar haben mir die durchwegs positiven erfahrungen einiger aargauer juristen den ruecken gestaerkt, eine vollstandige beseitigung aller sekpsis erreichten jedoch auch diese erlebnisberichte nicht. ich hatte also, um jegwelcher eventualitaeten vorzubeugen, einen plan B (inselrundtour mit ausgiebigem bade-. massage- und essplausch) ausgearbeitet. zu meinem erstaunen, war dieser plan jedoch schneller vergessen als je gedacht. ich hatte riesen spass an meinen nahezu sechs stunden yoga taeglich und auch die mityoginis stellten sich als ueberaus sympathische und unterhaltsame erdgenossen heraus. klar kann man sich nun keine partymeute vorstellen, die jede nacht bis in alle frueh durchzecht, aber ich habe mich sehr sehr wohl gefuehlt, hatte viel zeit fuer mich, zum ueberlegen, lesen, musik hoeren oder einfach nur in der haengematte liegen.

nach drei wochen stiess dann auch der schwingende david dazu. fuer seine ankunft hab ich uns ein sehr herziges holzhaeuschen am einzigen see auf der insel gemietet. ueberzeugt hat ihn vorallem die klimaanlage und mich das tolle badezimmer. leider mussten wir jedoch nach einigen tagen konsterniert feststellen, dass wir das badezimmer nicht fuer uns alleine hatten. nein, nein, ein RIESIGER siebenbeiner (das achte bein muss er irgendwo verloren haben) hatte sich zu uns gesellt. nach einer kurzer einstimmigen beratung, die zum ergebnis hatte, dass sich keiner von uns mit dem monster anlegen wollten, beschlossen wir auf unseren, wie wir ihn anschliessend liebevoll nannten 'siebenbeiner' einzureden. der inhalt der konversation war relativ simpel. wir versprachen unserem mitbewohner ihm kein leid zuzufuegen; er im gegenzug musste sich dazu verpflichten im badezimmer zu bleiben und zwar immer an den gleichen beiden waenden. so dass wir stets wussten, wo er sein wuerde. besser noch. er durfte sich natuerlich auch verstecken, im bereich der schiebetuere. der leser mag nun die augen verdrehen und sich denke, was denn das nuetzen soll. wir koennen aber stolz berichten, dass keine der beteiligten parteien ihr versprechen gebrochen hat und 'siebenbeiner', so hoffen wir, noch immer in seinem zuhause wohnt.

david's eindruck vom yoga-unterricht war wohl etwas durchzogener als meiner. etwas zu dogmatisch erschien ihm das ganze. was mich jedoch jeden morgen wieder von neuem erstaunte, war die tatsache, dass er frueher aufbrach als ich. auf diese gegebenheit angesprochen, fuer seinen enthusiasmus gelobt, meinte er jedoch nur nuechtern, dass dies weniger mit seiner gewaltigen motivation zusammenhaenge, als mehr mit der tatsache, dass er sich einen platz in den hinteren reihen sichern wolle. und doch hat er sich jeden tag mindestens einmal aufgemacht in die yogahalle und gar salzwasser in mengen getrunken, als die anzahl der tierchen im magen ueberhand nahm.

Montag, 11. August 2008

von sulawesi. und anderen inseln. part II.

ok. zweiter versuch.
ein paar wochen sind inzwischen schon vergangen, doch die anschliessende fahrt von toli-toli, dem verschlafenen fischerdorf an der westseite des noerdlichen arms der insel sulawesi, nach gorontalo bleibt unvergessen. waeren die vorzeichen anders herum, so koennt sich der david stolz und zufrieden zuruecklehnen, in den bequemen, wenn auch etwas instabilen bambussessel, in welchem er gerade sitzt, und sich ob der idee bruesten, den shortcut nach sulawesi auf dem land- und wasserwege zu bevorzugen. doch nun nippt er nervoes an seiner bereits geleerten colaflasche, sitzt vornuebergebeugt in diesem missratenen stuhl und ueberlegt sich, wie er sich moeglichst elegant aus der affaere ziehen kann.
es gibt kein pardon, die fahrt gehoert mitunter zu den schlimmsten, welche wir auf der reise hinter uns gebracht haben.
ok. es war die schlimmste.
mit abstand.
es braucht so einiges, bis larisa den fahrer anherrscht nun endlich mal anzuhalten, vorallem mit solch ausgewaehlten worten ('i need to piss'). und der david, sonst sparsam und gut einteilend, seinen biskuit vorrat bereits stunden vor der ankunft verdrueckt hat. und zur not auf geborgte zigaretten zurueckgreift. was es dazu braucht? nicht viel. ein auf hochglanz poliertes, unverbeultes und scheinbar geraeumiges auto. zwei fahrer, fuenf passagiere und deren gepaeck. drei musiktapes ( 2x schnulze auf indonesisch, 1x happytrance) und mindestens zwei pack zigaretten pro fahrer. kretek zigaretten, versteht sich. ein paar berge zwischen dem start- und zielort, welche auf der luftlinie kaum 200 kilometer auseinander liegen, viel urwald, schlechte strassen, regen und in folge dessen, erdrutsche, und, wichtig, ein spuddergreis.
mit enkel und enkelin.
der anfang (16:00), und ich will mich kurz fassen: vergnuegt, zuvorkommend, interessiert. eindruecklich, die landschaft, nassglaenzend vom kurz zuvor niedergegangenen regen, das gruen der reisfelder, der palmen, der strasse. und, oi, die ist gar nicht mal so schlecht. ein paar schlagloecher hin und wieder, etwas schmal vielleicht, aber sonst akzeptabel. die passagiere freundlich, der grosspapa alt und etwas gebrechlich, dafuer der junge und das juengere maedchen umso agiler. es dunkelt (18:00) und die landschaftliche kulisse beeindruckt aufs neue. inzwischen sind wir umgeben von bergen, gruenen, in diesen landen, und die bislang gerade strasse nimmt etwas geschwungenere formen an. wenig spaeter dringt der duft von herdfeuern ins auto, es ist essenszeit, und wo kein strom, da erhellen einfache kerzen die bescheidenen haeuschen. im meinem kopf, da wird gerechnet, geschaetzt und gemutmasst; wie lange diese reise wohl noch dauern wird, welche der beiden moeglichen routen wir gewaehlt haben und welche der aufgeschnappten ankunftszeiten wohl zutrifft. die auswahl und spanne ist nicht unbescheiden: 04:00, 6:00, gar 7:00.
das glucksen und aufstossen, welches vorerst nur sporadisch aus dem hinteren teil des wagens zu vernehmen ist, wird regelmaessig. deren quelle, der greis, zuckt und beugt sich vornueber, ein saecklein, von seiner zittringen hand meist vor seinen mund gehalten, faengt auf. ich schaue besorgt, erst zum greis, dann zu larisa. ihre angst vor dem erbrechen macht mir fast noch mehr sorgen. der enkel winkt ab, keine sorge, so seine geste, und klopft weiter, fein und fuersorglich, auf den ruecken seines grossvaters. nach dem fuenften, zehnten, xten mal realisier ich, dass er nicht erbricht, sondern einem wohl tief in seinen lungen ausgeloesten reiz nachgibt. und dabei auch so manches ausscheidet. das glucksende, verschluckende und darauffolgend ruelpsende geraeusch klingt ungesund und der duft ist nicht minder unangenehm.

nach einer essenspause, sitzplatzwechsel (larisa verteidigt ihren front aka luxusplatz vehement) und einem stau auf der urwald-bergpasspiste infolge eines erdrutsches sind gegen mitternacht die ersten lichter der zivilisation zu sehen. fern und schwach zwar, aber immerhin. nach meinen berechnungen haben wir nun den auslaeufer der insel ueberquert, von nord nach sued, und sollten der suedkueste entlang in richtung der schon nicht mehr so fernen stadt gorontalo fahren. auch dem gesichtsausdruck des fahrers, vorallem aber seiner halsbrecherischen fahrweise mein ich so etwas wie dir vorfreude auf die zieleinfahrt erkennen zu koennen. wir fliegen mit 100, 120 der schmalen strasse entlang, keine markierungen, absperrungen, strassenlampen, nur das fahle mondlicht, welches die baeume, huegel und haeuser gespenstisch erhellt... es scheint, wir befinden uns in einem realistisch gestalteten computerspiel (welches die grafikkarte allerdings heftig zum schwitzen bringt) und der aktor ist auf bestem wege, den ersten rang in der highscore fuer sich beanspruchen zu wollen. er wirds nicht tun.

es kann sich nur noch um minuten handeln.

einige aufstosser, so manche zigaretten und erfolglose schlafversuche spaeter (02:00), das erste highlight. der junge wird ausgeladen. er hats geschafft und wir haben etwas mehr raum. inzwischen entdeck ich wahrhaftig und spuckefrisch an meiner wade, dass der spuddergreis wohl nicht mehr so treffsicher ist. ich ekel mich und wuerds am liebsten der larisa erzaehlen, doch (einmal mehr, man erinnere sich an die bootsfahrt inna burma) fuerchte ich, sie wird das auto umgehend zum stillstand bringen und verlassen. wo auch immer wir sind. es bleibt mir also nicht viel mehr uebrig, als den schleim mit einem ergatterten tuchzipfel abzuwischen. und mich noch etwas fester ans fenster zu druecken.

um 04:00 sind sie beide ausgestiegen, der greis und seine enkelin, und die luft verbessert sich schlagartig. doch gorontalo ist ueberfaellig, die letzten biskuits sind verspiesen und die fahrer wechseln inzwischen im halbstundentakt. der muedigkeit wegen.

es daemmert, das kann doch nicht sein. immer zeigt der wegweiser gorontalo an, schon ein dutzendmal meint ich uns endlich am ziel bei der einfahrt in eine neue dorfstadt. doch immer wieder werd ich enttaeuscht. die frage, wie lange es denn verdammt einmal noch dauert, wird mit 'jes, jes, gorontalo' beantwortet. wir sind fix und fertig. der greis, die strassen, die fahrweise, die muedigkeit, der hunger, die lautstaerke der musik...

um acht uhr, das leben in den doerfern ist laengst erwacht, die schulkinder sind in ihren uniformen unterwegs und die marktstaende belebt, da wird es urbaner. wir getrauen uns gar nicht mehr daran zu glauben. es wird sowieso nicht gorontalo (inzwischen koennen wir den namen auch schon korrekt aussprechen) sein. und, richtig... noch immer nicht.

zwei bleiche aliens, flach ausgebreitet ueber die spudderfreien sitze, taub in den ohren (ja, sie kennen sie schon alle, die 30 min musiktapes. auswendig.) und der wahrnehmung, trauen ihren augen nicht, als sie einem grossen boulevard entlang fahren und den namen des von ihnen gewuenschten hotels erkennen. es ist 9:30 uhr. mehr als 17 stunden sind seit der abfahrt vergangen.
wir buchen uns fuer zwei naechte ins hotel ein, kaufen uns eine flasche wasser und noch ein paar biscuits und begeben uns dort hin, wovon wir schon immer (und auch wenn immer in diesem zusammenhang nur einen nacht ist) getraeumt haben... ins bett.

die weiterfahrt nach manado dauert nur 10 stunden und erscheint beinahe kurz und angenehm, danke an den fehlenden greis, geteerte strassen, tageslicht und einen etwas moderateren piloten.

und noch so manches haben wir in den folgenden wochen in indonesien erlebt. vorwiegend positives. entgegen unserer erwartungen haben uns die inseln borneo, sulawesi und bali sehr eingenommen und die menschen mit ihrer froehlichkeit und ihrem charme verwoehnt und begeistert. egal ob muslim (aka pinguin, wie von manchen locals genannt), christ, hindu oder auch animist.
bunaken, die insel vor manado im norden sulawesis gefaellt mit ihren traumhaften riffen, den schoenen sonnenuntergaengen und dem langweiligen und anschaulichen leben der bewohner.
das lange zeit von den einfluessen der zivilisation geschuetzte tal tana toraja fuehrt einen lebensecht und unverbluemt in die lebensweisen der einheimischen ein. da werden noch immer traditionelle haeuser mit ihren 'boots'-daechern gebaut (der legende nach sind die ersten einwohner des tals mit solchen booten den fluss hoch gekommen), da wird noch immer ein leben lang gespart, um beim tode ein wuerdiges, buntes fest feiern zu koennen. dabei werden lebende bueffel und schweine geopfert; je mehr, desto besser. da werden die toten in baeume, steine oder felsen vergraben und deren skelette jahre spaeter in hoehlen umgesiedelt.
makassar, die groesste stadt sulawesis, im suedlichen zipfel, verstroehmt den duft einer metropole. ok, einer asiatischen. mit abwasserkanaelen, abfall und marktstaenden fuer allerlei. aber dennoch interessant und, oh, mit einer handvoll japanischen restaurants, in welchen sich herrlich frischen fisch geniessen laesst.

bali ist schlicht ein paradies. entgegen aller cliches (kitsch, nur fuer honeymooner, teuer). mich laesst die insel einen ganzen monat nicht mehr ziehen. und auch larisa stimmt ein, hier die angenehmsten (gepampertsten, woher kenn ich das nur?) und schoensten tage zu verbringen. das mag unter anderem an unserer 3 zimmer villa mit veranda, jacuzzi und kleinem garten liegen, aber bestimmt auch an der offen- und herzlichkeit der balinesen. und vielleicht auch an deren tiefen religiositaet. gar fuer das haustier, egal ob hund, katze oder hamster, wird taeglich ein opfer erbracht. inklusive rauecherstaebchen und blumenkranz.