Dienstag, 16. Dezember 2008

sweet & cold home.

nun sind wir seit gut drei monaten wieder in der schweiz. mit regen und frischer bise wurden wir empfangen, wie hätt's auch anders sein können. doch wir liessen die ange-eignete, vielleicht auch -reiste zufriedenheit und die vorfreude aufs wiedersehen von freunden und bekannten nicht vom kalten nass wegspülen und traten gut bepackt (rucksäcke, daypacks, jacken, schuhe, geschenke, ahm, 10 meter yak-wolle, dies jedoch eine andere geschicht...) in die ankunftshalle und - waren sogleich wieder zuhause.
so schnell ging das.
erstaunlich schnell.
zu schnell.
schweizerdeutsch, gedämpfte gespräche, wenig menschen auf viel raum, alles glänzt, der zug rollt geräuschlos, auf der autobahn gibts fahrbahnen, das kiosklogo strahlt, die migros hat bis acht auf, die pizza schmeckt italienisch. auch gut.


der vollständigkeit halber: nach dem wir (wir, das ist zumindest einer, zumeist eine von uns zweien) unseren letzten blog-eintrag veröffentlichten, haben wir schon bald einmal unsere zelte auf der schönen insel koh phangan abgebrochen, bzw. unser bungalow mit seeanstoss verlassen und sind nach bangkok in ein mickrig, dafür teuer zimmerchen mit hochstrassenanstoss gezogen. ein scheinbar schlechter tausch. doch es erfüllte seinen zweck, diente als shopping-zwischenlager, als basis, um unsere chinareise zu planen und, auch nicht ganz unwichtig für uns (uns, das ist zumindest eine, zumeist einer von uns zweien), lag verkehrstechnisch günstig zum golfplatz. dem ältesten, also heruntergekommensten in bangkok. dem billigsten. dem 'royal turf club', mitten im regierungsviertel.
nach zehn kurzweiligen tagen hielten wir es in unseren händen. das unglaubliche ding namens china-visa, besser noch, including the tibetian special permit. larisa's riecher führte uns direkt in die bangkoksche chinatown, für einmal nicht des essens wegen, und wir landeten in einem kleinen, mit papier und dokumenten überstellten reisebüro. zufälligerweise die offizielle china-reiseagentur (cts). mit bestem und billigstem draht zu peking. mit einem lächeln versicherte uns der freundliche herr, wir sollen einfach in ein paar tagen wieder kommen. und, tatsächlich, trotz olympiade, einreisesperre für so manch nationalität und unruhen im tibet, händigte er uns wie versprochen die zur reise notwendigen dokumente aus.

china ist eindrücklich. chinesisch. nur nicht so, wie wirs uns im westen vorstellen. hektisch und ruhig, rauh und rüpelhaft, zuvorkommend und ungemein herzlich.
von kunming, im südwesten chinas gelegen, reisten wir relativ zügig in richtung tibet. die höhenmeter nahmen schnell schwindelerregende masse an und innert wenigen tagen fanden wir uns von 0 auf gut 4000 metern über meer. in lhasa gönnten wir uns kaum rast, denn: der berg rief. wenn uns schon auf dem flug von shangri la nach lhasa wegen dichten wolken kein sonst so überwältigender ausblick auf den himalaya vergönnt war, so sollte uns wenigstens der berg in dieser hinsicht nicht enttäuschen. der berg.
nach zwei tagen wilder fahrt in unserem jeep mit samt guide und fahrer durch weite und schmale täler, so manch überquertem 5000er pass und unglaublich eindrücklichen landschaften standen wir vor ihm. dem mount everest. oder, auf tibetisch, qomolungma.
die sicht zur beinahe 9000 meter hohen spitze wurde durch kein wölkchen getrübt - wir waren zufrieden. und auch wenn uns die darauffolgende nacht in der höhe schwer zu schaffen machte, der anblick war jeden yuan, jedes schlagloch, jedes bittere grüne gemüse zum frühstück wert.

mit der zugfahrt nach peking näherten wir uns auch unweigerlich dem ende unserer reise. und auch wenn ich mir die option 'umbuchen auf peking-bali auf unbestimmt' offen halten wollte, so wusst ich sehr genau, dass mir diese nur des ende etwas erleichtern sollte. bis ich dann an besagtem tage in peking eingecheckt habe, nach zürich, natürlich, und es kein zurück mehr gab. kurz, aber doch nicht ganz schmerzlos.

und weils diesem blog nicht ähnlich ergehen, also nicht mit dem traurigen ende aufhören soll:
hab ich eigentlich erwähnt, dass wir vor der abreise nach china noch zehn tage in kambodscha weilten? nicht?
also, das war so. ...

Sonntag, 24. August 2008

waehrend der eine schwingt, beugt sich die andere (30.06.08 - 03.08.08)

tja, mittlerweilen sitzte ich bereits in china, doch die zeit auf ko phangan hat mich noch immer nicht losgelassen und so widme ich ihr nun einige zeilen:

von bali aus ging's fuer mich weiter auf diese traumhafte insel, wo ich mich in yoga versuchen wollte. da aber auf's budget geachtet werden musste, die vielfliegerei langsam ihre wirkungen zeigte und mein liebster herr nicht von singapore zu schwaermen aufhoerte, hab ich es geschafft, auf dem transfer diese stadt in nur 18 stunden zu erkunden und mir ein bild dieser bunt durchmischten menschenmasse zu machen. eine stadt fuer asien-anfaenger, indien und china light in mitten eines lebensstandard, der sich auf jeder ebene mit dem unserigen vergleichen laesst.

nun aber zu ko phangan, einem kleinen paradies auf erden, welches mich schon vor sechs jahren fesselte und trotz mittlerweilen riesigem touristenandrang ihren zauber nicht verloren hat. dass mich die insel noch immer faszinieren wuerde, das wusste ich, ob ich mich jedoch in einer yogi-kommune wohlfuehlen wuerde, daran hatte ich so meine zweifel. zwar haben mir die durchwegs positiven erfahrungen einiger aargauer juristen den ruecken gestaerkt, eine vollstandige beseitigung aller sekpsis erreichten jedoch auch diese erlebnisberichte nicht. ich hatte also, um jegwelcher eventualitaeten vorzubeugen, einen plan B (inselrundtour mit ausgiebigem bade-. massage- und essplausch) ausgearbeitet. zu meinem erstaunen, war dieser plan jedoch schneller vergessen als je gedacht. ich hatte riesen spass an meinen nahezu sechs stunden yoga taeglich und auch die mityoginis stellten sich als ueberaus sympathische und unterhaltsame erdgenossen heraus. klar kann man sich nun keine partymeute vorstellen, die jede nacht bis in alle frueh durchzecht, aber ich habe mich sehr sehr wohl gefuehlt, hatte viel zeit fuer mich, zum ueberlegen, lesen, musik hoeren oder einfach nur in der haengematte liegen.

nach drei wochen stiess dann auch der schwingende david dazu. fuer seine ankunft hab ich uns ein sehr herziges holzhaeuschen am einzigen see auf der insel gemietet. ueberzeugt hat ihn vorallem die klimaanlage und mich das tolle badezimmer. leider mussten wir jedoch nach einigen tagen konsterniert feststellen, dass wir das badezimmer nicht fuer uns alleine hatten. nein, nein, ein RIESIGER siebenbeiner (das achte bein muss er irgendwo verloren haben) hatte sich zu uns gesellt. nach einer kurzer einstimmigen beratung, die zum ergebnis hatte, dass sich keiner von uns mit dem monster anlegen wollten, beschlossen wir auf unseren, wie wir ihn anschliessend liebevoll nannten 'siebenbeiner' einzureden. der inhalt der konversation war relativ simpel. wir versprachen unserem mitbewohner ihm kein leid zuzufuegen; er im gegenzug musste sich dazu verpflichten im badezimmer zu bleiben und zwar immer an den gleichen beiden waenden. so dass wir stets wussten, wo er sein wuerde. besser noch. er durfte sich natuerlich auch verstecken, im bereich der schiebetuere. der leser mag nun die augen verdrehen und sich denke, was denn das nuetzen soll. wir koennen aber stolz berichten, dass keine der beteiligten parteien ihr versprechen gebrochen hat und 'siebenbeiner', so hoffen wir, noch immer in seinem zuhause wohnt.

david's eindruck vom yoga-unterricht war wohl etwas durchzogener als meiner. etwas zu dogmatisch erschien ihm das ganze. was mich jedoch jeden morgen wieder von neuem erstaunte, war die tatsache, dass er frueher aufbrach als ich. auf diese gegebenheit angesprochen, fuer seinen enthusiasmus gelobt, meinte er jedoch nur nuechtern, dass dies weniger mit seiner gewaltigen motivation zusammenhaenge, als mehr mit der tatsache, dass er sich einen platz in den hinteren reihen sichern wolle. und doch hat er sich jeden tag mindestens einmal aufgemacht in die yogahalle und gar salzwasser in mengen getrunken, als die anzahl der tierchen im magen ueberhand nahm.

Montag, 11. August 2008

von sulawesi. und anderen inseln. part II.

ok. zweiter versuch.
ein paar wochen sind inzwischen schon vergangen, doch die anschliessende fahrt von toli-toli, dem verschlafenen fischerdorf an der westseite des noerdlichen arms der insel sulawesi, nach gorontalo bleibt unvergessen. waeren die vorzeichen anders herum, so koennt sich der david stolz und zufrieden zuruecklehnen, in den bequemen, wenn auch etwas instabilen bambussessel, in welchem er gerade sitzt, und sich ob der idee bruesten, den shortcut nach sulawesi auf dem land- und wasserwege zu bevorzugen. doch nun nippt er nervoes an seiner bereits geleerten colaflasche, sitzt vornuebergebeugt in diesem missratenen stuhl und ueberlegt sich, wie er sich moeglichst elegant aus der affaere ziehen kann.
es gibt kein pardon, die fahrt gehoert mitunter zu den schlimmsten, welche wir auf der reise hinter uns gebracht haben.
ok. es war die schlimmste.
mit abstand.
es braucht so einiges, bis larisa den fahrer anherrscht nun endlich mal anzuhalten, vorallem mit solch ausgewaehlten worten ('i need to piss'). und der david, sonst sparsam und gut einteilend, seinen biskuit vorrat bereits stunden vor der ankunft verdrueckt hat. und zur not auf geborgte zigaretten zurueckgreift. was es dazu braucht? nicht viel. ein auf hochglanz poliertes, unverbeultes und scheinbar geraeumiges auto. zwei fahrer, fuenf passagiere und deren gepaeck. drei musiktapes ( 2x schnulze auf indonesisch, 1x happytrance) und mindestens zwei pack zigaretten pro fahrer. kretek zigaretten, versteht sich. ein paar berge zwischen dem start- und zielort, welche auf der luftlinie kaum 200 kilometer auseinander liegen, viel urwald, schlechte strassen, regen und in folge dessen, erdrutsche, und, wichtig, ein spuddergreis.
mit enkel und enkelin.
der anfang (16:00), und ich will mich kurz fassen: vergnuegt, zuvorkommend, interessiert. eindruecklich, die landschaft, nassglaenzend vom kurz zuvor niedergegangenen regen, das gruen der reisfelder, der palmen, der strasse. und, oi, die ist gar nicht mal so schlecht. ein paar schlagloecher hin und wieder, etwas schmal vielleicht, aber sonst akzeptabel. die passagiere freundlich, der grosspapa alt und etwas gebrechlich, dafuer der junge und das juengere maedchen umso agiler. es dunkelt (18:00) und die landschaftliche kulisse beeindruckt aufs neue. inzwischen sind wir umgeben von bergen, gruenen, in diesen landen, und die bislang gerade strasse nimmt etwas geschwungenere formen an. wenig spaeter dringt der duft von herdfeuern ins auto, es ist essenszeit, und wo kein strom, da erhellen einfache kerzen die bescheidenen haeuschen. im meinem kopf, da wird gerechnet, geschaetzt und gemutmasst; wie lange diese reise wohl noch dauern wird, welche der beiden moeglichen routen wir gewaehlt haben und welche der aufgeschnappten ankunftszeiten wohl zutrifft. die auswahl und spanne ist nicht unbescheiden: 04:00, 6:00, gar 7:00.
das glucksen und aufstossen, welches vorerst nur sporadisch aus dem hinteren teil des wagens zu vernehmen ist, wird regelmaessig. deren quelle, der greis, zuckt und beugt sich vornueber, ein saecklein, von seiner zittringen hand meist vor seinen mund gehalten, faengt auf. ich schaue besorgt, erst zum greis, dann zu larisa. ihre angst vor dem erbrechen macht mir fast noch mehr sorgen. der enkel winkt ab, keine sorge, so seine geste, und klopft weiter, fein und fuersorglich, auf den ruecken seines grossvaters. nach dem fuenften, zehnten, xten mal realisier ich, dass er nicht erbricht, sondern einem wohl tief in seinen lungen ausgeloesten reiz nachgibt. und dabei auch so manches ausscheidet. das glucksende, verschluckende und darauffolgend ruelpsende geraeusch klingt ungesund und der duft ist nicht minder unangenehm.

nach einer essenspause, sitzplatzwechsel (larisa verteidigt ihren front aka luxusplatz vehement) und einem stau auf der urwald-bergpasspiste infolge eines erdrutsches sind gegen mitternacht die ersten lichter der zivilisation zu sehen. fern und schwach zwar, aber immerhin. nach meinen berechnungen haben wir nun den auslaeufer der insel ueberquert, von nord nach sued, und sollten der suedkueste entlang in richtung der schon nicht mehr so fernen stadt gorontalo fahren. auch dem gesichtsausdruck des fahrers, vorallem aber seiner halsbrecherischen fahrweise mein ich so etwas wie dir vorfreude auf die zieleinfahrt erkennen zu koennen. wir fliegen mit 100, 120 der schmalen strasse entlang, keine markierungen, absperrungen, strassenlampen, nur das fahle mondlicht, welches die baeume, huegel und haeuser gespenstisch erhellt... es scheint, wir befinden uns in einem realistisch gestalteten computerspiel (welches die grafikkarte allerdings heftig zum schwitzen bringt) und der aktor ist auf bestem wege, den ersten rang in der highscore fuer sich beanspruchen zu wollen. er wirds nicht tun.

es kann sich nur noch um minuten handeln.

einige aufstosser, so manche zigaretten und erfolglose schlafversuche spaeter (02:00), das erste highlight. der junge wird ausgeladen. er hats geschafft und wir haben etwas mehr raum. inzwischen entdeck ich wahrhaftig und spuckefrisch an meiner wade, dass der spuddergreis wohl nicht mehr so treffsicher ist. ich ekel mich und wuerds am liebsten der larisa erzaehlen, doch (einmal mehr, man erinnere sich an die bootsfahrt inna burma) fuerchte ich, sie wird das auto umgehend zum stillstand bringen und verlassen. wo auch immer wir sind. es bleibt mir also nicht viel mehr uebrig, als den schleim mit einem ergatterten tuchzipfel abzuwischen. und mich noch etwas fester ans fenster zu druecken.

um 04:00 sind sie beide ausgestiegen, der greis und seine enkelin, und die luft verbessert sich schlagartig. doch gorontalo ist ueberfaellig, die letzten biskuits sind verspiesen und die fahrer wechseln inzwischen im halbstundentakt. der muedigkeit wegen.

es daemmert, das kann doch nicht sein. immer zeigt der wegweiser gorontalo an, schon ein dutzendmal meint ich uns endlich am ziel bei der einfahrt in eine neue dorfstadt. doch immer wieder werd ich enttaeuscht. die frage, wie lange es denn verdammt einmal noch dauert, wird mit 'jes, jes, gorontalo' beantwortet. wir sind fix und fertig. der greis, die strassen, die fahrweise, die muedigkeit, der hunger, die lautstaerke der musik...

um acht uhr, das leben in den doerfern ist laengst erwacht, die schulkinder sind in ihren uniformen unterwegs und die marktstaende belebt, da wird es urbaner. wir getrauen uns gar nicht mehr daran zu glauben. es wird sowieso nicht gorontalo (inzwischen koennen wir den namen auch schon korrekt aussprechen) sein. und, richtig... noch immer nicht.

zwei bleiche aliens, flach ausgebreitet ueber die spudderfreien sitze, taub in den ohren (ja, sie kennen sie schon alle, die 30 min musiktapes. auswendig.) und der wahrnehmung, trauen ihren augen nicht, als sie einem grossen boulevard entlang fahren und den namen des von ihnen gewuenschten hotels erkennen. es ist 9:30 uhr. mehr als 17 stunden sind seit der abfahrt vergangen.
wir buchen uns fuer zwei naechte ins hotel ein, kaufen uns eine flasche wasser und noch ein paar biscuits und begeben uns dort hin, wovon wir schon immer (und auch wenn immer in diesem zusammenhang nur einen nacht ist) getraeumt haben... ins bett.

die weiterfahrt nach manado dauert nur 10 stunden und erscheint beinahe kurz und angenehm, danke an den fehlenden greis, geteerte strassen, tageslicht und einen etwas moderateren piloten.

und noch so manches haben wir in den folgenden wochen in indonesien erlebt. vorwiegend positives. entgegen unserer erwartungen haben uns die inseln borneo, sulawesi und bali sehr eingenommen und die menschen mit ihrer froehlichkeit und ihrem charme verwoehnt und begeistert. egal ob muslim (aka pinguin, wie von manchen locals genannt), christ, hindu oder auch animist.
bunaken, die insel vor manado im norden sulawesis gefaellt mit ihren traumhaften riffen, den schoenen sonnenuntergaengen und dem langweiligen und anschaulichen leben der bewohner.
das lange zeit von den einfluessen der zivilisation geschuetzte tal tana toraja fuehrt einen lebensecht und unverbluemt in die lebensweisen der einheimischen ein. da werden noch immer traditionelle haeuser mit ihren 'boots'-daechern gebaut (der legende nach sind die ersten einwohner des tals mit solchen booten den fluss hoch gekommen), da wird noch immer ein leben lang gespart, um beim tode ein wuerdiges, buntes fest feiern zu koennen. dabei werden lebende bueffel und schweine geopfert; je mehr, desto besser. da werden die toten in baeume, steine oder felsen vergraben und deren skelette jahre spaeter in hoehlen umgesiedelt.
makassar, die groesste stadt sulawesis, im suedlichen zipfel, verstroehmt den duft einer metropole. ok, einer asiatischen. mit abwasserkanaelen, abfall und marktstaenden fuer allerlei. aber dennoch interessant und, oh, mit einer handvoll japanischen restaurants, in welchen sich herrlich frischen fisch geniessen laesst.

bali ist schlicht ein paradies. entgegen aller cliches (kitsch, nur fuer honeymooner, teuer). mich laesst die insel einen ganzen monat nicht mehr ziehen. und auch larisa stimmt ein, hier die angenehmsten (gepampertsten, woher kenn ich das nur?) und schoensten tage zu verbringen. das mag unter anderem an unserer 3 zimmer villa mit veranda, jacuzzi und kleinem garten liegen, aber bestimmt auch an der offen- und herzlichkeit der balinesen. und vielleicht auch an deren tiefen religiositaet. gar fuer das haustier, egal ob hund, katze oder hamster, wird taeglich ein opfer erbracht. inklusive rauecherstaebchen und blumenkranz.


Samstag, 9. August 2008

von sulawesi. und anderen inseln.

diese schreibblockaden habens in sich.
und sind uebertragbar, so scheints.

Freitag, 25. Juli 2008

nunukan - tolitoli - gorontalo - manado (8.6.08 - 12.06.08)

der hiesige beitrag befasst sich lediglich mit der reise von borneo nach sulawesi. keine der hier aufgefuehrten destinationen haben wir aus touristischen gruenden aufgesucht; sie waren nur mittel zum zweck, um von A nach B zu gelangen. und doch haben sie uns beinahe eine ganze woche beschaeftigt...

in unseren koepfen war vor dieser reise nur die schiffsfahrt von nunukan nach tolitoli praesent. fuer uns war einzig von belang, wie wir von borneo nach sulawesi gelangen konnten. wie wir uns aber dann auf sulawesi weiterbewegen wuerden, diese frage schien uns noch nicht einmal gestreift zu haben, als wir in tolitoli von bord gingen. nun aber der reihe nach:

indonesien besitzt, ganz zum erstaunen der meisten westlichen touristen, eine tadellose flotte (pelni-ships) riesiger und sehr moderner kreuzfahrtschiffe. diese verkehren non-stop zwischen den inseln des archipels und da dies eine nicht ganz bescheidene anzahl ist, verkehrt die faehre zwischen nunukan und tolitoli nur grad zweimal pro monat. und so kam es, dass wir am abend des 8. juni gut getimet mit unseren tickets der ersten klasse (wir wollten unsere kabine nicht mit anderen teilen) am pier in nunukan standen als die dobonsola einlief. wahrlich ein riesen schiff und doch war die dobonsola wenig spektakulaer im vergleich zum aufruhr, die sie verursachte. wie wir schnell begriffen, ist das einlaufen eines pelni-schiffs in jedem hafen in indonesien ein riesen ereignis. das ganze dorf findet sich am pier ein, um leute abzuholen, abzuliefern, waren zu verkaufen, das treiben zu beobachten oder ganz einfach selber einen fuss in den schwimmenden koloss zu setzten. wir trauten unseren augen kaum, als wir begriffen, dass jeder und jede, die lust dazu hatte, an bord gehen konnte, ohne irgendwo ein ticket vorweisen zu muessen. einfach so hereinspaziert, mit kind und kegel und nicht zu vergessen: helm auf dem kopf. hunderte von menschen stroemten ins und aus dem schiff. pakete wurden hinein und heraus befoerdert. fuer uns glich alles einem einzigen chaos, doch der schein truegte, denn niemand vermisste oder suchte seine sachen. alles wurde fein saeuberlich auf schubkarren geladen und in unbekannte richtung entfernt. ein organisiertes chaos, dass wir auch nach zwei stunden noch immer nicht zu durchschauen vermochten und selbst als die schiffstreppen schon hochgezogen wurden, stroemten noch immer leute aus dem schiff heraus. uns wuerde es nicht verwundern, wenn der eine oder andere nicht ganz freiwillig die reise nach sulawesi angetreten hat...


der rest der zeit auf der dobonsola verlief eher unspektakulaer. unsere kabine war in tadellosem zustand; ja sogar mit einer warmwasserdusche ausgestattet und im bordkafe wurden wir mit nasigoreng telur (fried rice mit ei) verkoestigt. haette mir zu diesem zeitpunkt jemand gesagt, dass dies der anfang meiner eier-kur sein wuerde (pro tag mindestens vier indonesische eier), so haette ich wohl nur unglaeubig den kopf geschuettelt.

ja und dann legten wir nach 14 h reisezeit in tolitoli an. dies war der zeitpunkt, von dem wir lange getraeumt hatten. anlegen in sulawesi. einer destination, die so geheimisvoll und abenteuerreich in unseren ohren klang. klar hatten wir hie und da mal wieder einen blick auf die karte geworfen, doch tolitoli schien noch gar nicht mal so weit entfernt von unserem ziel, manado in nordsulawesi. genauer gesagt betraegt die distanz von tolitoli nach manado maximal 300 km. und doch, dieses reischen, welches uns satte drei tage beschaeftigte und uns 26 h im auto sitzen liess, hat mehr an unseren nerven gezehrt, denn alles zuvor erlebte. die 14 h busfahrt, die wir in burma noch als reine tortur empfanden, liess sich nicht im geringsten mit den strapazen vergleichen, die wir auf dieser hoellischen fahrt von tolitoli nach manado erlebten.

los ging's ganz harmlos. vom pier zur sogenannten busstation lief alles wie am schnuerrchen. wir bestiegen problemlos ein transportbuesschen und wurden auch am richtigen ort abgeladen. eine gar nicht so selbstverstaendliche tatsache, denn in indonsienen sprechen die leute ausserhalb der hyper touristischen orten (und das ist wohl gerade mal bali) kein einiziges wort englisch. und wenn wir hier schreiben kein einziges wort, ist das auch so zu verstehen. ausser unseren haenden, fuessen und gesichtsmuskeln diente uns nichts zur verstaendigung. eine tatsache, die die indonesier aber in keinerster weise davon abhielt, waehrend unserer fuenfstuendigen wartezeit auf's naechste transportmittel, ununterbrochen auf den armen david einzureden, waehrend ich mich auf einem holzbett im ticketoffice schlafend stellte. zudem gesellte sich zur muedigkeit ein stetiges gefuehl des schwankens, welches uns geschlagene zwei tage im nacken klebte...



und nun muss ich passen. ich leide an einer schreibblockade, die sich trotz sechs stunden yoga pro tag nicht loesen liess. ich bruete nun schon mehr als drei tage ueber diesem blogbeitrag und mit jeder zeile waechst meine unzufriedenheit ueber den wiedergegeben inhalt. damit ist jetzt schluss und die feder wird an david uebergeben.



Dienstag, 8. Juli 2008

wie yoga. nur anders.

ich spuer, wie er sich sammelt. an der spitze meiner nase. er waechst, zieht sich in die laenge, und, loest sich. der tropfen wird schnell schneller, schnell kleiner, droht zu zerstaeuben, haelt sich zusammen, nur, um es dann augenblicke spaeter auf dem eisen meines schlaegers zu tun. seit 10 tagen nun schon nimmt mich budiada, der golflehrer des nahen clubs, unter seine fittiche. inzwischen sind wir mehr freunde denn etwas anderes, wir gehen zusammen essen, er erzaelt mir so manches aus seiner spannenden, wenn auch turbulenten vergangenheit und bei meinem letzten ausflug ins landesinnere besuchte ich seine familie; doch auf dem platz, da sind die rollen verteilt. da gibt's nichts zu ruetteln. er ist der pro und ich sein student. da wird getadelt und korrigiert, zurechtgewiesen und kopfgeschuettelt. immer geduldig und dem schwung zu liebe, seine passion ist inzwischen auch meine.
da steh ich also, gebueckt, angespannt wie sau, die sonne brennt gnadenlos auf meinen ruecken, die haende und gelenke schmerzen, das gruen um den kleinen weissen punkt herum droht zu verschwimmen. ich bin umringt. der manager des clubs steht gleich hinter mir, ebenso der verantwortliche fuer den golfbetrieb. mein freund, jetzt jedoch unbarmherziger lehrer, budi, zwei caddies, in diesen landen allesamt weiblich, zu meiner rechten. es geht um viel.
sie kennen mich alle schon, gruessen mich beim namen, oder so aehnlich, mister david, und geben mir allen grund, diese weisse kugel weit, nur so weit wie moeglich ueber das fairway hinweg zu schlagen. ich bezahle nur einen bruchteil des ueblichen preises fuer die lektionen, die greenfee ist nicht mal fuer mitglieder so gering und auch fuers gemietete equipment gibts nichts zu entrichten.
der muss sitzen. er muss.
locker.
linke hand fuehrt, die rechte schmiegt sich an diese.
armpits closed.
no wrist.
use your hips.
shoulders.
more upright.
mir schwindelt.
wieso ist die rechte hand braeuner als die linke? sind's nur die lichtverhaeltnisse oder ist's gar weil ich schon so oft in dieser position verharrt bin, in den letzten tagen?
egal. ignoriers.
es geht um den ball.
ich festige meine position, stehe gut auf, mit den fuessen.
der linke arm gerade, die rechte schulter haengend.
wie lange ist's schon her, dass ich so steh?
was moegen die nur denken, dass ich mir soviel zeit nehme?
nein, nicht noch mehr gedanken.
wer pfeift da?
was riecht da so?
noch ein tropfen?
brueste? wieso ausgerechnet jetzt ein solcher gedanke?
nun wird's mir zu bunt. jetzt oder nie.
ich schwing zurueck, das eisen, langsam, versucht konzentriert, am wendepunkt haelt die zeit an, steht alles still, ganz kurz, friede sei mit allen, und dann gehts los. der schlaeger beschleunigt, fuehrt, zieht, ich seh nichts, hoer nichts, hoffe.
er fliegt. und wie! gerade aus, mindestens 150 meter. mei.
ich bin gut. oder hatte einfach verdammt glueck. egal. ich nehm's an, das geschenk.
budi erscheint in meinem noch immer etwas eingeschraenkten blickfeld, die haende gefaltet und mit einem zufriedenen laecheln auf seinem runden gesicht: "oh, i was praying for it".
(ok. um mich da nicht irgendwie in ein falsches bild ruecken zu wollen: noch in der selben runde sind zwei richtig gute spieler zu uns gestossen und dann, ja, dann ging da gar nichts mehr. so wenig gar, dass sie mir schon aufrichtig gratulierten, als der ball weder im wasser landete, noch an einem baum abprallte oder auf dem tee stehen blieb...)

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2 millionen? soll ich soviel beziehen? haendigt mir der automat ueberhaupt einen solchen betrag aus? was nach viel klingt, entspricht gerade mal 200 chf und man kann sich gluecklich behaupten, wenn man einen atm findet, der eine solch menge geld ausspuckt. ich steige auf meinen roller, starte ihn, er springt an, auch nicht selbstverstaendlich, und los gehts ueber die kreuzung. etwas verkehr und verkehrt, aber die indonesische fahrweise ist eine direkter nachkomme der indischen, und somit gewandt und ohne allzu viele regeln. der atm versteckt sich in einem haeuschen und gleich nebenan, da steht noch eins, mit polisi beschriftet, mit aussicht auf die eben ueberquerte kreuzung, und, oh, da steht ein adrett gekleideter herr mit muetze aufm kopf und pfeife im mund... kommt das eben vernommene geraeusch etwa daher? wieso guckt mich der so finster dreinblickend an?
gotme. der helm, so stell ich fest, leider nur zwischen den beinen und nicht aufm kopf, wieso auch, fuer diese kurzen 50 meter. die ampel, ok, sie war rot, doch dafuer die kreuzung auto- und, wichtiger, rollerfrei. und, oi, schliesslich liess sich dieser spezielle u-turn nur so ueberhaupt bewerkstelligen. aber ja, ich verstehs, wenn da etwas luft durch sein pfeifchen entweicht und er mich streng anguckt. mir kommt, den ernst der lage verkennend und die laxe auslegung der regeln in indonesien gewohnt, nichts besseres in den sinn, als mit einem spruch der lage herr zu werden: ' two hundred dollars, ok?'.
ich weiss es, noch waehrend die worte meinem mund entweichen: es ist kein guter spruch. hatte der polizist bislang keine solchen gedanken, so hat er sie nun ganz bestimmt. und wieso auch grad mit einem solch hohen betrag ins rennen steigen? zu spaet. schon sitz ich in des polizisten haeuschen und kriege das indonesische recht erklaert. die drei moeglichkeiten: 1. ich bezahle an ort und stelle. 2. ich kriege eine busse durch ein ordentliches verfahren und bezahle diese dann. 3. ich nehme einen anwalt, rekuriere und gehe vor gericht. der herr mit dem weissen helm legt mir nahe, von der ersten gebrauch zu machen. es komme billiger, bei der schwere meines vergehens: helm nicht getragen (oh, sie, aber es war nur fuer fuenfzig meter... ok, aber, da gibts noch so manch anderen verstoss); keinen fahrausweis (oh, sie, aber ich hab ihn, ich find ihn nur nicht, vielleicht im hotel, soll ich ihn holen gehen?... ahm. ach so. hmm. nein, aber was ist mit...) ...bei rot falsch abgebogen? (ok, sir, sie haben mich. wieviel?). 200'000 rupien. er nimmt meinen pass, fuellt den bussenschein aus (na, nicht den ganzen, nur ein feld. name: mr. switzerland), kritzelt diesen betrag drauf. no, mister, too much. er will geld, ich seh's, aber, oi, das ist indonesien. how much u pay? ich zuecke meinen scheinbar letzten 100'000er, er kriegt grosse augen, jes, das klappt. ok. ich will die quittung. not possible, possibility number one, no receipt.

Montag, 7. Juli 2008

tawau / nunukan 5.6.08 -8.6.08

lange ist's her. doch ich behaupte, ich kann mich noch immer erinnern. gar an ganz lustige dinge, die noch heute fuer herzhaftes lachen sorgen. doch nun der reihe nach.

nachdem wir das ein kleines paradies unter wasser entdeckt hatten, gings weiter richtung osten. naechstes ziel sollte sulawesi sein. eine angeblich wunderschoene indonesische insel, welche vom massentourismus bis heute verschont wurde. um in indonesien einreisen zu koennen, wird jedoch ein visum benoetigt und eben dieses visum wollten wir uns in tawau holen. zielstrebig marschierten (mit taxi, jaja) wir also am morgen ins indonesische konsulat. ohne foto, ohne rueckreiseticket und ohne geld. wohl etwas blauaeugig, aber manchmal kommt man so fast weiter und so war's dann auch. nachdem wir brav schlange gestanden waren und dem quirligen indonesier hinter dem fenster endlich in die augen schauten, schien alles wie von selbst zu gehen. ich hab zwar versucht meinen weiblichen charme ein wenig walten zu lassen, doch es ging alles so einfach, dass wohl noch nicht mal dieser notwendig gewesen waere. im nu hatte er auf ein 60-tage visum eingewilligt, obschon wir noch nicht einmal ein ausreiseticket vorzuweisen hatten. doch kaum war diese erste huerde passiert, wartete schon die naechste und diese war, weitaus fordernder. vor unserer abreise war ich zwar bemueht gewesen, an alles zu denken, doch diese kleinen, farbigen, eckigen dinger gingen mir durch die lapen. und so kam es, dass wir, wie eben schon erwaehnt, ohne foto im konsulat standen. was war also zu tun? uns graute schon davor, wieder ins zentrum zurueck und ziellos einen fotoautomaten oder ein fotostudion suchen zu muessen. doch so weit kams erst gar nicht. zu unserem erstaunen und auch erleichtrung (zumindest fuer einige minuten) stand ein 'fotograf' exklusiv fuer die konsulat besucher vor ort zur verfuegung. das hiess aber auch, mitten in den wartenden menschen...

flink schritt ich in richtung schauplatz und sogleich wurde mir beordert auf einem stuhl platz zu nehmen. natuerlich sorgten wir als auslaender auch im konsulat fuer einigen wirbel, was dazu fuehrte, dass jeder, der konnte, auch zuschaute; und wenn ich nun sagen wuerde, dass ich vollkommen entspannt auf diesem stuhl sass, dann waere das eine grosse luege. ich sass also da, schaemte mich ein wenig und hoffte, dass diese kleine showeinlage schnell zu ende sein moege. und alsob der tortur noch nicht genug, ertoente vom fotografen kurz vor dem finale ein lautstarkes 'SMILE', was nicht gerade zu meiner lockerheit beitrug und mich noch steifer sitzen liess. als ich dann endlich aufatmen und meinen stuhl verlassen konnte, sah ich nur noch den david vor mir, wie er in wenigen minuten agieren wuerde; denn posieren, dass tut er gar nicht gern...


er hatte meinen turnus nicht mitverfolgt. stand waehrend dieser zeit draussen und wurde folglich vom ganzen szenario ueberrascht. ich sah ihn rein kommen. sich setzten. die postur wurde schon hier etwas steifer und so beschloss ich wegzugucken, damit er sich nicht auch noch von mir beobachtet fuehlte. und es kam wie's kommen musste. der fotograf schien dieses 'SMILE' derart verinnerlicht zu haben, dass es diesmal gar noch lauter ertoente. und klick. das foto war geschossen. ich drehte mich um, schaute den david an und nein, er schien gar nicht gluecklich. auch ihm waren die fuenf buchstaben mehr als eingefahren. ja sie liessen ihn gar erstarren.

nur zu gerne wuerde ich an dieser stelle das resultat visualisiern, doch dies wurde mir strikte untersagt und moeglicherweise reicht schon die obige beschreibung und ein bisschen davidsche-kenntnisse um das bild vor sich zu sehen. ich auf jedenfall konnte ich mich kaum mehr halten vor lachen. noch nicht einmal des resultates wegen, vielmehr ueber das entsetzen davids, als er sich selber auf dem bild betrachtete und mich ganz ungezwungen zu fragen versuchte, ob es denn sehr eitel sei, wenn er noch einen versuch wagen wuerde...

dem leser moegen nun die haare zu berge stehen. er sich wird sagen, wie kann schreibende sich nur in aller oeffentlichkeit so lustig machen ueber ihren liebsten menschen. und ja, ich fuehl mich grad auch nicht sehr gut dabei, aber wir hatte so viel spass nachher mit dem foto, mussten so vielemale darueber lachen, dass wir es festhalten wollten. doch bevor dieser post veroeffentlicht wird, wird er natuerlich gegengelesen und zensuriert. (und gutgeheissen. gib ihm...=)

tja und das war dann auch die praegenste erinnerung an tawau, denn touristisch hat diese staedtchen ausser einem flughafen, einem hafen und eben dem indonesischen konsulat nicht viel zu bieten.

von dort ging unsere reise dann weiter nach nunukan. einem staedtchen, das bereits zu indonesien gehoert und von tawau aus per schiff in knapp einer stunde zu erreichen ist. uns hat es dorthin verschlagen, da dort die faehre nach toli-toli (sulawesi) von anker geht und wir uns des abenteuerswillen entschlossen hatten sulawesi auf landweg zu erreichen. der erste eindruck von indonesien war mehr als grossartig. die menschen unglaublich freundlich und hilfsbereit, doch was uns am meisten gefreut hat: wir schienen am ende der welt angelangt zu sein und doch im besitze eines zimmereigenen satelitten-tv's, der uns das em-eroeffungsspiel live mitverfolgen liess. meine euphorie vor spielbeginn war grenzenlos, ja ich bestieg sogar mein bett um etwas erhoeht und voller ehrfucht die nationalhymne mitzusingen oder mehr murmmeln; leider hats nichts gebracht, wie wir alle wissen.

Donnerstag, 19. Juni 2008

zwei tiger in borneo.

schon eine sehr gut weile ist's her, da ich mit dem mathieu (oder war's eben doch freitag) der kueste der insel borneo entlang gezogen bin. und sie waren gut, die tage.
wir schliefen in absteigen; chinesischen, mit null und gar keinem ueberfluessigen gegenstand im zimmer (aber auch keinem fehlenden; was doch sehr der chinesischen mentalitaet entspricht). in malayischen, in denen kein anderer gast zugegen war und wir den masturbierenden nachtwaechter zwar nur ungern, aber dann schlussendlich doch von seiner taetigkeit abbringen und ihn davon ueberzeugen konnten, dass eine funktionierende lampe in unserem zimmer wohl auf die laenge auch mehr zu seiner persoenlichen befriedigung beitragen wuerde. und in einer malay-chinesischen, von welcher wir uns kaum mehr loesen konnten. es muss an dem unterhaltsamen (ok, verdammt lustigen) manager mister-mister gelegen haben, der, zu meiner erleichterung, auch gerne schwitzte und, noch viel besser, bei welchem meine sprueche endlich mal anklang fanden.
(man kann sich das gar nicht so richtig vorstellen, wie hart die tage fuer den david waren, in welchen seine, zugegeben, in der anzahl nicht bescheidenen, sprueche nur auf miss-, un- oder auch gar kein verstaendnis stiessen. nicht, dass mein gesamtes selbstvertrauen auf solch smalltalk fussen wuerd, nicht, dass mir nur dadurch das gefuehl mit den locals in kontakt zu treten zu koennen, vermittelt wuerde, doch.. eben schon auch. welch erleichterung, einen lokalen kumpanen gefunden zu haben, der nichts gegen fantasienamen hat, im gegenteil, mich auch mit diesem anspricht (ok, mister ironman ist wirklich ein bisschen weit hergeholt. weiss ich, wieso er darauf beharrte), der mir dicken bullshit auftischt, vakuum- und wortverpackt, so dass ich bis zuletzt den braten oder was auch immer, nicht riechen kann und samt meinem weltbild arg ins zweifeln gerate. und, wie schon erwaehnt, der ab all der ironie und dem schalk auch ordentlich ins schwitzen kommt. ein verbuendeter. sehr gut.)

den anfang unserer reise machte die hauptstadt sarawaks, kuching, ganz im westen der riesigen insel. eine heruntergekommene und alles andere als charmante stadt. eine stadt, wie man sie in malaysia nur allzu oft antrifft. kein richtiges zentrum, die haeuser meist zweigeschossig, die fassade ein ausgeglichener mix aus farbe und schimmel, viele laermige verkehrsteilnehmer und ab und an ein von einem etwas gar farbenfreudigen architekten erstelltes einkaufszentrum. und so kaempften wir uns denn in den folgenden tagen durch den dschungel, vorbei an bintulu, miri, kota kinabalu in richtung sandakan. der elan der ersten tage flachte jedoch schon bald ab, hatten wir in diesen doch schon ein grossteil der sehenswuerdigkeiten gesichtet und auf unserer liste als 'checked' markiert; verwachsene dschungelpfade. alle moeglichen arten von affen, von den allgegenwaertigen makaken ueber proboscious monkeys zu den einzelgaengerischen orang utans (waldmensch auf malay). riesenspinnen. gigantischen hoehlen, in welchen sich verwegene einheimische daran machten, die delikatesse 'birdnest' mit leitern aus morschem holz und ueber rutschige pfade in der decke der hoehle zu ernten. wir sahen die palmplantagen, welchen der urwald weichen musste und noch immer muss, die breiten und braunen fluesse, auf welchen bestimmt noch einige nur spaerlich bekleidete einheimische etwas weiter im landesinneren auf ihren wackeligen einbauemen nach nahrung suchen. oder so. zuweilen mussten wir mit unserer fantasie etwas nachhelfen, (ebenso bei den krokodilen, doch dafuer gibts halbwegs tierfreundliche farmen) denn es laesst sich nicht abstreiten, dass malaysia, abgesehen von einigen wenigen, abgelegenen und unberuehrten flecken um tiefen urwald, ein moderner staat ist. mit all seinen vorzuegen. und nachteilen. so sind die fahrten im ac/80 cm sitz bus ein genuss, das internet schnell wie selten und stromausfaelle so gut wie unbekannt, andererseits muss man sich mit einem schmalen streifen dschungel entlang des flusses begnuegen und ueber die nahen palmplantagen hinwegsehen, um sich wie bruno manser zu fuehlen und im tiefen, gefaehrlichen urwald zu waehnen. und die tauchparadiese um semporna herum (sipadan, mabul) sind wohl auch nur vor der zerstoerung gerettet worden, weil sie als touristenmagnete dienen und sich damit gutes geld verdienen laesst. aber egal.
wir waren bruno, dundee und tiefseeschnorchler zugleich und genossen die tage.

und zu guter letzt, es soll nicht unerwahnt bleiben, mimten wir gar den tiger. woods. mathieu und ich (anfaenglich wohl vorallem ich, danach jedoch sah ich zuweilen auch mathieus augen strahlen) konnten der versuchung nicht widerstehen und versuchten uns auf dem traumhaft gelegenen mount kinabalu golfplatz, direkt unterhalb der massiven steilwand des hoechsten berges borneos. die aussichten ueber die huegel hinweg und einsichten in tiefe schluchten und wolkenbehangenen huegel waren einmalig. aehnlich wie unser ball- und zeitverbrauch. ganze 25 baelle opferten wir dem feuchten boden und dem schnellen wasser. und unter 4 stunden brachten wir keine runde hin. kleine runde, versteht sich.


Samstag, 14. Juni 2008

semporna / pulau sipadan 31.5.08 - 5.6.08

vom dschungel ging's weiter ans meer, wo uns das tauch- und schnorchelparadies erwartete. pulau sipadan liegt ca. 40 km vom festland entfernt und wurde vor einigen jahren zu einem nationalpark erklaert, mit der folge, dass es auf der insel keine unterkuenfte mehr gibt und man sich entweder auf der etwas davor liegenden insel mabul oder aber in semporna einquartieren muss. wir haben bis auf eine nacht in semporna genaechtigt, einem fuer uns europaeer etwas duesteren staedtchen, welchem aber das emsige und bunte treiben der malayien etwas farbe zu verleihen vermochte.

nachdem wir uns von unseren dschungelstrapatzen erholt und unsere maegen mit kfc-nuggets reichlich gefuellt hatten (auch hier war die anzahl der jeweils bereits konsumierten nuggets mehr als umstritten), wagten wir uns mit maske und schnorchel bewaffnet unter die taucher und erkundeten von der wasseroberflaeche die gewaesser um pulau sipadan. und wahrlich, unsere erwartungen wurden bei weitem uebertroffen. meine erfahrungen in pulau perhentian verblassten geradezu, neben dieser farben- und artenvielfalt, die sich uns hier offenbarte. riesenschildkroeten wohin das auge reichte. sie schwammen neben uns, ueber uns, mit uns und unter uns; bunte fische, klein, gross, korallen, ein riff, welches 600 m in die tiefe reicht und hai, ja haie. diese doch eher stattlichen riffhaie vermochten david so zu begeistern, dass ich, wie auch die schlafende schildkroete, dich ich ihm waehrend mindestends fuenf minuten zu zeigen versuchte zu einem fata-morgana wurden :-). leider brach dann auch schon bald ein platzregen ueber uns herein, welcher das fata-morgana auswischte und uns zurueck in die realitaet warf. ich hoffte nur noch, dass unser boot uns in diesem stroemenden regen und dem ploetzlich einsetzenden wellengang noch finden wuerde. und auch eine kleine chinesin, die mit ihrer leuchtenden schwimmweste wie eine boye auf der wasseroberflaeche trieb konnte ihr glueck auch kaum fassen, als das boot sich naeherte.

abgerundet wurde unser unvergessliches erlebnis auf sipadan von einer etwas ernuechternderen unterkunft auf mabul welche kaum erwaehnenswert ist. was uns jedoch beeindruckt hat, war das selbstgebastelte schlagzeug der staff-mitglieder. die hatten sich mit plastiktonnen und verrosteten metallplatten ein nahezu perfekt funktionierendes schlagzeug zusammengebastelt und uns am abend begleitet von gitarre und gesang eine kleine vorfuehrung geliefert.

den letzten tag in semporna verbrachten wir dann damit, auf unsere badehosen zu warten, welche wir am tag zuvor in mabul vergessen hatten. .... und tatsaechlich, sie kamen mit dem schiff, in plastik verpackt, der gestank unertraeglich.

Sonntag, 8. Juni 2008

que pena...

tanto que me iba a proponer de escribir de vez en cuando en espanol y nada... por lo menos aora unas palabritas:-)

despues de haber visitado la india y burma mi viaje sigio a hongkong donde visite a una buena amiga mia que esta trabajando para un banco suizo alla. con ella sigi a malaysia, a una isla super linda que se llama pulau perhentian. pasamos uns dias delicioso, y vimos tortugas y iburones!

hace dos semanas estoy otravez viajando con david y hoy siguimos de borneo para sulawesi en barco. no sabemos muy bien lo que nos va a esperar en sulawesi, esperamos que unas playas especatulares y bien tranquilitas. el idioma es un pocco dificil. pues casi nadie habla ingles, pero nos compramos un livrito, que nos ayuda un pocco.

espero que no esten muy triste, de no poder leer mas, pero nos pasamos tantas oras en internet escribiendo alleman, que me falta un poco la energia des mas. de todos modos espero que les gusten las fotos que ven, que de vez en cuando disen mas que mil plabras...

les mando a todos un abrazo grandisimo y mil besos
lara

Montag, 2. Juni 2008

sandakan 27.5.08 - 31.05.08

nachdem wir beide fuer knapp drei wochen getrennte wege gingen, kreuzten sich diese wieder wie geplant in sandakan (borneo) und wurden waehrend zweier weiterer tagen von mathieu begleitet.

kurz nach meiner ankunft wurde mir stolz mitgeteilt, dass fuer den naechsten tag bereits ein programm zusammengestellt wurde; quasi eine ueberraschung fuer die ankommende dame. doch schon der gesichtsaudruck der beiden herren liess mich aufhorchen und allzu schwierig war denn auch das darauffolgende von calamares, crevetten und fisch gesaeumte ratespiel nicht. mathieus urlaub sollte mit einer den beiden bereits bestens vertrauten taetigkeit abgerundet werden und ich, ich sollte in stimmung gebracht werden, um david auf der weiteren reise auch hin und wieder schwingend gesellschaft zu leisten. und so verbrachten wir denn auch den darauffolgenden tag mit der umrundung eines verblueffend angenehmen und unkomplizierten neunloch-platzes. nicht dass sich die unkompliziertheit auf den parcours beziehen wuerden, oh nein, denn mit meiner wenigkeit legte sich der platz und auch die wetterverhaeltnisse ganz schoen an und entlockten mir mehr als einen wutanfall. doch die leute waren sehr nett, keine spur von snobismus oder borniertheit; jeans, flipflop's und kapuzenpulli wohlgesehen.

ja und dann ging mathieus reise zu ende und dies fast ein wenig schneller als ihm lieb war. in der ueberzeugung, der flieger wuerde um 19 uhr richtung kuala lumpur aufbrechen, wurde der tag geplant, gelebt und das airporttaxi reserviert. meine kurz angebrachter zweifel, ob denn der abflug nicht schon um 17 uhr sei, da ja mein flieger nur zwei tage zuvor um eben diese zeit gelandet war, wurde eiligts in den wind geschlagen. doch wie sich um 15.15 uhr herausstellte, war dieser einwand nicht ganz zu unrecht erfolgt. tatsaechlich, der flieger wuerde um 17 uhr abfliegen. mir wurde bei dieser feststellung gleich ein wenig anders zumute, doch weder david noch mathieu wurden sonderlich nervoes, ja es reichte gar noch fuer ein gemuetliches abschiedszigarettchen nach getaner packarbeit. etwas mehr als eine stunde blieb um den 2o minuetigen weg, das check-in und boarding hintersich zu bringen; und siehe da, es hat gereicht und fuer david war dies eine bestaetigung mehr, dass meine zeitplanung vor fluegen jeweils mehr als gutgemeint sei und in zukunft noch mehr entscheidungskompetenz in dieser angelegenheit ihm zu uebertragen sei; hm da werden wir mal sehen :-)...

nachdem mathieu aufgebrochen war, beschaeftigte david und mich die flora und fauna sabahs. um uns einzustimmen besuchten wir zunaechst die orang-utan aufzuchtstation in sepilok und ein tag spaeter ein dschungelcamp, wo wir auch tapfer uebernachteten. zur auswahl stand fuer diese doch etwas extreme dschungelerfahrung (man bedenke meine spinnenphobie) ein etwas komfortableres camp, mit bungalow inkl. eigener toilete oder aber ein ganz einfaches camp mit besonders aufmerksamer und netter crew, zero komfort... david ist der eisigen ueberzeugung, mich voll und ganz in die rustikalitaet des zweitgenannten camps eingeweiht zu haben, ich bin mir da nicht ganz so sicher. jedenfalls hab ich mir gedacht, ich sei ganz tapfer und tue mal so, als ob mir ein wenig einfachheit im dschungel nichts anhaben koennte; hab sogar noch ein wenig dran geglaubt. nach zweistuendiger autofahrt und einstuendiger bootsfahrt sowie 10 minuten trekking durch den urwald war das camp dann erreicht. gut gings lange, aber nicht genug lange. bis und mit bootsfahrt herrschte eine froehliche gelassene stimmung, doch als uns nach verlassen des longboats bis zum rande und ins innere hinein eingedreckte von unzaehligen touristen gebrauchte und wassergefuellte gummistiefel erwarteten und mir beordert wurde diese an meine baren fuesschen zu streifen, da konnte ich meinen ekel aber auch kein wenig mehr verbergen. die frage, ob denn david von diesen mich erwartenden stiefeln gewusst haette, bohrte sich fest und nach einigen muehseligen beschwichtigungsversuchen hatte er mich davon ueberzeugt, dass auch er ueber diese schwarzen ungeheuer erstaunt sei. wie dem auch sei, nachdem auch die toileten-verhaeltnisse verdaut waren (ich konnte sie bis zur naechsten waesche meiner hose riechen) haben wir uns prima eingelebt und alle tierchen gesehen, die wir unbedingt sehen wollten. besonders beeindruckend waren die vielen krokodile, von denen es im fluss nur so wimmelte und deren augen bei nacht im wasser wie zwei grosse murmeln leuchteten. ebenso der orang-utan, der nur wenige meter von uns entfernt in den baumwipfeln turnte. er war gar so neugierig, dass er sich fast bis auf den boden wagte und die gaffend touristen frech anfauchte. dies wirkte allemal bedrohlich, da wir nicht wie sonst in unserem sicheren boeoetchen auf dem fluss sassen, sondern zu fuss im dschungel unterwegs waren.

und dann war da noch ein weiteres tier, welches weniger durch seine aeussereerscheinung zu beeindrucken vermochte, sondern vielmehr durch sein imposantes stimmorgan. nun ja, genaugenommen war's kein tier, aber ich wusste nicht recht, wie dieses erlebnis noch sorgfaeltig und faltenfrei in den text eingefuegt werden koennte und so hab ich mich fuer eine kleine biologische ungereimtheit entschieden. jedenfalls war das tier kein tier sondern ein mensch und naechtigte mit uns im selben raum (eher ein kaefig fuer menschen. holz und drahtgitter, die tiere im dschungel draussen und wir drinnen; das ganze zooprinzip mal in die andere richtung). noch nie hat davids und mein ohr ein solches schnarchkonzert erlebt. was beim einschlafen einer geschraeuschidylle glich, es ist wirklich sehr faszinierend bei nacht den tieren zu lauschen, wurde schon bald von einer unerhoerten schnarch-dezibell - beschallung uebertoent. wir haben uns beide gefragt, wie denn so was ueberhaupt moeglich sei und uns nach einigen, erfolglos uebertoenten weckversuchen brav die mitgefuerhten oropax in die ohren gestopft. doch selbst diese, vermochten den schnarchmotor lediglich zu daempfen, keineswegs zu eliminieren und ausgehorcht waren die dschungeltierchen.

Samstag, 31. Mai 2008

pulau perhentian & kuala lumpur (16.5.08 - 27.05.08)

nach einer woche im luxus und warmem badewasser verschlug es mich wieder in etwas spartanischere gefielde. pulau perhentian liegt nahe der nordoestlichen malayischen festlandkueste und bietet alles, oder fast alles, was die sonnen -und badehungrigen herzen seiner besucher begehren. wunderschoene weisse sandstraende, tuerkisblaues warmes wasser, sonnenschein und jede menge faszinierender tiere.

entgegen unserer ersten befuerchtungen fiel es petra und mir also keineswegs schwer unsere sechs tage auf dieser insel rumzubringen. am ersten morgen wurden wir gleich von einer riesen echse ( ca. 1 m) ueberrascht und nur wenige stunden spaeter kam auch schon der erste affe zu besuch. die tage verbrachten wir mit sonnenbaden, wasserbaden, schnorcheln und einer nicht zu vernachlaessigenden mehrstuendigen wanderung durch das dschungeldickicht der insel. um keinen falschen anschein entstehen zu lassen oder gar mit unserem mut und durchhaltevermoegen zu prahlen, muss praezisiert werden, dass die wanderung wohl kaum mehr als 120 minunten gedauter hat und wir diese auch nur unter schutzaufsicht einer super netten deutschen familie in angriff genommen haben. doch selbst so hat es uns einiges abgefordert. geschwitzt habe ich in meinem leben noch nie in einem solchen ausmass, noch nicht mal in der sauna und die riesen spinnen, ameisen und tausendfuesser die den weg saeumten haben auch schwer an meinen nerven gezerrt. petras tiefpunkt war beim durchqueren eines grasdschungels, der unsere koerpergroesse bei weitem ueberragte, wohl auch erreicht, da sie sich von allen seiten von schlangen und sonstigen lustigen getierchen befallen sah. doch nichts aussergewoehnliches geschah und ausser einigen uebel juckenden mueckenstichen nahmen wir nichts weiter mit zurueck.

und waehrend sich auf der insel so manches tier heimisch fuehlt, so gilt dies nicht minder fuer die gewaesser, die diese umgeben. man kann gemuetlich vom strand ins wasser spazieren, 50 m hinauspadeln und hai sowie riesenmeeresschildkroeten beobachten. jawohl, da bin ich maechtig stolz drauf, ich bin mit haien geschwommen ohne das meer mit noch mehr fluessigkeiten zu belasten. es war ein unbeschreibliches gefuehl. ich, die die hoffnung auf einen hai, spaetestens nach der 10 minuetigen hyperfentilation und anschliessendem tauchkarriereabbruch laengst begraben hatte (das tauchen war noch nie so richtig meine staerke und beschraenkte sich daher auf vier tauchgaenge fuer's openwater und diesen einen, vier jahre spaeter... :-)). nicht ganz so begeistert von den der kueste doch sehr nahen haien war petra und so begnuegte sie sich mit den nicht minder beeindruckenden schildkroeten. diese hatten ihr plaetzchen fern der hai und waren jeden abend beim grasen im 2-3 m tiefen wasser vor der kueste zu beobachten. sie liessen sich ob der menschlichen beobachter keineswegs aus der ruhe bringen und so konnten wir auch immer wieder sehen, wie diese riesigen tiere nur wenige meter neben uns an die wasser oberflaeche schwammen um nach luft zu schnappen. momente, die mit sicherheit nie mehr vergessen gehen... ein dankeschoen an betina, ebi und tim, die uns in diese faszinierende unterwasserwelt eingefuehrt haben und mich beim hai schnorcheln stets begleiteten, denn allein, haette ich mich wohl nicht ganz getraut...

von pulau perhentian ging's weiter nach kuala lumpur. fuer diese reise trennten sich petra's und mein weg kurze zeit. waehrend petra flog, bestieg ich am fruehen naechsten morgen den dschungel-zug. die nacht zuvor, meine erste allein auf reisen, verbrachte ich in der bis anhin uebelsten absteige. mein kaemmerchen sah derart heruntergekommen aus, ueberall blutflecken totgeschlagenen getieren an den waenden, dass ich meiner matraze keineswegs ueber den weg traute und mir allerhand graeuslicher kaefer in deren innenleben vorstellte. ich erinnerte mich an eines unserer gespraeche vor der abreise im berner mattenquartier, wonach man, wenn man eine matrazte fuer laengere zeit an die sonne legt, deren tierchen beim sonnenbaden beobachten kann. sprich, spueren die bedbugs waerme, so kommen sie an die matrazen oberflaeche, gell beat ;-). ich wollte mir unter den harten travellern natuerlich keine bloesse geben und so fiel die variante 'in die sonne legen' von vornherein ausser betracht. uebrig blieb somit nur, drauflegen und hoffen dass dich kein solches biestchen sticht. um aber nicht mitten in der nacht aufzuwachen und festzustellen, dass sich meine befuerchtungen bewahrheitet haben, lag ich die matratze am nachmittag so zusagen test. als sich nach eineinhalbstunden testliegen noch kein juckreiz bemerkbar gemacht hatte, beschloss ich die matraze bedbugs-free zu erklaeren; mit erfolg. und so ging's am naechsten morgen ausgeschlafen mit dem zug durch den dschungel und nach kuala lumpur.

petra, die ihre letzten ferientag verstaendlicherweise nicht mit matrazten-test-liegen verbringen wollte erwartete mich, um es moderat auszudruecken, in einem etwas edleren quartier. ich konnte mein glueck gar nicht fassen, als ich mich nach 14 h zugfahrt unter die warme, ja fast heisse dusche stellen konnte und mich spaeter mit einer daunendecke zudeckte; vom fruehstueck und der aussicht ganz zu schweigen. nach zwei naechten in himmlischen hotelverhaeltnissen war dann aber fertig lustig. petra's ferien und mein geburtstagsgeschenk (danke nomol ganz fescht petra!!!) hatten sich leider dem ende zugeneigt und so verabschiedeten wir uns am sonntag nachmittag dann auch schon wieder. mir blieben noch zwei weitere tage in kuala lumpur, die ich groessten teils mit betina, ebi und tim sowie umgeben von ac und fastfood (auch das musste mal wieder sein) verbrachte und mich ganz ganz fest auf david freute :-).

burma (part VI)

nun sind seit unserem besuch in burma doch schon einige wochen vergangen. die bilder und ereignisse jedoch leben in unseren koepfen, als ob erst wenige tage verstrichen waeren. einerseits ist dafuer bestimmt das land und seine leute verantwortlich. aber es war wohl vorallem auch der zyklon nargis, der nicht nur vielen menschen das dach ueber dem kopf, ihr ganzes hab und gut, oder gar das leben raubte, sondern der weltgemeinschaft einmal mehr und diesmal hoffentlich unbestreitbar vorfuehrte, wie skrupellos und menschenunwuerdig die burmesische regierung in ihrem land waltet.

wir beide getrauen uns kaum mit jemandem darueber zu sprechen. wen interessiert schon, was wir erlebt haben, mit all unseren sinnen aufgenommen und nun in der wenigkeit der worte auszudruecken versuchen. und es ist ja auch nicht so, dass wir die toten in den baeumen haengen gesehen haben, nachdem sich das wasser allmaehlich zurueckgezogen hat. auch waren wir nicht zugegen, als der sturm ueber die zumeist nur mit stroh gedeckten und erbaermlich befestigten huetten auf dem delta hinweg gezogen ist. aber wir sind durch strassen in yangon gegangen, in welcher kein baum und keine stromleitung ungeknickt war. wir haben die stimmung in der 5 millionenstadt erlebt, in welcher wohl ein jeder einwohner um das wohl und leben eines verwandten oder anderweitig geliebten bangte. in der die lichter auch bei nacht nicht angingen, kaum mehr trinkbares wasser vorhanden war, der preis fuer abgefuelltes wasser dafuer aufs zehnfache schnellte und das militaer mit bescheidensten mitteln und in beschaulichem tempo versuchte, die pulsadern der stadt, ihre strassen eben, ihrer hindernisse zu entledigen.

es sind nur einige tage vergangen, dass wir auf dem wasserweg durch das irrawaddy-delta gekurvt sind (burma, part I), bevor der sturm gekommen ist. vorbei an doerfern, welche mittelalterlich, zuweilen gar voreisenzeitlich scheinen. da pfluegen aus holz gezimmerte und von ochsen gezogene rechen den fruchtbaren boden, halbierte baumstaemme dienen als einfache bruecken und alsbald es eindunkelt breitet sich der rauch der koch- und feuerstellen ueber das land aus. jahrzehnte, wenn nicht gar jahrhunderte liegen zwischen diesem und unserem leben. da gibts kein strom, kein fliessend wasser, kein maschinelle verarbeitung; ein paar dutzend landarbeiter holen die ernte ein, tragen sie auf dem ruecken und in grossen saecken ins dorf und dort wird die ware von hand weiterverarbeitet. die huettchen der bewohner sind aus holz, teils mit wellblech, teils gar nur mit schilf gedeckt. unter diesen daechern findet sich nicht viel mehr als eine matte, welche als matraze dient, und die lebenswichtigsten utensilien a la kochtopf, streichhoelzern und einem wasserkanister.

und dann das. die rede ist von einem staerkeren sturm, die offiziellen stellen sprechen von zu erwartenden 60-100 km/h winden und am tag selbst schliessen die geschaefte etwas frueher als gewoehnlich. man nimmt, sofern man ueberhaupt davon vernimmt (man denke an all die abgeschiedenen doerfer), den aufkommenden sturm zur kenntnis, doch unterschaetzt ihn gewaltig. die nacht bricht an und der zyklon zieht mit voller wucht ueber das flache und relativ dicht besiedelte land hinweg. mit windgeschwindigkeiten bis zu 180 km/h und einer 3 meter hohen flutwelle. die folgen werden erst tage danach publik. nur sehr spaerlich gelangen die informationen ans licht. noch zwei tage nach dem sturm war die rede von nur 200 toten und einigen verletzten, das offizielle fernsehen beliess es bei bildern von geknickten baeumen bleiben. doch der schaden war zu gewaltig, als dass man ihn haette verschweigen koennen. bald schon sprach man von 10'000 toten und einem vielfachen an vermissten. doch nachdem man die route des hurricans und die bilder in den auslaendischen fernsehsendern gesehen hatte, war allen klar, dass dies nur ein geringer prozentsatz des wirklichen ausmasses abbilden wuerde...

was ist wohl geschehen mit vincent, dem jungen begleiter auf unserer bootsfahrt durch das delta. der in myaumya, einer vom hurrican verwuesteten stadt, wieder zur schule musste und sich deshalb die kabine neben uns mit weiteren schulkameraden teilte. oder mit norman, dem manager unseres strand-resorts, der naechstes jahr in einem anderen hotel arbeiten wollte, in welchem er fortan 50 dollar im monat anstelle der jetzigen 30 verdienen wuerde. und wie geht es der hochschwangeren kellnerin, welche uns mit stolzem bauch und einem herzlichen lachen das fruehstueck servierte?

nun gibt es wohl immer wieder katastrophen von diesem ausmass. und vornehmlich auch in gebieten, in welchen die leute in armut leben. nur knapp 10 tage spaeter bebt die erde in china und begraebt etwa aehnlich viele menschen unter sich. aber es gibt doch einen gewaltigen unterschied; in burma kuemmert sich keine regierung um das schicksal der menschen. china mag keine demokratie nach unserem verstaendnis sein, und mit sicherheit haben die bevorstehenden spiele in peking auch ihren einfluss auf das verhalten der politischen fuehrung, doch da wird das militaer aufgeboten, um den menschen zu helfen. sie werden evakuiert, versorgt und behandelt. und wenn die eigenen kraefte nicht ausreichen, so wird gar die angebotene humanitaere hilfe vom frueheren erzfeind japan akzeptiert.

in burma ist die situation anders. wahrlich schockierend. man mag sich das verhalten machthungriger herrscher vorstellen koennen und fuer diesen hunger gar bis zu einem gewissen grade verstaendnis aufbringen, doch die junta in burma schlaegt in dieser beziehung alles. vorweg nur ein paar anekdoten zum fuehrungsstil des burmesischen generals:

- bis vor wenigen jahren gab es fuer auslaender nur ein 24 stunden visa.
- um der vergangenheit der britischen kolonie zu trotzen, wurde ueber nacht beschlossen, die fahrtrichtung des strassenverkehrs zu aendern. so sind nun nahezu alle fahrzeuge fuer den linksverkehr gebaut (steuer rechts), doch der verkehr rollt rechts. nicht unbedingt der sicherheit dienlich, wenn man erst die halbe breite des wagens in die strassenmitte fahren muss, um sich zu vergewissern, dass ein ueberholen moeglich ist.
- es gibt genau ein handy-netz. natuerlich ein staatliches. eine sim karte dafuer kostet sage und schreibe 1000 dollar (bei einem durchschnittsverdienst von 30 dollar/monat). damit wird sichergestellt, dass die masse keinen zugang dazu hat.
- lokale und nationale telefonate kosten fast nix (werden aber zum teil noch von einer vermittlungszentrale von hand weitergeleitet. kennt man noch, die schwarz-weiss bilder von der dame hinter einem riesigen schaltpult, auf welchem sie behende gewuenschte anrufe verbindet...). ein anruf ueber die landesgrenze weg hingegen kostet 5 dollar/minute.
- weil die fuehrung besorgt war, dass sich die gemeine bevoelkerung einen gewissen wohlstand zusammengespart hatte und dies als gefaehrlich taxierte, wurden zweimal ueber nacht die wertvollsten banknoten fuer ungueltig erklaert. und dafuer neue (90 / 45 chat) eingefuehrt. wer sein vermoegen nicht in dollar oder edelsteinen angelegt hatte, verlor alles. und das waren die meisten.
- mit der neuen, tage nach dem hurrican durchgezwaengten und anscheinend mit ueber 90% zustimmung vom volke gutgeheissenen verfassung darf die friedensnobelpreistraegerin aung san suu kyi auf lebzeiten kein offiziellen taetigkeit mehr nachgehen. und dies nach ihrem haushochen sieg bei den einzigen freien wahlen in den neunziger jahren. sie lebt uebrigens seit jahren unter hausarrest in ihrem haus in yangon.
- in wenigen jahren wurde eine neue regierungsstadt fernab der hauptstadt yangon aus dem boden gestampft. im umkreis von mehreren kilometern ist alles abgesperrt und fuer einen normalsterblichen und auslaender ist die stadt nicht zugaenglich. angeblich solle die neue stadt nun mehr im zentrum burmas liegen, also fuer die bevoelkerung besser erreichbar sein... hintergedanke ist jedoch ganz klar, dass man sich damit die moeglichen scharmuetzel in der zuweilen aufmuepfigen stadt yangon vom leibe halten will.
- und als letztes vielleicht noch: lieber wird das geld fuer den bau einer neuen stadt ausgegeben, anstatt die voellig heruntergekommene infrastruktur zu erneuern. so ist beispielsweise die strasse zwischen den beiden groessten staedten des landes nur einspurig befahrbar und mit schlagloechern uebersaeht. und dies auf einer strecke von gut 700 kilometern. die reise mit dem zug geht durchschnittlich mit einer geschwindigkeit von 30 km/h vonstatten...

und nun eben noch das; nargis haett's wirklich nicht auch gebraucht. doch die burmesen haben eine mordsgeduld und gar in dieser situation einen sinn fuer schwarzen humor. so sagen sie, dass sie auch diese krise ueberstehen werden. nur leider, und das bedauern sie von ganzem herzen, ja, leider hat dieser sturm sein eigentliches ziel, die neue regierungsstadt, ganz knapp verfehlt...

es finden sich wahrlich keine worte fuer die taten und untaten der regierung im anschluss an diese katastrophe. erst wird die dringendst benoetigte auslaendische hilfe abgelehnt. dann angenommen, jedoch werden fuer mehr als eine woche keine visen fuer die mitarbeiter der hilfsorganisationen ausgestellt. die botschaft in bangkok geht in flammen auf und es besteht kein zweifel, dass dies feuer der weiteren verzoegerung von visa-ausstellungen dient. die hilfsgueter stehen am flughafen in bangkok bereit, doch es werden keine fluege ins land genehmigt. eine maschine muss den flughafen yangon gar ungeloescht wieder verlassen, nachdem sie sich ueber das verbot hinweggesetzt hatte. tage spaeter wurden die fluege erlaubt, doch die gueter werden umgehend von der burmesischen armee in beschlag genommen. es gilt als unbestritten, dass, wenn ueberhaupt, nur ein kleiner teil den weg zu den beduerftigen findet; das gros verschwindet in den lagerhallen des militaers oder wird auf dem schwarzmarkt zu hohen preisen verkauft. und auch jetzt noch wird nur sehr wenigen auslaendischen helfern der zugang ins krisengebiet gewaehrt. die meisten sitzen zur untaetigkeit verdammt in yangon und koennen nichts weiter tun, als die mit primitivsten mitteln ausgeruesteten lokalen hilfsorganisationen zu unterstuetzen.

ich will mir nicht vorstellen, wie unser strandparadies jetzt ausschaut. wie es der werdenden mutter geht, selbst wenn sie den sturm ueberlebt haben sollte, und wie erst dem kleinen neugeborenen... doch die regierung schickt die hungernden leute zurueck in ihre zerstoerten doerfer und meint lapidar, es gebe dort schliesslich genuegend froesche zum essen.

wie froh koennen wir uns schaetzen, in einem land wie der schweiz geboren zu sein. doch so ganz koennen wir uns der schuld an solchen humanitaeren katastrophen nicht entledigen. denn wer, wenn nicht wir, haette die mittel und moeglichkeiten, solches zu verhindern... die frage ist nur, wie. doch immerhin, die schweiz schickte 2 mitarbeiter einer organisation ins krisengebiet, um die situation abzuklaeren.

wir bleiben dran.

Dienstag, 27. Mai 2008

burma (part V)

wie zuvor schon erwaehnt fuehrte unsere reise weiter nach mandalay. auch hier stand uns wieder eine stundenlange busfahrt zuvor, doch zu viert gelang es uns dem bus auszuweichen und stattdessen mit dem taxi zu reisen. die details der reise erspar ich dem leser an dieser stelle. nicht viel neues, die strasse im selben zustand, obschon angeblich neu. nur vielleicht soviel; eine eigenschaft burmesischer vierraeder scheint der sog der abgase ins innere des wagens zu sein. und eben diese gase veraenderten die bewusstsseinszustaende der insassen auf seltsame art und weise. als wir nach 4 stunden fahrt eine mittagspause einlegten, liess sich zunaechst niemand was anmerken, bis mal einer ganz zurueckhaltend fragte, ob uns anderen auch so komisch schwindlig sei. ein einstimmiges kopfnicken folgte und um nicht noch mehr dieser abgase einzuatmen, hielt sich dann spaeter jeder ganz unauffaellig das t-shirt vor die nase, sobald es ein wenig bergauf ging oder der fahrer sonst irgendwie ein wenig zu streng auf's gaspedal gedrueckt hatte.

ueber mandaly gibts nichts ausserordentliches zu berichten. unser aufenthalt war vorallem durch den wirbelsturm bestimmt, dessen ausmasse uns ja erst hier richtig bewusst wurden. wir waren damit beschaeftigt, jede moegliche information zu erhalten, die botschaft zu kontaktieren und schnellst moeglich auch unsere eltern, um deren schreck nicht unnoetig in die laenge zu ziehen. am dienstag, also erst vier tage nach dem wirbelsturm war das internet erstmals wieder verfuegbar.

ansonsten haben wir einige pagoden besichtigt, gingen ueber eine mehr als 1 km lange holzbruecke auf stelzen, stiegen treppen, bis wir nicht mehr konnten und haben uns die symphatien der kellner des angeblich besten thailaendischen restaurants in ganz burma verdorben. wieso genau, das blieb uns verborgen. moeglicherweise schaetzen sie unser schweizerkartenspiel nicht so sehr, oder aber der zustupf am ende des abends war zu klein bemessen. wie dem auch sei. david hatte das essen so gut geschmeckt, dass wir uns trotz des unerfreulichen abgangs am ersten abend, zwei tage spaeter nochmals ins lokal wagten. diesmal ohne jasskarten und mit einem mindestens doppelt so grossen zustupf. und siehe da, die symphatien kehrten zurueck. zumindest auesserlich.

Montag, 26. Mai 2008

burma (part IV)

die drei tage, die wir in inle lake verbrachten, schienen vorerst ganz gewoehnlichen tagen auf einer langen reise zu sein. doch wie sich spaeter herausstellte, hatten wir ein riesen glueck am rande einer unsaeglichen tragoedie.

einen ausflug, der sich aus keinem reiseprogramm in inle streichen laesst, ist die eintaegige bootstour auf dem see, der hauptattraktion der region. die longboats werden mit bis zu sechs passagieren gefuellt und auf geht's die schwimmenden gaerten, kloester (mit nicht mehr springenden katzen) und staedte im see besuchen. wir hatten uns schon am tag unserer ankunft entschlossen diesen ausflug zusammen mit patrick und fabian (den urkantoenlern) in angriff zu nehmen. da wir uns jedoch zuerst von den anstrengenden busfahrten erholen wollten, sollte dies erst am zweiten tag unseres aufenthalts in inle geschehen. den erst tag verbrachten wir auf dem fahrrad die umgebung erkundend. dabei erreichten wir ein dorf am seeufer, wo ein junger burmese, unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich uns durch sein dorf fuehrte, alles erklaerte und uns sogar das im gaenzlich traditionellen stil gebaute haus (alles aus holz und auf stelzen, da das haus in der regenzeit im see steht) seiner tante zeigte. besonders beeindruckt hat uns die 'kueche'. eine offene feuerstelle mit steinen umgeben; wir fuehlten uns ins mittelalter zurueckversetzt. die fuehrung wurde schliesslich durch den besuch des dorfeigenen klosters abgerundet, wo wir mit dem verantwortlichen moench plaudern durften und sich die 9 bis 10 jaehrigen novizen wie kleine spielende hunde um uns scharten.

zurueck im hostel erfuhren wir, dass der morgige ausflug aufgrund einer 'schlechwetterfront' moeglicherweise nicht durchgefuehrt werden koennte. vermutlich wuerde es regnen. wir sollen uns aber auf jedenfall um 8 uhr zum fruehstueck einfinden, dort koenne man definitv entscheiden, ob die bootstour moeglich sei. nur vier stunden spaeter fegte nargis im sueden des landes uebers irrawaddy delta hinweg bis nach yangon, und kostete weit ueber 100'000 menschen das leben.

nun sind seit dem 2. mai schon ueber drei wochen vergangen und noch immer ueberkommt mich eine riesen traurigkeit, wenn ich mich an das leid erinnere, das diese stunden ueber burma herein gebracht haben. der schreibfluss beginnt zu stocken und die gefuehle, wie auch die gedanken sind sehr schwer zu beschreiben. ich weiss, dies ist beileibe nicht die erste tragoedie, die die welt heimsucht, doch wenn man so nahe dran war, so loest dies in einem schon ganz andere gefuehle aus, als wenn man zu hause in der warmen stube die schreckensbilder in der tagesschau sieht. verbundenheit, traurigkeit und mein ganzes mitgefuehl sind wohl die treffendsten worte, die ich hier finde.

am samstag morgen standen wir also nichts ahnend auf. zwar war es ein wenig grau und in der nacht hatte es geregnet, doch mehr war nicht zu spueren gewesen. auch unser hostelbetreiber, sagte nur etwas von einem etwas heftigeren sturm in yangon und dass der flughafen moeglicherweise gesperrt sei; was einigen im hostel ganz schoen zusetzte, da sie fuer den naechsten tag fluege in die usa gebucht hatten und deswegen unbedingt nach bangkok und taipei fliegen mussten. haetten sie in dem moment die ausmasse der katastrophe auch nur ansatzweise erahnt, waere ihnen ihr problem wohl beschaemend klein erschienen. sie konnten und durften (die regierung schaffte es, die informationen im land praktisch auf null zu halten und die wenigen zu manipulieren) es jedoch nicht wissen.

in unkenntis des vorgefallenen nahmen wir trotz schwachen regens unseren ausflug in angriff. uns wurde gesagt, morgen sei es wohl kaum besser und spaeter wuerden wir ja bereits in mandaly sein. auch unsere hoffnung auf wetterbesserung wurde schnell zunichte gemacht, um die mittagszeit setzte ein so starker regen ein, wie wir ihn in der schweiz nur von sommergewittern kennen. ein sogenannter platzregen, der aber stunden dauerte... und fuer jene unter uns, die den regenschutz am morgen trotz nachdruck meinerseits fuer gaenzlich unnoetig hielten, war der nachmittag nur noch schwer zu ertragen; die pagoden, die wir bestaunten, ueberfluessig und sogar den jumping cats verging die lust am springen. angeblich sollen sie seit zwei drei monaten krank sein, deren sechs sogar bereits verstorben.

bei der rueckkehr ins hostel wurde bestaetigt, dass der flughafen yangon geschlossen sei. wir erkundigten uns, ob denn jemand zu schaden gekommen sei und es war von moeglicherweise einigen verletzten die rede. die telefonleitungen in yangon waren alle tot. eine kommunikation mit der hauptstadt unmoeglich. am naechsten tag hoerten man sagen, vielleicht 200 tote. aber niemand war beunruhigt, es schien sich um ein kleines unwetter gehandelt zu haben, dass einige unglueckliche das leben gekostet hatte und den flughafen voruebergehend lahm legte.

von den wahren ausmassen der katasprophe erfuhren wir erst zwei tage spaeter in mandaly. die zahl der angeblichen todesopfer stieg von minute zu minute, die einzige informationsquelle das staatliche fernsehen, dass wir mehr schlecht als recht empfingen und zum glueck ein asiatischer informationssender im stile von cnn.

burma (part IV)

und schon geht's weiter mit part IV...

von bagan ging's weiter nach inle lake. einem see, der nahe der thailaendischen grenze und einigen mohnplantagen, auf einem hochplateau gelegen ist. zu meiner erleichterung herrschte hier ein geradezu polares klima; das heisst ich konnte am abend meine turnschuhe ausfuehren, ohne gleich schwitzfuesse zu kriegen. neben dem modischen effekt erzielten diese schuhe auch einen ausgezeichneten schutz gegen die muecken, die in dieser gegend oefter mal mit malaria verseucht sein sollen. auch die landschaft hier war wirklich bezaubernd. tiefgruen dominiert von reisfeldern und schwimmenden tomatenplantagen auf dem see. dazu spaeter jedoch noch mehr.

um von bagan nach inle lake zu gelangen war eine 14 stuendige busfahrt ueber stock und stein unausweichlich, wollten wir unser (oder vielleicht sag ich besser mein) durch die burmafluege mental etwas strapazierte budget nicht noch mehr belasten. festgehalten werden muss zudem, dass wir in den 14 h keineswegs eine strecke von 1000 km zurueckgelegt haben, sondern lediglich zuerich - neuenburg; wenn ueberhaupt. los ging unsere traumreise um 3.30 in der frueh. nachdem wir aufgestanden waren, verdrueckten wir das hart gekochte ei, sowie einige scheiben tost (die diskussion wer wieviele scheiben der uns zugeteilten ration bereits verspeist hatte und wer auf wieviele noch anspruch hatte, liessen wir um diese uhrzeit brav aus) die fuer uns bereitgestellt waren und setzten uns in den burmesischen localbus. schon nach den ersten 100 m wurden wir so stark durchgeruettelt, dass david damit beschaeftigt war, durch gezielte konzentration seinen mageninhalt auf einer gewoehnlichen hoehe zu halten. dies gelang ihm auch ganz gut und nach einiger zeit hatten sich unsere maegen an die herben schlaege, die sie nun konstant einzustecken hatten, gewohnt.

da wir wussten, dass diese strapaze mindestens 14 stunden dauern wuerde, entschied ich mich, mich mit dem ipod in den ohren abzulenken und david setzte seinen zustand auf standby, was ich als leicht bedaemmertes doesen und nicht immer antworten auf meine, ich gebs ja zu, zuweilen etwas muehseligen, wahrnahm. dieser daemmerzustand war schlagartig vorueber, als wir bei einem unserer vielen kurzen stops das ohrenbetaeubende kraehen eines stolzen hahns wahrnahmen. und tatsaechlich, monsieur le coq war mitpassagier, nur wenige reihen vor uns und sass mit seiner haenne im koerbchen unter einem der sitze. dieses huehner gegacker war zweifelsohne eines der highlights auf der strecke und eine letzte aufmunterung bevor's dann bergauf richtung inle ging. die strasse, die sich den berg hinauf windete, war keineswegs besser als die bisherige und auch in keinsterweise zweispurig. nach 14 h hatten wir's dann aber geschafft.

fuer die etwas muehselige busfahrt wurden wir in inle aber allemal entschaedigt. ein super herziges hostel erwartet uns, sowie ein burmesisches gebruederpaar, dass wohl die beste pizza und pasta in ganz asien zu zubereiten weiss (holzofen und pastamaschine inbegriffen). so wurden deren zwei lokale auch stillschweigend zu unseren stammlokalen erkoren, wo wir, und da steigt mir die roete gleich ein wenig ins gesicht, mit zwei schweizern aus den urkantonen, flott drei abenden hintereinander schieber jassten. spass hat's gemacht und wie.

burma (part III)

nun liegt es an mir, denn rest unserer burma reise zu blog zu bringen. ein keineswegs leichtes unterfangen, zumal der david, aus meiner sicht, stilistisch wie auch orthographisch und grammatikalisch einwandfrei textet und mir doch hin und wieder so einige patzer unterlaufen. wie dem auch sei, ich werde euch nun zu ende berichten, und so hoffe ich doch und auch ein wenig zu begeistern vermoegen.

in bagan, ja das war so ne sache. zunaechst muss festgehalten werden, dass wir die reise von yangon nach bagan im flugzeug angetreten haben, da wir ob der vielen horrorgeschichten in punkto burmesischer busfahrten (14 h fuer 220 km) so einiges gehoert hatten und diese deshalb auf einem vernueftigen minimum halten wollten. so entschlossen wir uns also den flieger zu nehmen. zur verfuegung standen drei airlines wovon eine schon wegen ihrer schlechten chronolgie aus dem rennen fiel. nach intensiven internet recherchen und auch einer priese mut entschieden wir uns fuer die yangon airways und mussten feststellen, dass unsere skepsis gaenzlich unnoetig war. die flieger waren in einem tadellosen zustand und auch der pilot lies keine wuensche offen. er gruesste uns froehlich als er ins cockpit ging und beim verlassen des fliegers winkte er uns von demselben herunter auf die fahrbahn. wir beide empfanden diese geste als vertrauen erweckend und waren auch sehr erfreute darueber, als wir ihn wieder als unseren flugkapitaen von mandaly nach yangon begruessen durften.

in bagan angekommen durften wir zunaescht grad mal die ungemeine hitze spueren, die diese region ende april zu bieten hat (40 grad +). trocken zwar, was david erfreute und den schwitzfluss ein wenig stoppte, aber zu heiss um in mir nicht wieder den dampfkochtopfeffekt hervor zu rufen. wir entschieden uns diskussionslos fuer ein AC zimmer; was die gewuenschte abkuehlung brachte, aber leider immer nur fuer ein paar stunden am tag, da die restlichen und das waren die meisten, von stromausfaellen dominiert waren. in diesen stunden blieb uns als einzige abkuehlung die dusche. eine nacht lang wurde sie, um nicht zu uebertreiben, im halbstunden takt genutzt.

aus kultureller sicht hingegen laesst bagan keinerlei wuensche offen und vermocht uns beide in seinen bann zu ziehen. ein deutscher, den wir am strand getroffen hatten meinte, er sei sich vorgekommen wie in einem science fiction film als er zum ersten mal auf eine pagode stieg und rund um sich herum tausende weitere pagoden in den himmel reichen sah. als wir dann ebenfalls unsere erste pagode bestiegen, sah ich diese aussage voll und ganz bestaetigt und irgendwie erinnerte mich das bild, dass sich mir bot an "lord of the rings". auch wenn dort keine einzige pagoden zu sehen ist. science fiction halt.

um die schoensten pagoden betrachten zu koennen und nicht bei 40 grad herumradeln zu muessen, liessen wir uns von einem horsecar herumkutschieren. und weil kulturell, wie schon zuvor einige male erwaehnt, nicht so sehr durchtrainiert, setzte uns dieser lange tag auch ein wenig zu. ich haette mich am naechsten tag mit nichtstun erholen koennen, doch den david den kitzelte es in den fingern und armen. und ich, ich konnte nicht nein sagen. wie wir den tag dann aber zubrachten, diese geschichte sei ihm ueberlassen...

Sonntag, 18. Mai 2008

burma (part II)

nun.
ich war natuerlich ehrlich.
und habe dafuer den preis bezahlt. so sind wir weder kopf ueber mensch bei der naechsten anlegestelle vom kakerlakenschiff gefluechtet (notabene erreichten wir den naechsten stopp eh erst nach weiteren 8 stunden fahrt), noch haben wir auf dem deck unter freiem himmel und koerper an keorper mit anderen passagieren genaechtigt, nein, wir blieben in unserem kabinchen aka die huette und trotzten den tieren, der hitze und dem duft. allerdings erst nachdem ein junger burmese uns freundlicherweise flink und ohne jegliche furcht eines tieres entledigt hatte und wir auch unsere schlaf-matratze etwas genauer untersucht hatten, und, dass' der preis, ich mich um larisa herum gelegt hatte und ihr somit die sichere ecke zuteil wurden. wie ein schutzwall eben. nur, dass dieser ordentlich schwitzte und, er wuerd ja nur zu gerne sagen, das tierchen haett ihn kalt gelassen, doch dem war beileibe nicht so, er die ganze nacht kein auge mehr zu machte. entsprechend gut war die stimmung dann am morgen. doch das ist eine andere geschicht...

nach der schifffahrt gilt es noch eine kurze fahrt von drei stunden ueber stock und stein, also teer und oft auch kein teer zu ueberstehen, vorbei an frisch gerodeten regenwaeldern, einfachsten behausungen und mindestens minderjaehrigen strassenbauerinnen, welche dieser taetigkeit kaum auf freiwilliger basis nachgehen. doch es sind der eindruecke zu vieler, und noch immer sitzt die nicht-nacht im nacken; so sind wir heilfroh, endlich das meer zu erblicken.

und wie wir dieses erblicken; wohl in seiner vollen pracht, gesaeumt von einem breiten weissen sandstrand, palmen und wald, wohin das auge nur blickt, gar eine kleine goldene pagode steht da auf einem einsamen felsbocken im sandmeer. wir sind schlicht ueberwaeltigt. und das schoenste daran: wir sind praktisch die einzigen touristen an dem 15 kilometer langen strand. da baumelt sie nun, die seele, schlaeft tuechtig in der langen nacht, gut geschuetzt hinter einem leider nicht gerade kuehlenden moskitonetz, trollt tagsueber dem strand entlang und erfrischt den dazugehoerigen koerper von zeit zu zeit in dem lauen meerwasser. und obwohl wir nun an einem wahrlich touristischen ort sind, fuehlen wir uns abseits der zivilisation wie selten zuvor. abgesehen von den zumeist bescheidenen und vereinzelt luxurioesen resorts welche die einzige strasse der kueste saeumen, gibt es noch ein kleines dorf gleich anschliessend und, klar, wir sind in burma aka pagodistan, eine grosse goldene pagode beim dorfeingang. die naechste stadt ist mehr als zwei stunden muehsame busfahrt entfernt, kein hafen hier, kein flughafen dort. strom gibts nur selten, am abend fuer einige stunden, internet nur dem vernehmen nach und der fisch, ja, der ist frisch und lecker wie bislang nirgends zuvor.

die tage vergehen im nu, die von indien und den ersten tagen in burma etwas arg strapazierten nerven kommen wieder in form, sind also alles andere als blank, und so machen wir uns ueber yangon auf in die stadt der, wie koennts auch anders sein, wir sind noch immer im gleichen lande, pagoden. ganze 4400 sollen es mal gewesen sein, immerhin 2500 sinds noch immer. kleine, grosse, renovierte, verfallene, hohe, breite; alle moeglichen arten gibts davon, doch alle beherbergen sie mindestens einen buddha. und auch ein paar kakerlaken. genau, bagan nennt es sich, dieses weite feld der pagoden. man kann sie besteigen und bestaunen, ablichten und anbeten, doch dazwischen, da kann man auch ganz andere sachen tun.
doch davon spaeter mehr.

die liste (part I)

wieso nicht auch mal eine liste mit ein paar sehr wichtigen details posten?
na bitte:

- teurste uebernachtung bislang > bukit saban resort (sarawak, malaysia) 103 ringit (34 chf). und das, obwohls abseits wie sonst was war...

- billigste uebernachtung bislang > seventh heaven (pushkar, india) 300 rupien (7.50 chf). und das im schoensten hotel pushkars.

- zwischenstand in unserem laender-jass-turnier:
indien > larisa 14:11 david
burma > larisa 53:59 david
1 zu 1 also. wir bleiben dran.

- am 6. april holt sich david in jaipur, indien, den sogenannten zweiten preis (schlicht und einfach durchfall). und erst wochen spaeter, naemlich am 9. mai dann doch auch noch den ersten preis (also die steigerung des zweiten, versteht sich...).

- die laengste reise am stueck dauerte 18 stunden. und fuehrte auf dem schiff durchs irrawady-delta in burma. genau 150 kilometer weit.

- der beste dialog >
(mathieu will an der reception nach leim fragen, da seine eben erst gekauften flipflops bereits auseinander zu fallen drohen.)
"have you got some glue by any chance?"
"ahm, chance?"
"no. glue. have you got some glue?"
"ah, super glue?"
"yes. do you have some?"
"ah, no."

- das billigste essen > ein gekochter maiskolben in burma. fuer 15 chats (1,5 rappen).

- die beste pasta > im starflower in nyaungshwe, inle lake (burma). hausgemacht und mit viel liebe praesentiert und erklaert.

- die gefaehrlichste fahrt > mit dem bus von johdpur nach udaipur in sieben stunden, ueber berg und stein, mit dem wohl risikofreudigsten fahrer von ganz rajasthan. sind dabei mindestens 3 sichere und ein paar duzend halb-tode gestorben.

- die freundlichsten leute > trifft man eindeutig in burma. der armut zum trotz, vielleicht auch wegen, doch deren herzlichkeit ist unuebertroffen.

- und, unglaublich, aber wahr, die laengste zeitdauer, in welcher wir (larisa und david) in den ersten 6 wochen voneinander getrennt waren > 2 stunden. ich musste einfach wieder mal fuer eine gute weile ins internet, ich gebs ja zu...

Samstag, 17. Mai 2008

burma (part I)

burma.
klingt mindestens so faszinierend und abenteuerlich wie sumatra, borneo oder auch sulawesi. ein bislang weisser fleck auf unserer landkarte, etwas koloriert durch vorgaengig vernommene und gelesene geschichten und artikel ueber land und vorallem leute. es sei nicht ganz einfach zu bereisen, das land, wegen der schlecht unterhaltenen strassen und verkehrsmittel oder ganz allgemein, weil die armut gross und der lebensstandard sehr bescheiden. auch sei die kommunikation nach aussen hin schwierig, das internet langsam und ein anruf nach europa koste ein halbes vermoegen (fuer uns, wohl ein ganzes fuer einen burmesen). und ausserdem, nicht zu vergessen, lasse zuweilen auch das militaer seine muskeln spielen und den gemeinen touristen in seine schranken weisen.

doch es kommt alles anders, vorerst.
wir sind im landeanflug auf ranguns internationalen flughafen, sehen dabei fluesse, strassen und haeuser, autos und schiffe. wie es sich gehoert, eben. der flughafen ist klotzig, waere gerne prunkvoll, doch er erziehlt damit und mit den klimatisierten und auf hochglanz geputzten empfangshallen den gewuenschten effekt. wir scheinen in einem reichen und entwickelten land zu landen und sind schon fast ein wenig enttaeuscht. die immigration dame empfaengt uns mit einem laecheln und kein rucksack wird auf laptops, kameras und spionagegeraete hin kontrolliert; das gepaeckband dreht seine kreise, wir schnappen uns die taschen und da stehen wir nun. im land der birmanen. und weiteren 150 ethnien.
dass der flughafen nicht den standard des landes, sondern vielmehr letzteren komensieren soll, wird uns dann jedoch schon bald vor augen gefuehrt. bereits einige kilometer ausserhalb ranguns werden die haeuser vornehmlich aus holz gebaut und mit blech oder, noch etwas weiter von der hauptstadt entfernt, mit schilf gedeckt. waehrend die maenner traditionellerweise roecke, sogenannte longis, tragen und dieser tradition auch in den 'modernen' staedten nachkommen, schminken sich die damen mit dem pulver einer getrockneten und zerriebenen baumrinde. die bemalungen erinnern an bruno manser zu seinen besten zeiten und sollen die haut vor der sonne schuetzen und natuerlich jung halten. erstaunlicherweise haben die burmesinnen tatsaechlich durchwegs gute und straffe haut, auch in hoeherem alter. vichy und nivea haben also noch potential, auch gut.

bei der einreise haben wir von ein paar expats vernommen, dass burma neben all den kulturellen staetten auch wunderschoene straende zu bieten hat. wir, die kulturell etwas, ahm, verwoehnten, lassen diese worte auf uns wirken, jeder fuer sich und ohne dem gegenueber etwas anmerken zu lassen, versteht sich. man will den ueberdruss an tempeln, pagoden und sonstigen sehenswuerdigkeiten ja nicht grad an die grosse glocke haengen, doch bei der reiseplanung dann kommte es geschwind zu tage. und auch die frage nach dem 'am anfang oder am schluss?' klaeren wir binnen sekunden. wir wollen ihn, den langen weissen strand, mit all seinen palmen und einfachen holzbungalows.

ngwe hsaung solls sein, einer der drei touristisch erschlossenen straende, im suedwesten des riesigen landes. um die anreise dann doch noch etwas abenteuerlich zu gestalten, verzichten wir auf die 6 stunden kurze busfahrt ans meer und beschliessen mit dem schiff nach pathein zu schippern und dann dort auf den rollenden untersatz zu wechseln. und wir werden nicht enttaeuscht. zumindest in sachen physischer, wie auch psychischer herausforderung. die 18 stunden flussfahrt werden zu dem ereignis, welches wir wochen danach einstimmig zur groessten herausforderung der ganzen reise kueren. auch wenn wir uns die beste klasse leisten und dafuer sage und schreibe 42$ pro person hinblaettern (also mehr als ein durchschnittliches monatseinkommen eines burmesen), kriegen wir nichts weiter als eine hundehuette. inklusive deftigem und auch bei voller fahrt und geoffneter tuer nach stunden noch fuer unsere feinen riecher wahrnehmbarem duft. gestank, ok. durian, uebergebenes, verfaulte fruechte und vielleicht noch etwas abgestandener rauch dazu, doch wir sind ja seit indien so einiges gewoehnt und auch larisa scheint ihrer etwas blassen gesichtsfarbe zum trotz noch wohlgemut. und, ich staune und ziehe meine muetze, die ich nimmer trage, gar die kleinen wuermer in den fried noodles werden von ihr tapfer ignoriert; diese zur seite und der naechste happen in den hungrigen mund geschoben. die hitze jedoch setzt uns zu, und auch bei nacht will sie nicht nachlassen. wir richten uns auf einem matraetzchen ein, zu zweit, so koennen wir den tisch-ventilator optimal nutzen und uns wenigstens von den gefuehlten 45 grad auf normale koerpertemperatur abkuehlen. dumm nur, wenn das schiff wieder irgendwo anlegt, die motoren und damit die stromversorgung fuer ewig dauernde minuten ausfaellt und der gestank in der huette wegen dem mangelnden fahrtwindes wieder unertraeglich wird.

die kroenung dann gegen mitternacht, als larisa zur toilette geht, und ich im halbschlaf und -dunkel etwas durch die huette huschen zu sehen mein. es ist ordentlich gross und geschwind und ebenso bin ich hellwach. da ist sie wieder, die kakerlake. mindestens 10 cm, auch ohne die obligatorischen paar zentimeter uebertreibung, und mir wird anders. doch da ist sie auch schon wieder weg und ich tu's als dummer zufall ab; bestimmt war's ein einzelfall, das tier ist nun schon wieder in der kombuese oder beim nachbarn, durch die dem rost zuzuschreibenden loecher in den waenden, allemal kein ding der unmoeglichkeit. und doch behalt ich sie auf, die augen, will noch eine wachsame sicherheitsminute einlegen und das treiben in unserer huette beobachten. und da, tatsaechlich, verdammt, es vergeht keine minute und das naechste riesending macht sich auf den weg durch unsere kabine, zu allem ueberdruss hin eben nicht einmal durch, sondern nur in und dann direkt ueber die freie matraze hinters bett. mir wird noch etwas anders. und springe in einem satz aus der kabine. wieder halb bei sinnen erkenn ich die weitreichenden folgen, welche diese grossen kleinen tierchen provozieren koennen. in wenigen momenten wird larisa zurueckkehren. und sie mag wohl den gestank und die maden geschluckt, oder eben nicht geschluckt haben, aber diese kakerlaken werden auch ihr den rest geben. und dann droht ein schlafen auf dem deck, ein gar nicht schlafen auf deck, oder gar ein aussteigen sofort. und allen tieren zum trotz ist mein verlangen nach ruhe und etwas schlaf gross.

und da kommt sie bereits, ein notfallplan muss her; nichts sagen und cool tun also. sie mag die blassheit in meinem antlitz der muedigkeit zuschreiben, doch bei meinem kurzen zusammenzucken, als sie in die kabine steigt, wird auch sie stutzig. wieso der wohl nun auf einmal draussen sitzt? und kein wort sagt, nur seltsam dreinschaut? nun, ebendieser schweigt, weil er sich gerade ueberlegt, ob er seine geliebte dame denn einfach so ins unglueck stuerzen bzw. liegen lassen darf, oder, um eventuell noch schlimmeres zu verhindern, nun ein beherztes eingreifen angesagt waere...

die fortsetzung folgt. ehrlich.

Donnerstag, 15. Mai 2008

hongkong 9. 5. 08 - 16.5.08

nach unserer bewegten myanmar-reise ging's fuer mich weiter nach hongkong wo ich petra traf. sie weilt seit januar in dieser pulsierenden metropole asiens, um uns schweizer im zur zeit wenig florierenden bankenwesen zu unterstuetzen.

auf der einen seite konnte ich es kaum erwarten wieder boden zu beruehren, wo ich mir nicht gedanken ueber verseuchtes trinkwasser machen musste und auch mal wieder rund um die uhr strom hatte. doch im selben atemzug kommt man sich unglaublich schaebig vor, sich auf den luxus zu freuen, waehrend man millionen menschen hinter sich im elend laesst...und so war mein besuch in hongkong dann auch etwas ambivalent, immer begleitet von meinen erinnerungen an myanmar.

losgeloest von diesen gefuehlen kann ich hongkong jedoch nur in hoechsten toenen loben. eine wirklich wunscherschoene weltstadt, in welcher man vergisst in china zu sein. ich hatte mir hongkong viel dreckiger und hektischer vorgestellt und die chinesen viel unfreundlicher. das gegenteil ist eingetroffen. keine metro in europa ist so sauber wie hier und die chinesen sind entgegen aller vorurteil unglaublich freundlich und hilfsbereit.

die woche verging wie im fluge. petra hatte jeden tag programm fuer mich und so kam ich auch in den genuss die stadt von ganz verschiedenen seiten zu erleben. so waren wir auf einer kleinen insel, am strand, beim pferderennen und natuerlich auch beim shoppen.

morgen geht's nun weiter nach malaysia, wo wir uns auf perhentian island vergnuegen werden. ich sag also china vorlaeufig mal aufwiedersehen und verabschiede mich auch wieder von oma's gemuesegarten, von dem ich hier reichlich gezerrt habe und nun leider wieder darauf verzichten muss :-(

Mittwoch, 14. Mai 2008

bangkok 18.4.08 - 19.04.08

die nacht im flieger von dehli nach bangkok haben wir, so ich denke ich zumindest, sehr unterschiedlich erlebt. waehrend ich geschlagene fuenf stunden durchschlief, bekundete der david so einige muehe mit der nachtruhe und folglich war die stimmung am fruehen morgen in bangkok auch nicht uebermaessig euphorisch. die destination "kao-san-road", ein umstrittenes thema unter den reiseteilnehmer, sorgte dann fuer den definitiven tiefpunkt des stimmungsbarometers.

nachdem wir aber ein ac zimmer und der david den schlaf gefunden hatte, konnte wir die rueckkehr in die zivilisation richtiggehend geniessen und waren geradezu erstaunt auf der strasse keine kuehe mehr anzutreffen...

Dienstag, 13. Mai 2008

udaipur 15.4.08-17.04.08

auszug aus unserem reisetagebuch:

"immerhin hatte der lake piccola, das herzstueck udaipurs noch etwas wasser und somit vermochte die stadt denn auch ziemlich zu verzaubern. mit lake palace, jag mandir und dem gewaltigen stadtpalast am seeufer. kulturell jedoch wollten wir die stadt wiedermal sachte angehen und machten nur am letzten tag einen ausflug zum 5km entfernten monsoontempel, welcher fuer die maharadjas gebaut, dann jedoch nie bewohnt wurde, weil es nicht gelang wasser auf diese hoehe zu pumpen. treffen einen interessanten aelteren herrn, der eine neue universitaet in udaipur aufbaut und aus schweden stammt. er meint wir haetten indien vor 35 jahren sehen sollen... ja, das sagen wir unseren kindern dann auch mal.

ansonsten gab's so manches essen auf dachterrassenrestaurants, kleine shoppingabenteuer und gar eine kleine massage fuer das verspannte weibliche reisegefaehrtchen.

Larisa ekelt indien langsam an und ich erinnere mich an meine erste reise durch rajasthan; mir ging's genauso."

und so ging unsere indienreise in udaipur zu ende, wo wir das flugzeug richtung dehli bestiegen. es bleibt zu sagen, dass indien zweifelsohne ein wunderschoenes und faszinierendes land ist, seinem besucher jedoch auch sehr viel abfordert und so freuten wir uns auf etwas mehr zivilisation in bangkok, zumindest fuer einen tag.

jodpur 13.4.08-15.4.08

jaisalmer verliessen wir um fuenf uhr in der frueh um richtung jodpur aufzubrechen. ich freute mich sehr, da ich der hitze nicht richtig gewachsen schien. die letzte nacht war mehr als muehsam. ich schien kein grad abzukuehlen, bedeckte mich mit nassen tuechern und wir sinierten darueber, ob ich wohl an einem hitzestau leiden wuerde. auch die frage der venitilatorstaerke war omnipraesent. ich haette alles dafuer gegeben den ventilator zum abheben zu bringen, doch der arme david fuerchtete um sein leben, da die haengevorrichtung doch so einige zweifel an der sicherheit hervorbrachte und nicht zuletzt war der gute tuechtige ventilator auch nicht ganz geraeuschlos. der kompromiss: stufe drei von fuenf.

die busfahrt nach jodpur verlief reibungslos. mit etwas abstand betrachtet, war dies die indische busfahrt deluxe. ich fuehlte mich jedoch zusehends schlechter. mich schmerzte der ganze koerper und irgendwann musste ich dann einsehen, dass es wohl weder mit dem bewegten kamelritt noch mit der hitze zusammenhing. irgendwo hatte ich ihn aufgelesen den indischen kaefer. klammheimlich hatte er sich eingenistet und verursachte nun fuer einige tage fieber und gliederschmerzen. um den patienten nicht in allzu primitiven verhaeltnissen kurrieren zu lassen haben wir uns dann in jodpur ein etwas komfortableres hotel geleistet. der arme david glich einer ameise, die alles in den bau schleppt. trinkwasser, fried rice, armreifchen und einiges mehr was das herz eines weiblichen patienten halt so begehrt. nach einem kulturell wie auch finanziell sehr lehrreichen arztbesuch, ging's dann langsam auch wieder bergauf. mann stelle sich vor, das taxi zum arzt kostet uns knapp drei schweizer franken, die arztkosten beliefen sich auf satte 100 rappen. weiter interessant war der einsatz des thermometers. der arzt streckte mir also diese kleinen quecksilber instrument entgegen und ich dachte, bloss nicht in den mund damit. also klemmte ich's mir unter den arm. mit dem messresulat unzufrieden forderte mich der arzt auf doch bitte die fieber noch im mund zu messen. ich hoffte innigst, dass das gute alte stengelchen desinfiziert wuerde, doch ob es so war, das blieb uns verborgen. als der arzt mich dann aber fragte, ob diese flasche neben mir mein wasser sei, ich bejahte und er damit das thermometer spuelte, kamen mir bezueglich des desinfizieren doch so einige zweifel. der langen rede kurzer sinn. ich hab's ohne nachwehen ueberstanden, doch im falle einer etwas ernsthafteren erkrankung moechte man lieber nicht in indien weilen. eine ausnahme bilden wohl die privaten, hochstehenden kliniken in dehli oder mumbai.

nach zwei langen tagen im hotelzimmer erreichten wir dann zum glueck aber doch noch das fort. diese imposante festung, die ueber jodpur trohnt ist wunderschoen und um unser kulturdefizit der letzten tage oder auch wochen (ganz so fleissig waren wir nicht) aufzuholen haben wir dann auch ganz brav die ganze audiotour mitgemacht.

am nachmittag traten wir unsere letzte busreise nach udaipur an. von deluxe war hier jedoch nichts mehr zuspueren. himmelfahrtskommando ist hier das passendere wort. wer noch nie in indien im bus unterwegs war, wird muehe haben sich einen solchen fahrstil ueberhaupt vorstellen zu koennen und wer die indischen busfahrten kennt, der stelle sich das schlimmste ueberholmanoever eines indischen busfahrers vor, repete, und das sieben stunden lang... nach den kurzen pinkelpausen war's jeweils noch gravierender, und so fragten wir uns, was dieser idiot wohl konsumierte, um eine solche fahraggression an den tag legen zu koennen. die ankunft in udaipur war eine unserer groessten erleichterungen und wir waren beide froh, dass dies vorerst unsere letzte busreise in indien war.