Donnerstag, 10. April 2008

agra

nun also finden wir wieder einmal zeit, muse und vorallem auch raum, um unseren blog aufzufrischen. bei 37 grad celsius und 360 grad indern gar nicht mal so ein leichtes unterfangen.
nach unserem kurzen und relativ sanften einstieg in delhi, machen wir uns auf nach agra. (ja, die zeiten aendern, auch in indien; wer haette gedacht, dass man ein zugticket ohne hektik und deftigen aufschlag an einem eigens dafuer erschaffenen touristenschalter kaufen koennte? oder vielleicht gab's das seit je her, nur hat's der david bislang nie zu einem solchen geschafft, dank an die unzaehligen schlepper, verkaeufer, trickser und dergleichen. auch gut moeglich.) die stadt des taj mahal ist neben diesem baulichen wunder auch bekannt fuer seine hinterlistigen und vor nichts zurueckschreckenden touristenjaeger. so wurden zuhauf ebenso ahnungslose wie hungrige reisende mit vergiftetem essen bei der stange, oder eben nahe der kloschuessel gehalten, um diese dann durch den 'zufaelligerweise' anwesenden arzt behandeln zu lassen. doch weder dieser, noch die klinik, in welche der patient spaeter gefahren wird, zeigt ein interesse daran, den patienten gesunden zu lassen. und so addiert sich die kontraproduktive pflege zu einem ordentlichen, fuer indische verhaeltnisse koeniglichen suemmchen, welches am ende des unfreiwilligen aufenthalts auch bezahlt werden will. nichtsdestotrotz wagen wir uns also todesmutig in die von smog umhuellte und all dem dreck enstellte stadt, essen gar einen biriani reis, die reiseapotheke zur hand, versteht sich, und jede vorbeifahrende ambulanz (klingt doof, doch ambulaenzchen waere treffender) wird argwoehnisch betrachtet, uebernachten nur einen steinwurf vom taj entfernt und sichern uns damit die pole position fuer den run auf das taj im lichte der ersten sonnenstrahlen. und tatsaechlich, um 5:30 klingelt er nicht nur, der wecker, er vermag uns gar aus dem schlafe und dem etwas gar duenn bematrazten bette zu reissen. wir glauben es kaum, es hat geregnet, gestuermt, in der nacht und wir vernehmen die kunde, dass es ihm wenig entfernten delhi gar nur 6 grad war. ein kurzer und mitleidiger gedanke an all die armen obdachlosen, welche bei diesen temperaturen auf trottoirs und aehlichem uebernachten, wird durch die anmut des angeblich groessten und praechtisten liebesbeweises der welt verdraengt. und auch wenn die sonne nicht so recht mitspielt und sich auch schon um 6 in der frueh hunderte touristen um das bauwerk scharen, so ist dessen anblick den abstecher nach agra allemal wert. genau wie im bilderbuch, mit seinen vier tuermen, welche die innere umrandung markieren, mit seinem mal weissen, mal blauelich erscheinenden marmorkuppeln und, wir staunen, gar der sonst so typsich indische duftmix aus raeucherstaebchen, sweets, kuh und anderen exkrementen bleibt uns erspart.

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