in pushkar von der gemuetlichkeit eingeholt, haetten wir beinahe vergessen wieder abzureisen. so kam es dann auch, dass wir uns erst um drei uhr nachmittags entschieden weiterzureisen, wohin es genau gehen sollte, das wuerde die zeit bestimmen. nachdem wir den morgen damit verbracht hatten unsere unnoetigen kilos (ja ja, wir hatten zu viel gepaeck dabei und konnten den vielen souvenirs kaum wiederstehen) loszuwerden, traten wir schliesslich um vier uhr die weiterreise an. die busse standen immer bereit als wir kamen und so haette jeder denken koennen, diese reise sei bis ins feinste detail geplant gewesen. es lief alles so sehr wie am schnuerchen, dass wir sogar muehelos in jodpur den nachtzug nach jaisalmer erwischten oder zumindest zu erwischen glaubten. wir waren also voller lobes fuer unsere kuehnheit beinahe schon verwegenheit, in den nachtzug nach jaisalmer gestiegen. haben es uns in unserem abteil mit weiteren sechs indern bequem gemacht und nachdem sich der david seine zaehnchen geputzt hatte, wagte auch ich den gang in den zugkorridor. und da stand ich nun so, mit der zahnbuerste im mund, zufrieden, dass wir keinen strich zu viel planungsarbeit geleistet hatten, als der david mit weit aufgerissenen augen und wild gestikulierend erschien. dies sei der zug nach jaipur (also zurueck in die falsche richtung) und wir muessten unbedingt sofort aussteigen. er war schon dabei an der tuere zu riegeln und ich, ich verstand gar nichts mehr. zuerst dachte ich, es sei ein wohl etwas fehlgegangener scherz. doch als sich diese augen kein bisschen verkleinerten und die haende damit beschaeftigt waren die tuere des fahrenden zuges zu oeffnen begriff auch ich, dass es ihm wohl ernst damit war. nur. wo bitte schoen sollten wir aussteigen? ich hatte mich schon gesehen, wie ich aus dem fahrenden zug springe und irgendwo in einem vorort von jodpur, mit gepaeck am ruecken die gleise ueberquere. als dann auch noch ein inder mit meinem rucksach erschien und ebenfalls sehr darauf bestand, dass wir aussteigen, oeffnete sich die tuer und mir fiel ein stein vom herzen. ein bahnsteig war da und ein munzig kleiner bahnhof. wir waren so froh, nicht auf die geleise hinaus treten zu muessen, dass wir ausstiegen ohne zu wissen wo. der inder versicherte uns jedoch noch, dass hier in nur fuenf minuten unser zug nach jaisalmer vorbeifahren wuerde und unser missgeschick so, in wenigen minuten vergessen waere. leider wird man in indien sehr schnell misstrauisch und so wussten wir nicht recht, ob wir diesem rat nun wirklich haetten folgen duerfen. doch tatsaechlich ging es nicht mehr lange und der zug nach jaisalmer fuhr ein. die kuehnheit wich nun einer leichten verlegenheit. zum glueck hatten wir die selbstironie nicht verloren.
Freitag, 18. April 2008
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