Samstag, 31. Mai 2008

pulau perhentian & kuala lumpur (16.5.08 - 27.05.08)

nach einer woche im luxus und warmem badewasser verschlug es mich wieder in etwas spartanischere gefielde. pulau perhentian liegt nahe der nordoestlichen malayischen festlandkueste und bietet alles, oder fast alles, was die sonnen -und badehungrigen herzen seiner besucher begehren. wunderschoene weisse sandstraende, tuerkisblaues warmes wasser, sonnenschein und jede menge faszinierender tiere.

entgegen unserer ersten befuerchtungen fiel es petra und mir also keineswegs schwer unsere sechs tage auf dieser insel rumzubringen. am ersten morgen wurden wir gleich von einer riesen echse ( ca. 1 m) ueberrascht und nur wenige stunden spaeter kam auch schon der erste affe zu besuch. die tage verbrachten wir mit sonnenbaden, wasserbaden, schnorcheln und einer nicht zu vernachlaessigenden mehrstuendigen wanderung durch das dschungeldickicht der insel. um keinen falschen anschein entstehen zu lassen oder gar mit unserem mut und durchhaltevermoegen zu prahlen, muss praezisiert werden, dass die wanderung wohl kaum mehr als 120 minunten gedauter hat und wir diese auch nur unter schutzaufsicht einer super netten deutschen familie in angriff genommen haben. doch selbst so hat es uns einiges abgefordert. geschwitzt habe ich in meinem leben noch nie in einem solchen ausmass, noch nicht mal in der sauna und die riesen spinnen, ameisen und tausendfuesser die den weg saeumten haben auch schwer an meinen nerven gezerrt. petras tiefpunkt war beim durchqueren eines grasdschungels, der unsere koerpergroesse bei weitem ueberragte, wohl auch erreicht, da sie sich von allen seiten von schlangen und sonstigen lustigen getierchen befallen sah. doch nichts aussergewoehnliches geschah und ausser einigen uebel juckenden mueckenstichen nahmen wir nichts weiter mit zurueck.

und waehrend sich auf der insel so manches tier heimisch fuehlt, so gilt dies nicht minder fuer die gewaesser, die diese umgeben. man kann gemuetlich vom strand ins wasser spazieren, 50 m hinauspadeln und hai sowie riesenmeeresschildkroeten beobachten. jawohl, da bin ich maechtig stolz drauf, ich bin mit haien geschwommen ohne das meer mit noch mehr fluessigkeiten zu belasten. es war ein unbeschreibliches gefuehl. ich, die die hoffnung auf einen hai, spaetestens nach der 10 minuetigen hyperfentilation und anschliessendem tauchkarriereabbruch laengst begraben hatte (das tauchen war noch nie so richtig meine staerke und beschraenkte sich daher auf vier tauchgaenge fuer's openwater und diesen einen, vier jahre spaeter... :-)). nicht ganz so begeistert von den der kueste doch sehr nahen haien war petra und so begnuegte sie sich mit den nicht minder beeindruckenden schildkroeten. diese hatten ihr plaetzchen fern der hai und waren jeden abend beim grasen im 2-3 m tiefen wasser vor der kueste zu beobachten. sie liessen sich ob der menschlichen beobachter keineswegs aus der ruhe bringen und so konnten wir auch immer wieder sehen, wie diese riesigen tiere nur wenige meter neben uns an die wasser oberflaeche schwammen um nach luft zu schnappen. momente, die mit sicherheit nie mehr vergessen gehen... ein dankeschoen an betina, ebi und tim, die uns in diese faszinierende unterwasserwelt eingefuehrt haben und mich beim hai schnorcheln stets begleiteten, denn allein, haette ich mich wohl nicht ganz getraut...

von pulau perhentian ging's weiter nach kuala lumpur. fuer diese reise trennten sich petra's und mein weg kurze zeit. waehrend petra flog, bestieg ich am fruehen naechsten morgen den dschungel-zug. die nacht zuvor, meine erste allein auf reisen, verbrachte ich in der bis anhin uebelsten absteige. mein kaemmerchen sah derart heruntergekommen aus, ueberall blutflecken totgeschlagenen getieren an den waenden, dass ich meiner matraze keineswegs ueber den weg traute und mir allerhand graeuslicher kaefer in deren innenleben vorstellte. ich erinnerte mich an eines unserer gespraeche vor der abreise im berner mattenquartier, wonach man, wenn man eine matrazte fuer laengere zeit an die sonne legt, deren tierchen beim sonnenbaden beobachten kann. sprich, spueren die bedbugs waerme, so kommen sie an die matrazen oberflaeche, gell beat ;-). ich wollte mir unter den harten travellern natuerlich keine bloesse geben und so fiel die variante 'in die sonne legen' von vornherein ausser betracht. uebrig blieb somit nur, drauflegen und hoffen dass dich kein solches biestchen sticht. um aber nicht mitten in der nacht aufzuwachen und festzustellen, dass sich meine befuerchtungen bewahrheitet haben, lag ich die matratze am nachmittag so zusagen test. als sich nach eineinhalbstunden testliegen noch kein juckreiz bemerkbar gemacht hatte, beschloss ich die matraze bedbugs-free zu erklaeren; mit erfolg. und so ging's am naechsten morgen ausgeschlafen mit dem zug durch den dschungel und nach kuala lumpur.

petra, die ihre letzten ferientag verstaendlicherweise nicht mit matrazten-test-liegen verbringen wollte erwartete mich, um es moderat auszudruecken, in einem etwas edleren quartier. ich konnte mein glueck gar nicht fassen, als ich mich nach 14 h zugfahrt unter die warme, ja fast heisse dusche stellen konnte und mich spaeter mit einer daunendecke zudeckte; vom fruehstueck und der aussicht ganz zu schweigen. nach zwei naechten in himmlischen hotelverhaeltnissen war dann aber fertig lustig. petra's ferien und mein geburtstagsgeschenk (danke nomol ganz fescht petra!!!) hatten sich leider dem ende zugeneigt und so verabschiedeten wir uns am sonntag nachmittag dann auch schon wieder. mir blieben noch zwei weitere tage in kuala lumpur, die ich groessten teils mit betina, ebi und tim sowie umgeben von ac und fastfood (auch das musste mal wieder sein) verbrachte und mich ganz ganz fest auf david freute :-).

burma (part VI)

nun sind seit unserem besuch in burma doch schon einige wochen vergangen. die bilder und ereignisse jedoch leben in unseren koepfen, als ob erst wenige tage verstrichen waeren. einerseits ist dafuer bestimmt das land und seine leute verantwortlich. aber es war wohl vorallem auch der zyklon nargis, der nicht nur vielen menschen das dach ueber dem kopf, ihr ganzes hab und gut, oder gar das leben raubte, sondern der weltgemeinschaft einmal mehr und diesmal hoffentlich unbestreitbar vorfuehrte, wie skrupellos und menschenunwuerdig die burmesische regierung in ihrem land waltet.

wir beide getrauen uns kaum mit jemandem darueber zu sprechen. wen interessiert schon, was wir erlebt haben, mit all unseren sinnen aufgenommen und nun in der wenigkeit der worte auszudruecken versuchen. und es ist ja auch nicht so, dass wir die toten in den baeumen haengen gesehen haben, nachdem sich das wasser allmaehlich zurueckgezogen hat. auch waren wir nicht zugegen, als der sturm ueber die zumeist nur mit stroh gedeckten und erbaermlich befestigten huetten auf dem delta hinweg gezogen ist. aber wir sind durch strassen in yangon gegangen, in welcher kein baum und keine stromleitung ungeknickt war. wir haben die stimmung in der 5 millionenstadt erlebt, in welcher wohl ein jeder einwohner um das wohl und leben eines verwandten oder anderweitig geliebten bangte. in der die lichter auch bei nacht nicht angingen, kaum mehr trinkbares wasser vorhanden war, der preis fuer abgefuelltes wasser dafuer aufs zehnfache schnellte und das militaer mit bescheidensten mitteln und in beschaulichem tempo versuchte, die pulsadern der stadt, ihre strassen eben, ihrer hindernisse zu entledigen.

es sind nur einige tage vergangen, dass wir auf dem wasserweg durch das irrawaddy-delta gekurvt sind (burma, part I), bevor der sturm gekommen ist. vorbei an doerfern, welche mittelalterlich, zuweilen gar voreisenzeitlich scheinen. da pfluegen aus holz gezimmerte und von ochsen gezogene rechen den fruchtbaren boden, halbierte baumstaemme dienen als einfache bruecken und alsbald es eindunkelt breitet sich der rauch der koch- und feuerstellen ueber das land aus. jahrzehnte, wenn nicht gar jahrhunderte liegen zwischen diesem und unserem leben. da gibts kein strom, kein fliessend wasser, kein maschinelle verarbeitung; ein paar dutzend landarbeiter holen die ernte ein, tragen sie auf dem ruecken und in grossen saecken ins dorf und dort wird die ware von hand weiterverarbeitet. die huettchen der bewohner sind aus holz, teils mit wellblech, teils gar nur mit schilf gedeckt. unter diesen daechern findet sich nicht viel mehr als eine matte, welche als matraze dient, und die lebenswichtigsten utensilien a la kochtopf, streichhoelzern und einem wasserkanister.

und dann das. die rede ist von einem staerkeren sturm, die offiziellen stellen sprechen von zu erwartenden 60-100 km/h winden und am tag selbst schliessen die geschaefte etwas frueher als gewoehnlich. man nimmt, sofern man ueberhaupt davon vernimmt (man denke an all die abgeschiedenen doerfer), den aufkommenden sturm zur kenntnis, doch unterschaetzt ihn gewaltig. die nacht bricht an und der zyklon zieht mit voller wucht ueber das flache und relativ dicht besiedelte land hinweg. mit windgeschwindigkeiten bis zu 180 km/h und einer 3 meter hohen flutwelle. die folgen werden erst tage danach publik. nur sehr spaerlich gelangen die informationen ans licht. noch zwei tage nach dem sturm war die rede von nur 200 toten und einigen verletzten, das offizielle fernsehen beliess es bei bildern von geknickten baeumen bleiben. doch der schaden war zu gewaltig, als dass man ihn haette verschweigen koennen. bald schon sprach man von 10'000 toten und einem vielfachen an vermissten. doch nachdem man die route des hurricans und die bilder in den auslaendischen fernsehsendern gesehen hatte, war allen klar, dass dies nur ein geringer prozentsatz des wirklichen ausmasses abbilden wuerde...

was ist wohl geschehen mit vincent, dem jungen begleiter auf unserer bootsfahrt durch das delta. der in myaumya, einer vom hurrican verwuesteten stadt, wieder zur schule musste und sich deshalb die kabine neben uns mit weiteren schulkameraden teilte. oder mit norman, dem manager unseres strand-resorts, der naechstes jahr in einem anderen hotel arbeiten wollte, in welchem er fortan 50 dollar im monat anstelle der jetzigen 30 verdienen wuerde. und wie geht es der hochschwangeren kellnerin, welche uns mit stolzem bauch und einem herzlichen lachen das fruehstueck servierte?

nun gibt es wohl immer wieder katastrophen von diesem ausmass. und vornehmlich auch in gebieten, in welchen die leute in armut leben. nur knapp 10 tage spaeter bebt die erde in china und begraebt etwa aehnlich viele menschen unter sich. aber es gibt doch einen gewaltigen unterschied; in burma kuemmert sich keine regierung um das schicksal der menschen. china mag keine demokratie nach unserem verstaendnis sein, und mit sicherheit haben die bevorstehenden spiele in peking auch ihren einfluss auf das verhalten der politischen fuehrung, doch da wird das militaer aufgeboten, um den menschen zu helfen. sie werden evakuiert, versorgt und behandelt. und wenn die eigenen kraefte nicht ausreichen, so wird gar die angebotene humanitaere hilfe vom frueheren erzfeind japan akzeptiert.

in burma ist die situation anders. wahrlich schockierend. man mag sich das verhalten machthungriger herrscher vorstellen koennen und fuer diesen hunger gar bis zu einem gewissen grade verstaendnis aufbringen, doch die junta in burma schlaegt in dieser beziehung alles. vorweg nur ein paar anekdoten zum fuehrungsstil des burmesischen generals:

- bis vor wenigen jahren gab es fuer auslaender nur ein 24 stunden visa.
- um der vergangenheit der britischen kolonie zu trotzen, wurde ueber nacht beschlossen, die fahrtrichtung des strassenverkehrs zu aendern. so sind nun nahezu alle fahrzeuge fuer den linksverkehr gebaut (steuer rechts), doch der verkehr rollt rechts. nicht unbedingt der sicherheit dienlich, wenn man erst die halbe breite des wagens in die strassenmitte fahren muss, um sich zu vergewissern, dass ein ueberholen moeglich ist.
- es gibt genau ein handy-netz. natuerlich ein staatliches. eine sim karte dafuer kostet sage und schreibe 1000 dollar (bei einem durchschnittsverdienst von 30 dollar/monat). damit wird sichergestellt, dass die masse keinen zugang dazu hat.
- lokale und nationale telefonate kosten fast nix (werden aber zum teil noch von einer vermittlungszentrale von hand weitergeleitet. kennt man noch, die schwarz-weiss bilder von der dame hinter einem riesigen schaltpult, auf welchem sie behende gewuenschte anrufe verbindet...). ein anruf ueber die landesgrenze weg hingegen kostet 5 dollar/minute.
- weil die fuehrung besorgt war, dass sich die gemeine bevoelkerung einen gewissen wohlstand zusammengespart hatte und dies als gefaehrlich taxierte, wurden zweimal ueber nacht die wertvollsten banknoten fuer ungueltig erklaert. und dafuer neue (90 / 45 chat) eingefuehrt. wer sein vermoegen nicht in dollar oder edelsteinen angelegt hatte, verlor alles. und das waren die meisten.
- mit der neuen, tage nach dem hurrican durchgezwaengten und anscheinend mit ueber 90% zustimmung vom volke gutgeheissenen verfassung darf die friedensnobelpreistraegerin aung san suu kyi auf lebzeiten kein offiziellen taetigkeit mehr nachgehen. und dies nach ihrem haushochen sieg bei den einzigen freien wahlen in den neunziger jahren. sie lebt uebrigens seit jahren unter hausarrest in ihrem haus in yangon.
- in wenigen jahren wurde eine neue regierungsstadt fernab der hauptstadt yangon aus dem boden gestampft. im umkreis von mehreren kilometern ist alles abgesperrt und fuer einen normalsterblichen und auslaender ist die stadt nicht zugaenglich. angeblich solle die neue stadt nun mehr im zentrum burmas liegen, also fuer die bevoelkerung besser erreichbar sein... hintergedanke ist jedoch ganz klar, dass man sich damit die moeglichen scharmuetzel in der zuweilen aufmuepfigen stadt yangon vom leibe halten will.
- und als letztes vielleicht noch: lieber wird das geld fuer den bau einer neuen stadt ausgegeben, anstatt die voellig heruntergekommene infrastruktur zu erneuern. so ist beispielsweise die strasse zwischen den beiden groessten staedten des landes nur einspurig befahrbar und mit schlagloechern uebersaeht. und dies auf einer strecke von gut 700 kilometern. die reise mit dem zug geht durchschnittlich mit einer geschwindigkeit von 30 km/h vonstatten...

und nun eben noch das; nargis haett's wirklich nicht auch gebraucht. doch die burmesen haben eine mordsgeduld und gar in dieser situation einen sinn fuer schwarzen humor. so sagen sie, dass sie auch diese krise ueberstehen werden. nur leider, und das bedauern sie von ganzem herzen, ja, leider hat dieser sturm sein eigentliches ziel, die neue regierungsstadt, ganz knapp verfehlt...

es finden sich wahrlich keine worte fuer die taten und untaten der regierung im anschluss an diese katastrophe. erst wird die dringendst benoetigte auslaendische hilfe abgelehnt. dann angenommen, jedoch werden fuer mehr als eine woche keine visen fuer die mitarbeiter der hilfsorganisationen ausgestellt. die botschaft in bangkok geht in flammen auf und es besteht kein zweifel, dass dies feuer der weiteren verzoegerung von visa-ausstellungen dient. die hilfsgueter stehen am flughafen in bangkok bereit, doch es werden keine fluege ins land genehmigt. eine maschine muss den flughafen yangon gar ungeloescht wieder verlassen, nachdem sie sich ueber das verbot hinweggesetzt hatte. tage spaeter wurden die fluege erlaubt, doch die gueter werden umgehend von der burmesischen armee in beschlag genommen. es gilt als unbestritten, dass, wenn ueberhaupt, nur ein kleiner teil den weg zu den beduerftigen findet; das gros verschwindet in den lagerhallen des militaers oder wird auf dem schwarzmarkt zu hohen preisen verkauft. und auch jetzt noch wird nur sehr wenigen auslaendischen helfern der zugang ins krisengebiet gewaehrt. die meisten sitzen zur untaetigkeit verdammt in yangon und koennen nichts weiter tun, als die mit primitivsten mitteln ausgeruesteten lokalen hilfsorganisationen zu unterstuetzen.

ich will mir nicht vorstellen, wie unser strandparadies jetzt ausschaut. wie es der werdenden mutter geht, selbst wenn sie den sturm ueberlebt haben sollte, und wie erst dem kleinen neugeborenen... doch die regierung schickt die hungernden leute zurueck in ihre zerstoerten doerfer und meint lapidar, es gebe dort schliesslich genuegend froesche zum essen.

wie froh koennen wir uns schaetzen, in einem land wie der schweiz geboren zu sein. doch so ganz koennen wir uns der schuld an solchen humanitaeren katastrophen nicht entledigen. denn wer, wenn nicht wir, haette die mittel und moeglichkeiten, solches zu verhindern... die frage ist nur, wie. doch immerhin, die schweiz schickte 2 mitarbeiter einer organisation ins krisengebiet, um die situation abzuklaeren.

wir bleiben dran.

Dienstag, 27. Mai 2008

burma (part V)

wie zuvor schon erwaehnt fuehrte unsere reise weiter nach mandalay. auch hier stand uns wieder eine stundenlange busfahrt zuvor, doch zu viert gelang es uns dem bus auszuweichen und stattdessen mit dem taxi zu reisen. die details der reise erspar ich dem leser an dieser stelle. nicht viel neues, die strasse im selben zustand, obschon angeblich neu. nur vielleicht soviel; eine eigenschaft burmesischer vierraeder scheint der sog der abgase ins innere des wagens zu sein. und eben diese gase veraenderten die bewusstsseinszustaende der insassen auf seltsame art und weise. als wir nach 4 stunden fahrt eine mittagspause einlegten, liess sich zunaechst niemand was anmerken, bis mal einer ganz zurueckhaltend fragte, ob uns anderen auch so komisch schwindlig sei. ein einstimmiges kopfnicken folgte und um nicht noch mehr dieser abgase einzuatmen, hielt sich dann spaeter jeder ganz unauffaellig das t-shirt vor die nase, sobald es ein wenig bergauf ging oder der fahrer sonst irgendwie ein wenig zu streng auf's gaspedal gedrueckt hatte.

ueber mandaly gibts nichts ausserordentliches zu berichten. unser aufenthalt war vorallem durch den wirbelsturm bestimmt, dessen ausmasse uns ja erst hier richtig bewusst wurden. wir waren damit beschaeftigt, jede moegliche information zu erhalten, die botschaft zu kontaktieren und schnellst moeglich auch unsere eltern, um deren schreck nicht unnoetig in die laenge zu ziehen. am dienstag, also erst vier tage nach dem wirbelsturm war das internet erstmals wieder verfuegbar.

ansonsten haben wir einige pagoden besichtigt, gingen ueber eine mehr als 1 km lange holzbruecke auf stelzen, stiegen treppen, bis wir nicht mehr konnten und haben uns die symphatien der kellner des angeblich besten thailaendischen restaurants in ganz burma verdorben. wieso genau, das blieb uns verborgen. moeglicherweise schaetzen sie unser schweizerkartenspiel nicht so sehr, oder aber der zustupf am ende des abends war zu klein bemessen. wie dem auch sei. david hatte das essen so gut geschmeckt, dass wir uns trotz des unerfreulichen abgangs am ersten abend, zwei tage spaeter nochmals ins lokal wagten. diesmal ohne jasskarten und mit einem mindestens doppelt so grossen zustupf. und siehe da, die symphatien kehrten zurueck. zumindest auesserlich.

Montag, 26. Mai 2008

burma (part IV)

die drei tage, die wir in inle lake verbrachten, schienen vorerst ganz gewoehnlichen tagen auf einer langen reise zu sein. doch wie sich spaeter herausstellte, hatten wir ein riesen glueck am rande einer unsaeglichen tragoedie.

einen ausflug, der sich aus keinem reiseprogramm in inle streichen laesst, ist die eintaegige bootstour auf dem see, der hauptattraktion der region. die longboats werden mit bis zu sechs passagieren gefuellt und auf geht's die schwimmenden gaerten, kloester (mit nicht mehr springenden katzen) und staedte im see besuchen. wir hatten uns schon am tag unserer ankunft entschlossen diesen ausflug zusammen mit patrick und fabian (den urkantoenlern) in angriff zu nehmen. da wir uns jedoch zuerst von den anstrengenden busfahrten erholen wollten, sollte dies erst am zweiten tag unseres aufenthalts in inle geschehen. den erst tag verbrachten wir auf dem fahrrad die umgebung erkundend. dabei erreichten wir ein dorf am seeufer, wo ein junger burmese, unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich uns durch sein dorf fuehrte, alles erklaerte und uns sogar das im gaenzlich traditionellen stil gebaute haus (alles aus holz und auf stelzen, da das haus in der regenzeit im see steht) seiner tante zeigte. besonders beeindruckt hat uns die 'kueche'. eine offene feuerstelle mit steinen umgeben; wir fuehlten uns ins mittelalter zurueckversetzt. die fuehrung wurde schliesslich durch den besuch des dorfeigenen klosters abgerundet, wo wir mit dem verantwortlichen moench plaudern durften und sich die 9 bis 10 jaehrigen novizen wie kleine spielende hunde um uns scharten.

zurueck im hostel erfuhren wir, dass der morgige ausflug aufgrund einer 'schlechwetterfront' moeglicherweise nicht durchgefuehrt werden koennte. vermutlich wuerde es regnen. wir sollen uns aber auf jedenfall um 8 uhr zum fruehstueck einfinden, dort koenne man definitv entscheiden, ob die bootstour moeglich sei. nur vier stunden spaeter fegte nargis im sueden des landes uebers irrawaddy delta hinweg bis nach yangon, und kostete weit ueber 100'000 menschen das leben.

nun sind seit dem 2. mai schon ueber drei wochen vergangen und noch immer ueberkommt mich eine riesen traurigkeit, wenn ich mich an das leid erinnere, das diese stunden ueber burma herein gebracht haben. der schreibfluss beginnt zu stocken und die gefuehle, wie auch die gedanken sind sehr schwer zu beschreiben. ich weiss, dies ist beileibe nicht die erste tragoedie, die die welt heimsucht, doch wenn man so nahe dran war, so loest dies in einem schon ganz andere gefuehle aus, als wenn man zu hause in der warmen stube die schreckensbilder in der tagesschau sieht. verbundenheit, traurigkeit und mein ganzes mitgefuehl sind wohl die treffendsten worte, die ich hier finde.

am samstag morgen standen wir also nichts ahnend auf. zwar war es ein wenig grau und in der nacht hatte es geregnet, doch mehr war nicht zu spueren gewesen. auch unser hostelbetreiber, sagte nur etwas von einem etwas heftigeren sturm in yangon und dass der flughafen moeglicherweise gesperrt sei; was einigen im hostel ganz schoen zusetzte, da sie fuer den naechsten tag fluege in die usa gebucht hatten und deswegen unbedingt nach bangkok und taipei fliegen mussten. haetten sie in dem moment die ausmasse der katastrophe auch nur ansatzweise erahnt, waere ihnen ihr problem wohl beschaemend klein erschienen. sie konnten und durften (die regierung schaffte es, die informationen im land praktisch auf null zu halten und die wenigen zu manipulieren) es jedoch nicht wissen.

in unkenntis des vorgefallenen nahmen wir trotz schwachen regens unseren ausflug in angriff. uns wurde gesagt, morgen sei es wohl kaum besser und spaeter wuerden wir ja bereits in mandaly sein. auch unsere hoffnung auf wetterbesserung wurde schnell zunichte gemacht, um die mittagszeit setzte ein so starker regen ein, wie wir ihn in der schweiz nur von sommergewittern kennen. ein sogenannter platzregen, der aber stunden dauerte... und fuer jene unter uns, die den regenschutz am morgen trotz nachdruck meinerseits fuer gaenzlich unnoetig hielten, war der nachmittag nur noch schwer zu ertragen; die pagoden, die wir bestaunten, ueberfluessig und sogar den jumping cats verging die lust am springen. angeblich sollen sie seit zwei drei monaten krank sein, deren sechs sogar bereits verstorben.

bei der rueckkehr ins hostel wurde bestaetigt, dass der flughafen yangon geschlossen sei. wir erkundigten uns, ob denn jemand zu schaden gekommen sei und es war von moeglicherweise einigen verletzten die rede. die telefonleitungen in yangon waren alle tot. eine kommunikation mit der hauptstadt unmoeglich. am naechsten tag hoerten man sagen, vielleicht 200 tote. aber niemand war beunruhigt, es schien sich um ein kleines unwetter gehandelt zu haben, dass einige unglueckliche das leben gekostet hatte und den flughafen voruebergehend lahm legte.

von den wahren ausmassen der katasprophe erfuhren wir erst zwei tage spaeter in mandaly. die zahl der angeblichen todesopfer stieg von minute zu minute, die einzige informationsquelle das staatliche fernsehen, dass wir mehr schlecht als recht empfingen und zum glueck ein asiatischer informationssender im stile von cnn.

burma (part IV)

und schon geht's weiter mit part IV...

von bagan ging's weiter nach inle lake. einem see, der nahe der thailaendischen grenze und einigen mohnplantagen, auf einem hochplateau gelegen ist. zu meiner erleichterung herrschte hier ein geradezu polares klima; das heisst ich konnte am abend meine turnschuhe ausfuehren, ohne gleich schwitzfuesse zu kriegen. neben dem modischen effekt erzielten diese schuhe auch einen ausgezeichneten schutz gegen die muecken, die in dieser gegend oefter mal mit malaria verseucht sein sollen. auch die landschaft hier war wirklich bezaubernd. tiefgruen dominiert von reisfeldern und schwimmenden tomatenplantagen auf dem see. dazu spaeter jedoch noch mehr.

um von bagan nach inle lake zu gelangen war eine 14 stuendige busfahrt ueber stock und stein unausweichlich, wollten wir unser (oder vielleicht sag ich besser mein) durch die burmafluege mental etwas strapazierte budget nicht noch mehr belasten. festgehalten werden muss zudem, dass wir in den 14 h keineswegs eine strecke von 1000 km zurueckgelegt haben, sondern lediglich zuerich - neuenburg; wenn ueberhaupt. los ging unsere traumreise um 3.30 in der frueh. nachdem wir aufgestanden waren, verdrueckten wir das hart gekochte ei, sowie einige scheiben tost (die diskussion wer wieviele scheiben der uns zugeteilten ration bereits verspeist hatte und wer auf wieviele noch anspruch hatte, liessen wir um diese uhrzeit brav aus) die fuer uns bereitgestellt waren und setzten uns in den burmesischen localbus. schon nach den ersten 100 m wurden wir so stark durchgeruettelt, dass david damit beschaeftigt war, durch gezielte konzentration seinen mageninhalt auf einer gewoehnlichen hoehe zu halten. dies gelang ihm auch ganz gut und nach einiger zeit hatten sich unsere maegen an die herben schlaege, die sie nun konstant einzustecken hatten, gewohnt.

da wir wussten, dass diese strapaze mindestens 14 stunden dauern wuerde, entschied ich mich, mich mit dem ipod in den ohren abzulenken und david setzte seinen zustand auf standby, was ich als leicht bedaemmertes doesen und nicht immer antworten auf meine, ich gebs ja zu, zuweilen etwas muehseligen, wahrnahm. dieser daemmerzustand war schlagartig vorueber, als wir bei einem unserer vielen kurzen stops das ohrenbetaeubende kraehen eines stolzen hahns wahrnahmen. und tatsaechlich, monsieur le coq war mitpassagier, nur wenige reihen vor uns und sass mit seiner haenne im koerbchen unter einem der sitze. dieses huehner gegacker war zweifelsohne eines der highlights auf der strecke und eine letzte aufmunterung bevor's dann bergauf richtung inle ging. die strasse, die sich den berg hinauf windete, war keineswegs besser als die bisherige und auch in keinsterweise zweispurig. nach 14 h hatten wir's dann aber geschafft.

fuer die etwas muehselige busfahrt wurden wir in inle aber allemal entschaedigt. ein super herziges hostel erwartet uns, sowie ein burmesisches gebruederpaar, dass wohl die beste pizza und pasta in ganz asien zu zubereiten weiss (holzofen und pastamaschine inbegriffen). so wurden deren zwei lokale auch stillschweigend zu unseren stammlokalen erkoren, wo wir, und da steigt mir die roete gleich ein wenig ins gesicht, mit zwei schweizern aus den urkantonen, flott drei abenden hintereinander schieber jassten. spass hat's gemacht und wie.

burma (part III)

nun liegt es an mir, denn rest unserer burma reise zu blog zu bringen. ein keineswegs leichtes unterfangen, zumal der david, aus meiner sicht, stilistisch wie auch orthographisch und grammatikalisch einwandfrei textet und mir doch hin und wieder so einige patzer unterlaufen. wie dem auch sei, ich werde euch nun zu ende berichten, und so hoffe ich doch und auch ein wenig zu begeistern vermoegen.

in bagan, ja das war so ne sache. zunaechst muss festgehalten werden, dass wir die reise von yangon nach bagan im flugzeug angetreten haben, da wir ob der vielen horrorgeschichten in punkto burmesischer busfahrten (14 h fuer 220 km) so einiges gehoert hatten und diese deshalb auf einem vernueftigen minimum halten wollten. so entschlossen wir uns also den flieger zu nehmen. zur verfuegung standen drei airlines wovon eine schon wegen ihrer schlechten chronolgie aus dem rennen fiel. nach intensiven internet recherchen und auch einer priese mut entschieden wir uns fuer die yangon airways und mussten feststellen, dass unsere skepsis gaenzlich unnoetig war. die flieger waren in einem tadellosen zustand und auch der pilot lies keine wuensche offen. er gruesste uns froehlich als er ins cockpit ging und beim verlassen des fliegers winkte er uns von demselben herunter auf die fahrbahn. wir beide empfanden diese geste als vertrauen erweckend und waren auch sehr erfreute darueber, als wir ihn wieder als unseren flugkapitaen von mandaly nach yangon begruessen durften.

in bagan angekommen durften wir zunaescht grad mal die ungemeine hitze spueren, die diese region ende april zu bieten hat (40 grad +). trocken zwar, was david erfreute und den schwitzfluss ein wenig stoppte, aber zu heiss um in mir nicht wieder den dampfkochtopfeffekt hervor zu rufen. wir entschieden uns diskussionslos fuer ein AC zimmer; was die gewuenschte abkuehlung brachte, aber leider immer nur fuer ein paar stunden am tag, da die restlichen und das waren die meisten, von stromausfaellen dominiert waren. in diesen stunden blieb uns als einzige abkuehlung die dusche. eine nacht lang wurde sie, um nicht zu uebertreiben, im halbstunden takt genutzt.

aus kultureller sicht hingegen laesst bagan keinerlei wuensche offen und vermocht uns beide in seinen bann zu ziehen. ein deutscher, den wir am strand getroffen hatten meinte, er sei sich vorgekommen wie in einem science fiction film als er zum ersten mal auf eine pagode stieg und rund um sich herum tausende weitere pagoden in den himmel reichen sah. als wir dann ebenfalls unsere erste pagode bestiegen, sah ich diese aussage voll und ganz bestaetigt und irgendwie erinnerte mich das bild, dass sich mir bot an "lord of the rings". auch wenn dort keine einzige pagoden zu sehen ist. science fiction halt.

um die schoensten pagoden betrachten zu koennen und nicht bei 40 grad herumradeln zu muessen, liessen wir uns von einem horsecar herumkutschieren. und weil kulturell, wie schon zuvor einige male erwaehnt, nicht so sehr durchtrainiert, setzte uns dieser lange tag auch ein wenig zu. ich haette mich am naechsten tag mit nichtstun erholen koennen, doch den david den kitzelte es in den fingern und armen. und ich, ich konnte nicht nein sagen. wie wir den tag dann aber zubrachten, diese geschichte sei ihm ueberlassen...

Sonntag, 18. Mai 2008

burma (part II)

nun.
ich war natuerlich ehrlich.
und habe dafuer den preis bezahlt. so sind wir weder kopf ueber mensch bei der naechsten anlegestelle vom kakerlakenschiff gefluechtet (notabene erreichten wir den naechsten stopp eh erst nach weiteren 8 stunden fahrt), noch haben wir auf dem deck unter freiem himmel und koerper an keorper mit anderen passagieren genaechtigt, nein, wir blieben in unserem kabinchen aka die huette und trotzten den tieren, der hitze und dem duft. allerdings erst nachdem ein junger burmese uns freundlicherweise flink und ohne jegliche furcht eines tieres entledigt hatte und wir auch unsere schlaf-matratze etwas genauer untersucht hatten, und, dass' der preis, ich mich um larisa herum gelegt hatte und ihr somit die sichere ecke zuteil wurden. wie ein schutzwall eben. nur, dass dieser ordentlich schwitzte und, er wuerd ja nur zu gerne sagen, das tierchen haett ihn kalt gelassen, doch dem war beileibe nicht so, er die ganze nacht kein auge mehr zu machte. entsprechend gut war die stimmung dann am morgen. doch das ist eine andere geschicht...

nach der schifffahrt gilt es noch eine kurze fahrt von drei stunden ueber stock und stein, also teer und oft auch kein teer zu ueberstehen, vorbei an frisch gerodeten regenwaeldern, einfachsten behausungen und mindestens minderjaehrigen strassenbauerinnen, welche dieser taetigkeit kaum auf freiwilliger basis nachgehen. doch es sind der eindruecke zu vieler, und noch immer sitzt die nicht-nacht im nacken; so sind wir heilfroh, endlich das meer zu erblicken.

und wie wir dieses erblicken; wohl in seiner vollen pracht, gesaeumt von einem breiten weissen sandstrand, palmen und wald, wohin das auge nur blickt, gar eine kleine goldene pagode steht da auf einem einsamen felsbocken im sandmeer. wir sind schlicht ueberwaeltigt. und das schoenste daran: wir sind praktisch die einzigen touristen an dem 15 kilometer langen strand. da baumelt sie nun, die seele, schlaeft tuechtig in der langen nacht, gut geschuetzt hinter einem leider nicht gerade kuehlenden moskitonetz, trollt tagsueber dem strand entlang und erfrischt den dazugehoerigen koerper von zeit zu zeit in dem lauen meerwasser. und obwohl wir nun an einem wahrlich touristischen ort sind, fuehlen wir uns abseits der zivilisation wie selten zuvor. abgesehen von den zumeist bescheidenen und vereinzelt luxurioesen resorts welche die einzige strasse der kueste saeumen, gibt es noch ein kleines dorf gleich anschliessend und, klar, wir sind in burma aka pagodistan, eine grosse goldene pagode beim dorfeingang. die naechste stadt ist mehr als zwei stunden muehsame busfahrt entfernt, kein hafen hier, kein flughafen dort. strom gibts nur selten, am abend fuer einige stunden, internet nur dem vernehmen nach und der fisch, ja, der ist frisch und lecker wie bislang nirgends zuvor.

die tage vergehen im nu, die von indien und den ersten tagen in burma etwas arg strapazierten nerven kommen wieder in form, sind also alles andere als blank, und so machen wir uns ueber yangon auf in die stadt der, wie koennts auch anders sein, wir sind noch immer im gleichen lande, pagoden. ganze 4400 sollen es mal gewesen sein, immerhin 2500 sinds noch immer. kleine, grosse, renovierte, verfallene, hohe, breite; alle moeglichen arten gibts davon, doch alle beherbergen sie mindestens einen buddha. und auch ein paar kakerlaken. genau, bagan nennt es sich, dieses weite feld der pagoden. man kann sie besteigen und bestaunen, ablichten und anbeten, doch dazwischen, da kann man auch ganz andere sachen tun.
doch davon spaeter mehr.

die liste (part I)

wieso nicht auch mal eine liste mit ein paar sehr wichtigen details posten?
na bitte:

- teurste uebernachtung bislang > bukit saban resort (sarawak, malaysia) 103 ringit (34 chf). und das, obwohls abseits wie sonst was war...

- billigste uebernachtung bislang > seventh heaven (pushkar, india) 300 rupien (7.50 chf). und das im schoensten hotel pushkars.

- zwischenstand in unserem laender-jass-turnier:
indien > larisa 14:11 david
burma > larisa 53:59 david
1 zu 1 also. wir bleiben dran.

- am 6. april holt sich david in jaipur, indien, den sogenannten zweiten preis (schlicht und einfach durchfall). und erst wochen spaeter, naemlich am 9. mai dann doch auch noch den ersten preis (also die steigerung des zweiten, versteht sich...).

- die laengste reise am stueck dauerte 18 stunden. und fuehrte auf dem schiff durchs irrawady-delta in burma. genau 150 kilometer weit.

- der beste dialog >
(mathieu will an der reception nach leim fragen, da seine eben erst gekauften flipflops bereits auseinander zu fallen drohen.)
"have you got some glue by any chance?"
"ahm, chance?"
"no. glue. have you got some glue?"
"ah, super glue?"
"yes. do you have some?"
"ah, no."

- das billigste essen > ein gekochter maiskolben in burma. fuer 15 chats (1,5 rappen).

- die beste pasta > im starflower in nyaungshwe, inle lake (burma). hausgemacht und mit viel liebe praesentiert und erklaert.

- die gefaehrlichste fahrt > mit dem bus von johdpur nach udaipur in sieben stunden, ueber berg und stein, mit dem wohl risikofreudigsten fahrer von ganz rajasthan. sind dabei mindestens 3 sichere und ein paar duzend halb-tode gestorben.

- die freundlichsten leute > trifft man eindeutig in burma. der armut zum trotz, vielleicht auch wegen, doch deren herzlichkeit ist unuebertroffen.

- und, unglaublich, aber wahr, die laengste zeitdauer, in welcher wir (larisa und david) in den ersten 6 wochen voneinander getrennt waren > 2 stunden. ich musste einfach wieder mal fuer eine gute weile ins internet, ich gebs ja zu...

Samstag, 17. Mai 2008

burma (part I)

burma.
klingt mindestens so faszinierend und abenteuerlich wie sumatra, borneo oder auch sulawesi. ein bislang weisser fleck auf unserer landkarte, etwas koloriert durch vorgaengig vernommene und gelesene geschichten und artikel ueber land und vorallem leute. es sei nicht ganz einfach zu bereisen, das land, wegen der schlecht unterhaltenen strassen und verkehrsmittel oder ganz allgemein, weil die armut gross und der lebensstandard sehr bescheiden. auch sei die kommunikation nach aussen hin schwierig, das internet langsam und ein anruf nach europa koste ein halbes vermoegen (fuer uns, wohl ein ganzes fuer einen burmesen). und ausserdem, nicht zu vergessen, lasse zuweilen auch das militaer seine muskeln spielen und den gemeinen touristen in seine schranken weisen.

doch es kommt alles anders, vorerst.
wir sind im landeanflug auf ranguns internationalen flughafen, sehen dabei fluesse, strassen und haeuser, autos und schiffe. wie es sich gehoert, eben. der flughafen ist klotzig, waere gerne prunkvoll, doch er erziehlt damit und mit den klimatisierten und auf hochglanz geputzten empfangshallen den gewuenschten effekt. wir scheinen in einem reichen und entwickelten land zu landen und sind schon fast ein wenig enttaeuscht. die immigration dame empfaengt uns mit einem laecheln und kein rucksack wird auf laptops, kameras und spionagegeraete hin kontrolliert; das gepaeckband dreht seine kreise, wir schnappen uns die taschen und da stehen wir nun. im land der birmanen. und weiteren 150 ethnien.
dass der flughafen nicht den standard des landes, sondern vielmehr letzteren komensieren soll, wird uns dann jedoch schon bald vor augen gefuehrt. bereits einige kilometer ausserhalb ranguns werden die haeuser vornehmlich aus holz gebaut und mit blech oder, noch etwas weiter von der hauptstadt entfernt, mit schilf gedeckt. waehrend die maenner traditionellerweise roecke, sogenannte longis, tragen und dieser tradition auch in den 'modernen' staedten nachkommen, schminken sich die damen mit dem pulver einer getrockneten und zerriebenen baumrinde. die bemalungen erinnern an bruno manser zu seinen besten zeiten und sollen die haut vor der sonne schuetzen und natuerlich jung halten. erstaunlicherweise haben die burmesinnen tatsaechlich durchwegs gute und straffe haut, auch in hoeherem alter. vichy und nivea haben also noch potential, auch gut.

bei der einreise haben wir von ein paar expats vernommen, dass burma neben all den kulturellen staetten auch wunderschoene straende zu bieten hat. wir, die kulturell etwas, ahm, verwoehnten, lassen diese worte auf uns wirken, jeder fuer sich und ohne dem gegenueber etwas anmerken zu lassen, versteht sich. man will den ueberdruss an tempeln, pagoden und sonstigen sehenswuerdigkeiten ja nicht grad an die grosse glocke haengen, doch bei der reiseplanung dann kommte es geschwind zu tage. und auch die frage nach dem 'am anfang oder am schluss?' klaeren wir binnen sekunden. wir wollen ihn, den langen weissen strand, mit all seinen palmen und einfachen holzbungalows.

ngwe hsaung solls sein, einer der drei touristisch erschlossenen straende, im suedwesten des riesigen landes. um die anreise dann doch noch etwas abenteuerlich zu gestalten, verzichten wir auf die 6 stunden kurze busfahrt ans meer und beschliessen mit dem schiff nach pathein zu schippern und dann dort auf den rollenden untersatz zu wechseln. und wir werden nicht enttaeuscht. zumindest in sachen physischer, wie auch psychischer herausforderung. die 18 stunden flussfahrt werden zu dem ereignis, welches wir wochen danach einstimmig zur groessten herausforderung der ganzen reise kueren. auch wenn wir uns die beste klasse leisten und dafuer sage und schreibe 42$ pro person hinblaettern (also mehr als ein durchschnittliches monatseinkommen eines burmesen), kriegen wir nichts weiter als eine hundehuette. inklusive deftigem und auch bei voller fahrt und geoffneter tuer nach stunden noch fuer unsere feinen riecher wahrnehmbarem duft. gestank, ok. durian, uebergebenes, verfaulte fruechte und vielleicht noch etwas abgestandener rauch dazu, doch wir sind ja seit indien so einiges gewoehnt und auch larisa scheint ihrer etwas blassen gesichtsfarbe zum trotz noch wohlgemut. und, ich staune und ziehe meine muetze, die ich nimmer trage, gar die kleinen wuermer in den fried noodles werden von ihr tapfer ignoriert; diese zur seite und der naechste happen in den hungrigen mund geschoben. die hitze jedoch setzt uns zu, und auch bei nacht will sie nicht nachlassen. wir richten uns auf einem matraetzchen ein, zu zweit, so koennen wir den tisch-ventilator optimal nutzen und uns wenigstens von den gefuehlten 45 grad auf normale koerpertemperatur abkuehlen. dumm nur, wenn das schiff wieder irgendwo anlegt, die motoren und damit die stromversorgung fuer ewig dauernde minuten ausfaellt und der gestank in der huette wegen dem mangelnden fahrtwindes wieder unertraeglich wird.

die kroenung dann gegen mitternacht, als larisa zur toilette geht, und ich im halbschlaf und -dunkel etwas durch die huette huschen zu sehen mein. es ist ordentlich gross und geschwind und ebenso bin ich hellwach. da ist sie wieder, die kakerlake. mindestens 10 cm, auch ohne die obligatorischen paar zentimeter uebertreibung, und mir wird anders. doch da ist sie auch schon wieder weg und ich tu's als dummer zufall ab; bestimmt war's ein einzelfall, das tier ist nun schon wieder in der kombuese oder beim nachbarn, durch die dem rost zuzuschreibenden loecher in den waenden, allemal kein ding der unmoeglichkeit. und doch behalt ich sie auf, die augen, will noch eine wachsame sicherheitsminute einlegen und das treiben in unserer huette beobachten. und da, tatsaechlich, verdammt, es vergeht keine minute und das naechste riesending macht sich auf den weg durch unsere kabine, zu allem ueberdruss hin eben nicht einmal durch, sondern nur in und dann direkt ueber die freie matraze hinters bett. mir wird noch etwas anders. und springe in einem satz aus der kabine. wieder halb bei sinnen erkenn ich die weitreichenden folgen, welche diese grossen kleinen tierchen provozieren koennen. in wenigen momenten wird larisa zurueckkehren. und sie mag wohl den gestank und die maden geschluckt, oder eben nicht geschluckt haben, aber diese kakerlaken werden auch ihr den rest geben. und dann droht ein schlafen auf dem deck, ein gar nicht schlafen auf deck, oder gar ein aussteigen sofort. und allen tieren zum trotz ist mein verlangen nach ruhe und etwas schlaf gross.

und da kommt sie bereits, ein notfallplan muss her; nichts sagen und cool tun also. sie mag die blassheit in meinem antlitz der muedigkeit zuschreiben, doch bei meinem kurzen zusammenzucken, als sie in die kabine steigt, wird auch sie stutzig. wieso der wohl nun auf einmal draussen sitzt? und kein wort sagt, nur seltsam dreinschaut? nun, ebendieser schweigt, weil er sich gerade ueberlegt, ob er seine geliebte dame denn einfach so ins unglueck stuerzen bzw. liegen lassen darf, oder, um eventuell noch schlimmeres zu verhindern, nun ein beherztes eingreifen angesagt waere...

die fortsetzung folgt. ehrlich.

Donnerstag, 15. Mai 2008

hongkong 9. 5. 08 - 16.5.08

nach unserer bewegten myanmar-reise ging's fuer mich weiter nach hongkong wo ich petra traf. sie weilt seit januar in dieser pulsierenden metropole asiens, um uns schweizer im zur zeit wenig florierenden bankenwesen zu unterstuetzen.

auf der einen seite konnte ich es kaum erwarten wieder boden zu beruehren, wo ich mir nicht gedanken ueber verseuchtes trinkwasser machen musste und auch mal wieder rund um die uhr strom hatte. doch im selben atemzug kommt man sich unglaublich schaebig vor, sich auf den luxus zu freuen, waehrend man millionen menschen hinter sich im elend laesst...und so war mein besuch in hongkong dann auch etwas ambivalent, immer begleitet von meinen erinnerungen an myanmar.

losgeloest von diesen gefuehlen kann ich hongkong jedoch nur in hoechsten toenen loben. eine wirklich wunscherschoene weltstadt, in welcher man vergisst in china zu sein. ich hatte mir hongkong viel dreckiger und hektischer vorgestellt und die chinesen viel unfreundlicher. das gegenteil ist eingetroffen. keine metro in europa ist so sauber wie hier und die chinesen sind entgegen aller vorurteil unglaublich freundlich und hilfsbereit.

die woche verging wie im fluge. petra hatte jeden tag programm fuer mich und so kam ich auch in den genuss die stadt von ganz verschiedenen seiten zu erleben. so waren wir auf einer kleinen insel, am strand, beim pferderennen und natuerlich auch beim shoppen.

morgen geht's nun weiter nach malaysia, wo wir uns auf perhentian island vergnuegen werden. ich sag also china vorlaeufig mal aufwiedersehen und verabschiede mich auch wieder von oma's gemuesegarten, von dem ich hier reichlich gezerrt habe und nun leider wieder darauf verzichten muss :-(

Mittwoch, 14. Mai 2008

bangkok 18.4.08 - 19.04.08

die nacht im flieger von dehli nach bangkok haben wir, so ich denke ich zumindest, sehr unterschiedlich erlebt. waehrend ich geschlagene fuenf stunden durchschlief, bekundete der david so einige muehe mit der nachtruhe und folglich war die stimmung am fruehen morgen in bangkok auch nicht uebermaessig euphorisch. die destination "kao-san-road", ein umstrittenes thema unter den reiseteilnehmer, sorgte dann fuer den definitiven tiefpunkt des stimmungsbarometers.

nachdem wir aber ein ac zimmer und der david den schlaf gefunden hatte, konnte wir die rueckkehr in die zivilisation richtiggehend geniessen und waren geradezu erstaunt auf der strasse keine kuehe mehr anzutreffen...

Dienstag, 13. Mai 2008

udaipur 15.4.08-17.04.08

auszug aus unserem reisetagebuch:

"immerhin hatte der lake piccola, das herzstueck udaipurs noch etwas wasser und somit vermochte die stadt denn auch ziemlich zu verzaubern. mit lake palace, jag mandir und dem gewaltigen stadtpalast am seeufer. kulturell jedoch wollten wir die stadt wiedermal sachte angehen und machten nur am letzten tag einen ausflug zum 5km entfernten monsoontempel, welcher fuer die maharadjas gebaut, dann jedoch nie bewohnt wurde, weil es nicht gelang wasser auf diese hoehe zu pumpen. treffen einen interessanten aelteren herrn, der eine neue universitaet in udaipur aufbaut und aus schweden stammt. er meint wir haetten indien vor 35 jahren sehen sollen... ja, das sagen wir unseren kindern dann auch mal.

ansonsten gab's so manches essen auf dachterrassenrestaurants, kleine shoppingabenteuer und gar eine kleine massage fuer das verspannte weibliche reisegefaehrtchen.

Larisa ekelt indien langsam an und ich erinnere mich an meine erste reise durch rajasthan; mir ging's genauso."

und so ging unsere indienreise in udaipur zu ende, wo wir das flugzeug richtung dehli bestiegen. es bleibt zu sagen, dass indien zweifelsohne ein wunderschoenes und faszinierendes land ist, seinem besucher jedoch auch sehr viel abfordert und so freuten wir uns auf etwas mehr zivilisation in bangkok, zumindest fuer einen tag.

jodpur 13.4.08-15.4.08

jaisalmer verliessen wir um fuenf uhr in der frueh um richtung jodpur aufzubrechen. ich freute mich sehr, da ich der hitze nicht richtig gewachsen schien. die letzte nacht war mehr als muehsam. ich schien kein grad abzukuehlen, bedeckte mich mit nassen tuechern und wir sinierten darueber, ob ich wohl an einem hitzestau leiden wuerde. auch die frage der venitilatorstaerke war omnipraesent. ich haette alles dafuer gegeben den ventilator zum abheben zu bringen, doch der arme david fuerchtete um sein leben, da die haengevorrichtung doch so einige zweifel an der sicherheit hervorbrachte und nicht zuletzt war der gute tuechtige ventilator auch nicht ganz geraeuschlos. der kompromiss: stufe drei von fuenf.

die busfahrt nach jodpur verlief reibungslos. mit etwas abstand betrachtet, war dies die indische busfahrt deluxe. ich fuehlte mich jedoch zusehends schlechter. mich schmerzte der ganze koerper und irgendwann musste ich dann einsehen, dass es wohl weder mit dem bewegten kamelritt noch mit der hitze zusammenhing. irgendwo hatte ich ihn aufgelesen den indischen kaefer. klammheimlich hatte er sich eingenistet und verursachte nun fuer einige tage fieber und gliederschmerzen. um den patienten nicht in allzu primitiven verhaeltnissen kurrieren zu lassen haben wir uns dann in jodpur ein etwas komfortableres hotel geleistet. der arme david glich einer ameise, die alles in den bau schleppt. trinkwasser, fried rice, armreifchen und einiges mehr was das herz eines weiblichen patienten halt so begehrt. nach einem kulturell wie auch finanziell sehr lehrreichen arztbesuch, ging's dann langsam auch wieder bergauf. mann stelle sich vor, das taxi zum arzt kostet uns knapp drei schweizer franken, die arztkosten beliefen sich auf satte 100 rappen. weiter interessant war der einsatz des thermometers. der arzt streckte mir also diese kleinen quecksilber instrument entgegen und ich dachte, bloss nicht in den mund damit. also klemmte ich's mir unter den arm. mit dem messresulat unzufrieden forderte mich der arzt auf doch bitte die fieber noch im mund zu messen. ich hoffte innigst, dass das gute alte stengelchen desinfiziert wuerde, doch ob es so war, das blieb uns verborgen. als der arzt mich dann aber fragte, ob diese flasche neben mir mein wasser sei, ich bejahte und er damit das thermometer spuelte, kamen mir bezueglich des desinfizieren doch so einige zweifel. der langen rede kurzer sinn. ich hab's ohne nachwehen ueberstanden, doch im falle einer etwas ernsthafteren erkrankung moechte man lieber nicht in indien weilen. eine ausnahme bilden wohl die privaten, hochstehenden kliniken in dehli oder mumbai.

nach zwei langen tagen im hotelzimmer erreichten wir dann zum glueck aber doch noch das fort. diese imposante festung, die ueber jodpur trohnt ist wunderschoen und um unser kulturdefizit der letzten tage oder auch wochen (ganz so fleissig waren wir nicht) aufzuholen haben wir dann auch ganz brav die ganze audiotour mitgemacht.

am nachmittag traten wir unsere letzte busreise nach udaipur an. von deluxe war hier jedoch nichts mehr zuspueren. himmelfahrtskommando ist hier das passendere wort. wer noch nie in indien im bus unterwegs war, wird muehe haben sich einen solchen fahrstil ueberhaupt vorstellen zu koennen und wer die indischen busfahrten kennt, der stelle sich das schlimmste ueberholmanoever eines indischen busfahrers vor, repete, und das sieben stunden lang... nach den kurzen pinkelpausen war's jeweils noch gravierender, und so fragten wir uns, was dieser idiot wohl konsumierte, um eine solche fahraggression an den tag legen zu koennen. die ankunft in udaipur war eine unserer groessten erleichterungen und wir waren beide froh, dass dies vorerst unsere letzte busreise in indien war.

Dienstag, 6. Mai 2008

myanmar - nargis

haben heute erstmals den namen des zyklons vernommen, gelesen, auf dem umweg ueber die auslaendischen medien. und auch die verheerenden folgen des sturmes werden in diesem land nur kaum publik gemacht; ein paar umgestuerzte baeume und telefonmasten, ein paar ueberschwemmte reisfelder nur, und dies in der endlosschlaufe des staatlichen fernsehens.
doch vorerst das wichtigste, zumindest was uns und wohl leider nur uns und ein paar wenige betrifft, wir sind wohlauf und im nicht vom sturm betroffenen noerdlichen teil burmas. werden am donnerstag morgen nach yangon fliegen und dann am freitag, sofern alles klappt, nach bangkok ausreisen.
melden uns alsbald wieder, vielen dank auch fuer die rueckfragen, welche wir leider erst jetzt beantworten koennen, da burma bis heute von der aussenwelt abgeschnitten war (telefon und internet, alles laueft ueber yangon, und dort geht nichts mehr..).
liebe gruesse, die beiden umflieger. nach all den nachrichten etwas durch den wind, allerdings.