der hiesige beitrag befasst sich lediglich mit der reise von borneo nach sulawesi. keine der hier aufgefuehrten destinationen haben wir aus touristischen gruenden aufgesucht; sie waren nur mittel zum zweck, um von A nach B zu gelangen. und doch haben sie uns beinahe eine ganze woche beschaeftigt...
in unseren koepfen war vor dieser reise nur die schiffsfahrt von nunukan nach tolitoli praesent. fuer uns war einzig von belang, wie wir von borneo nach sulawesi gelangen konnten. wie wir uns aber dann auf sulawesi weiterbewegen wuerden, diese frage schien uns noch nicht einmal gestreift zu haben, als wir in tolitoli von bord gingen. nun aber der reihe nach:
indonesien besitzt, ganz zum erstaunen der meisten westlichen touristen, eine tadellose flotte (pelni-ships) riesiger und sehr moderner kreuzfahrtschiffe. diese verkehren non-stop zwischen den inseln des archipels und da dies eine nicht ganz bescheidene anzahl ist, verkehrt die faehre zwischen nunukan und tolitoli nur grad zweimal pro monat. und so kam es, dass wir am abend des 8. juni gut getimet mit unseren tickets der ersten klasse (wir wollten unsere kabine nicht mit anderen teilen) am pier in nunukan standen als die dobonsola einlief. wahrlich ein riesen schiff und doch war die dobonsola wenig spektakulaer im vergleich zum aufruhr, die sie verursachte. wie wir schnell begriffen, ist das einlaufen eines pelni-schiffs in jedem hafen in indonesien ein riesen ereignis. das ganze dorf findet sich am pier ein, um leute abzuholen, abzuliefern, waren zu verkaufen, das treiben zu beobachten oder ganz einfach selber einen fuss in den schwimmenden koloss zu setzten. wir trauten unseren augen kaum, als wir begriffen, dass jeder und jede, die lust dazu hatte, an bord gehen konnte, ohne irgendwo ein ticket vorweisen zu muessen. einfach so hereinspaziert, mit kind und kegel und nicht zu vergessen: helm auf dem kopf. hunderte von menschen stroemten ins und aus dem schiff. pakete wurden hinein und heraus befoerdert. fuer uns glich alles einem einzigen chaos, doch der schein truegte, denn niemand vermisste oder suchte seine sachen. alles wurde fein saeuberlich auf schubkarren geladen und in unbekannte richtung entfernt. ein organisiertes chaos, dass wir auch nach zwei stunden noch immer nicht zu durchschauen vermochten und selbst als die schiffstreppen schon hochgezogen wurden, stroemten noch immer leute aus dem schiff heraus. uns wuerde es nicht verwundern, wenn der eine oder andere nicht ganz freiwillig die reise nach sulawesi angetreten hat...
ja und dann legten wir nach 14 h reisezeit in tolitoli an. dies war der zeitpunkt, von dem wir lange getraeumt hatten. anlegen in sulawesi. einer destination, die so geheimisvoll und abenteuerreich in unseren ohren klang. klar hatten wir hie und da mal wieder einen blick auf die karte geworfen, doch tolitoli schien noch gar nicht mal so weit entfernt von unserem ziel, manado in nordsulawesi. genauer gesagt betraegt die distanz von tolitoli nach manado maximal 300 km. und doch, dieses reischen, welches uns satte drei tage beschaeftigte und uns 26 h im auto sitzen liess, hat mehr an unseren nerven gezehrt, denn alles zuvor erlebte. die 14 h busfahrt, die wir in burma noch als reine tortur empfanden, liess sich nicht im geringsten mit den strapazen vergleichen, die wir auf dieser hoellischen fahrt von tolitoli nach manado erlebten.
los ging's ganz harmlos. vom pier zur sogenannten busstation lief alles wie am schnuerrchen. wir bestiegen problemlos ein transportbuesschen und wurden auch am richtigen ort abgeladen. eine gar nicht so selbstverstaendliche tatsache, denn in indonsienen sprechen die leute ausserhalb der hyper touristischen orten (und das ist wohl gerade mal bali) kein einiziges wort englisch. und wenn wir hier schreiben kein einziges wort, ist das auch so zu verstehen. ausser unseren haenden, fuessen und gesichtsmuskeln diente uns nichts zur verstaendigung. eine tatsache, die die indonesier aber in keinerster weise davon abhielt, waehrend unserer fuenfstuendigen wartezeit auf's naechste transportmittel, ununterbrochen auf den armen david einzureden, waehrend ich mich auf einem holzbett im ticketoffice schlafend stellte. zudem gesellte sich zur muedigkeit ein stetiges gefuehl des schwankens, welches uns geschlagene zwei tage im nacken klebte...
und nun muss ich passen. ich leide an einer schreibblockade, die sich trotz sechs stunden yoga pro tag nicht loesen liess. ich bruete nun schon mehr als drei tage ueber diesem blogbeitrag und mit jeder zeile waechst meine unzufriedenheit ueber den wiedergegeben inhalt. damit ist jetzt schluss und die feder wird an david uebergeben.



