Freitag, 25. Juli 2008

nunukan - tolitoli - gorontalo - manado (8.6.08 - 12.06.08)

der hiesige beitrag befasst sich lediglich mit der reise von borneo nach sulawesi. keine der hier aufgefuehrten destinationen haben wir aus touristischen gruenden aufgesucht; sie waren nur mittel zum zweck, um von A nach B zu gelangen. und doch haben sie uns beinahe eine ganze woche beschaeftigt...

in unseren koepfen war vor dieser reise nur die schiffsfahrt von nunukan nach tolitoli praesent. fuer uns war einzig von belang, wie wir von borneo nach sulawesi gelangen konnten. wie wir uns aber dann auf sulawesi weiterbewegen wuerden, diese frage schien uns noch nicht einmal gestreift zu haben, als wir in tolitoli von bord gingen. nun aber der reihe nach:

indonesien besitzt, ganz zum erstaunen der meisten westlichen touristen, eine tadellose flotte (pelni-ships) riesiger und sehr moderner kreuzfahrtschiffe. diese verkehren non-stop zwischen den inseln des archipels und da dies eine nicht ganz bescheidene anzahl ist, verkehrt die faehre zwischen nunukan und tolitoli nur grad zweimal pro monat. und so kam es, dass wir am abend des 8. juni gut getimet mit unseren tickets der ersten klasse (wir wollten unsere kabine nicht mit anderen teilen) am pier in nunukan standen als die dobonsola einlief. wahrlich ein riesen schiff und doch war die dobonsola wenig spektakulaer im vergleich zum aufruhr, die sie verursachte. wie wir schnell begriffen, ist das einlaufen eines pelni-schiffs in jedem hafen in indonesien ein riesen ereignis. das ganze dorf findet sich am pier ein, um leute abzuholen, abzuliefern, waren zu verkaufen, das treiben zu beobachten oder ganz einfach selber einen fuss in den schwimmenden koloss zu setzten. wir trauten unseren augen kaum, als wir begriffen, dass jeder und jede, die lust dazu hatte, an bord gehen konnte, ohne irgendwo ein ticket vorweisen zu muessen. einfach so hereinspaziert, mit kind und kegel und nicht zu vergessen: helm auf dem kopf. hunderte von menschen stroemten ins und aus dem schiff. pakete wurden hinein und heraus befoerdert. fuer uns glich alles einem einzigen chaos, doch der schein truegte, denn niemand vermisste oder suchte seine sachen. alles wurde fein saeuberlich auf schubkarren geladen und in unbekannte richtung entfernt. ein organisiertes chaos, dass wir auch nach zwei stunden noch immer nicht zu durchschauen vermochten und selbst als die schiffstreppen schon hochgezogen wurden, stroemten noch immer leute aus dem schiff heraus. uns wuerde es nicht verwundern, wenn der eine oder andere nicht ganz freiwillig die reise nach sulawesi angetreten hat...


der rest der zeit auf der dobonsola verlief eher unspektakulaer. unsere kabine war in tadellosem zustand; ja sogar mit einer warmwasserdusche ausgestattet und im bordkafe wurden wir mit nasigoreng telur (fried rice mit ei) verkoestigt. haette mir zu diesem zeitpunkt jemand gesagt, dass dies der anfang meiner eier-kur sein wuerde (pro tag mindestens vier indonesische eier), so haette ich wohl nur unglaeubig den kopf geschuettelt.

ja und dann legten wir nach 14 h reisezeit in tolitoli an. dies war der zeitpunkt, von dem wir lange getraeumt hatten. anlegen in sulawesi. einer destination, die so geheimisvoll und abenteuerreich in unseren ohren klang. klar hatten wir hie und da mal wieder einen blick auf die karte geworfen, doch tolitoli schien noch gar nicht mal so weit entfernt von unserem ziel, manado in nordsulawesi. genauer gesagt betraegt die distanz von tolitoli nach manado maximal 300 km. und doch, dieses reischen, welches uns satte drei tage beschaeftigte und uns 26 h im auto sitzen liess, hat mehr an unseren nerven gezehrt, denn alles zuvor erlebte. die 14 h busfahrt, die wir in burma noch als reine tortur empfanden, liess sich nicht im geringsten mit den strapazen vergleichen, die wir auf dieser hoellischen fahrt von tolitoli nach manado erlebten.

los ging's ganz harmlos. vom pier zur sogenannten busstation lief alles wie am schnuerrchen. wir bestiegen problemlos ein transportbuesschen und wurden auch am richtigen ort abgeladen. eine gar nicht so selbstverstaendliche tatsache, denn in indonsienen sprechen die leute ausserhalb der hyper touristischen orten (und das ist wohl gerade mal bali) kein einiziges wort englisch. und wenn wir hier schreiben kein einziges wort, ist das auch so zu verstehen. ausser unseren haenden, fuessen und gesichtsmuskeln diente uns nichts zur verstaendigung. eine tatsache, die die indonesier aber in keinerster weise davon abhielt, waehrend unserer fuenfstuendigen wartezeit auf's naechste transportmittel, ununterbrochen auf den armen david einzureden, waehrend ich mich auf einem holzbett im ticketoffice schlafend stellte. zudem gesellte sich zur muedigkeit ein stetiges gefuehl des schwankens, welches uns geschlagene zwei tage im nacken klebte...



und nun muss ich passen. ich leide an einer schreibblockade, die sich trotz sechs stunden yoga pro tag nicht loesen liess. ich bruete nun schon mehr als drei tage ueber diesem blogbeitrag und mit jeder zeile waechst meine unzufriedenheit ueber den wiedergegeben inhalt. damit ist jetzt schluss und die feder wird an david uebergeben.



Dienstag, 8. Juli 2008

wie yoga. nur anders.

ich spuer, wie er sich sammelt. an der spitze meiner nase. er waechst, zieht sich in die laenge, und, loest sich. der tropfen wird schnell schneller, schnell kleiner, droht zu zerstaeuben, haelt sich zusammen, nur, um es dann augenblicke spaeter auf dem eisen meines schlaegers zu tun. seit 10 tagen nun schon nimmt mich budiada, der golflehrer des nahen clubs, unter seine fittiche. inzwischen sind wir mehr freunde denn etwas anderes, wir gehen zusammen essen, er erzaelt mir so manches aus seiner spannenden, wenn auch turbulenten vergangenheit und bei meinem letzten ausflug ins landesinnere besuchte ich seine familie; doch auf dem platz, da sind die rollen verteilt. da gibt's nichts zu ruetteln. er ist der pro und ich sein student. da wird getadelt und korrigiert, zurechtgewiesen und kopfgeschuettelt. immer geduldig und dem schwung zu liebe, seine passion ist inzwischen auch meine.
da steh ich also, gebueckt, angespannt wie sau, die sonne brennt gnadenlos auf meinen ruecken, die haende und gelenke schmerzen, das gruen um den kleinen weissen punkt herum droht zu verschwimmen. ich bin umringt. der manager des clubs steht gleich hinter mir, ebenso der verantwortliche fuer den golfbetrieb. mein freund, jetzt jedoch unbarmherziger lehrer, budi, zwei caddies, in diesen landen allesamt weiblich, zu meiner rechten. es geht um viel.
sie kennen mich alle schon, gruessen mich beim namen, oder so aehnlich, mister david, und geben mir allen grund, diese weisse kugel weit, nur so weit wie moeglich ueber das fairway hinweg zu schlagen. ich bezahle nur einen bruchteil des ueblichen preises fuer die lektionen, die greenfee ist nicht mal fuer mitglieder so gering und auch fuers gemietete equipment gibts nichts zu entrichten.
der muss sitzen. er muss.
locker.
linke hand fuehrt, die rechte schmiegt sich an diese.
armpits closed.
no wrist.
use your hips.
shoulders.
more upright.
mir schwindelt.
wieso ist die rechte hand braeuner als die linke? sind's nur die lichtverhaeltnisse oder ist's gar weil ich schon so oft in dieser position verharrt bin, in den letzten tagen?
egal. ignoriers.
es geht um den ball.
ich festige meine position, stehe gut auf, mit den fuessen.
der linke arm gerade, die rechte schulter haengend.
wie lange ist's schon her, dass ich so steh?
was moegen die nur denken, dass ich mir soviel zeit nehme?
nein, nicht noch mehr gedanken.
wer pfeift da?
was riecht da so?
noch ein tropfen?
brueste? wieso ausgerechnet jetzt ein solcher gedanke?
nun wird's mir zu bunt. jetzt oder nie.
ich schwing zurueck, das eisen, langsam, versucht konzentriert, am wendepunkt haelt die zeit an, steht alles still, ganz kurz, friede sei mit allen, und dann gehts los. der schlaeger beschleunigt, fuehrt, zieht, ich seh nichts, hoer nichts, hoffe.
er fliegt. und wie! gerade aus, mindestens 150 meter. mei.
ich bin gut. oder hatte einfach verdammt glueck. egal. ich nehm's an, das geschenk.
budi erscheint in meinem noch immer etwas eingeschraenkten blickfeld, die haende gefaltet und mit einem zufriedenen laecheln auf seinem runden gesicht: "oh, i was praying for it".
(ok. um mich da nicht irgendwie in ein falsches bild ruecken zu wollen: noch in der selben runde sind zwei richtig gute spieler zu uns gestossen und dann, ja, dann ging da gar nichts mehr. so wenig gar, dass sie mir schon aufrichtig gratulierten, als der ball weder im wasser landete, noch an einem baum abprallte oder auf dem tee stehen blieb...)

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2 millionen? soll ich soviel beziehen? haendigt mir der automat ueberhaupt einen solchen betrag aus? was nach viel klingt, entspricht gerade mal 200 chf und man kann sich gluecklich behaupten, wenn man einen atm findet, der eine solch menge geld ausspuckt. ich steige auf meinen roller, starte ihn, er springt an, auch nicht selbstverstaendlich, und los gehts ueber die kreuzung. etwas verkehr und verkehrt, aber die indonesische fahrweise ist eine direkter nachkomme der indischen, und somit gewandt und ohne allzu viele regeln. der atm versteckt sich in einem haeuschen und gleich nebenan, da steht noch eins, mit polisi beschriftet, mit aussicht auf die eben ueberquerte kreuzung, und, oh, da steht ein adrett gekleideter herr mit muetze aufm kopf und pfeife im mund... kommt das eben vernommene geraeusch etwa daher? wieso guckt mich der so finster dreinblickend an?
gotme. der helm, so stell ich fest, leider nur zwischen den beinen und nicht aufm kopf, wieso auch, fuer diese kurzen 50 meter. die ampel, ok, sie war rot, doch dafuer die kreuzung auto- und, wichtiger, rollerfrei. und, oi, schliesslich liess sich dieser spezielle u-turn nur so ueberhaupt bewerkstelligen. aber ja, ich verstehs, wenn da etwas luft durch sein pfeifchen entweicht und er mich streng anguckt. mir kommt, den ernst der lage verkennend und die laxe auslegung der regeln in indonesien gewohnt, nichts besseres in den sinn, als mit einem spruch der lage herr zu werden: ' two hundred dollars, ok?'.
ich weiss es, noch waehrend die worte meinem mund entweichen: es ist kein guter spruch. hatte der polizist bislang keine solchen gedanken, so hat er sie nun ganz bestimmt. und wieso auch grad mit einem solch hohen betrag ins rennen steigen? zu spaet. schon sitz ich in des polizisten haeuschen und kriege das indonesische recht erklaert. die drei moeglichkeiten: 1. ich bezahle an ort und stelle. 2. ich kriege eine busse durch ein ordentliches verfahren und bezahle diese dann. 3. ich nehme einen anwalt, rekuriere und gehe vor gericht. der herr mit dem weissen helm legt mir nahe, von der ersten gebrauch zu machen. es komme billiger, bei der schwere meines vergehens: helm nicht getragen (oh, sie, aber es war nur fuer fuenfzig meter... ok, aber, da gibts noch so manch anderen verstoss); keinen fahrausweis (oh, sie, aber ich hab ihn, ich find ihn nur nicht, vielleicht im hotel, soll ich ihn holen gehen?... ahm. ach so. hmm. nein, aber was ist mit...) ...bei rot falsch abgebogen? (ok, sir, sie haben mich. wieviel?). 200'000 rupien. er nimmt meinen pass, fuellt den bussenschein aus (na, nicht den ganzen, nur ein feld. name: mr. switzerland), kritzelt diesen betrag drauf. no, mister, too much. er will geld, ich seh's, aber, oi, das ist indonesien. how much u pay? ich zuecke meinen scheinbar letzten 100'000er, er kriegt grosse augen, jes, das klappt. ok. ich will die quittung. not possible, possibility number one, no receipt.

Montag, 7. Juli 2008

tawau / nunukan 5.6.08 -8.6.08

lange ist's her. doch ich behaupte, ich kann mich noch immer erinnern. gar an ganz lustige dinge, die noch heute fuer herzhaftes lachen sorgen. doch nun der reihe nach.

nachdem wir das ein kleines paradies unter wasser entdeckt hatten, gings weiter richtung osten. naechstes ziel sollte sulawesi sein. eine angeblich wunderschoene indonesische insel, welche vom massentourismus bis heute verschont wurde. um in indonesien einreisen zu koennen, wird jedoch ein visum benoetigt und eben dieses visum wollten wir uns in tawau holen. zielstrebig marschierten (mit taxi, jaja) wir also am morgen ins indonesische konsulat. ohne foto, ohne rueckreiseticket und ohne geld. wohl etwas blauaeugig, aber manchmal kommt man so fast weiter und so war's dann auch. nachdem wir brav schlange gestanden waren und dem quirligen indonesier hinter dem fenster endlich in die augen schauten, schien alles wie von selbst zu gehen. ich hab zwar versucht meinen weiblichen charme ein wenig walten zu lassen, doch es ging alles so einfach, dass wohl noch nicht mal dieser notwendig gewesen waere. im nu hatte er auf ein 60-tage visum eingewilligt, obschon wir noch nicht einmal ein ausreiseticket vorzuweisen hatten. doch kaum war diese erste huerde passiert, wartete schon die naechste und diese war, weitaus fordernder. vor unserer abreise war ich zwar bemueht gewesen, an alles zu denken, doch diese kleinen, farbigen, eckigen dinger gingen mir durch die lapen. und so kam es, dass wir, wie eben schon erwaehnt, ohne foto im konsulat standen. was war also zu tun? uns graute schon davor, wieder ins zentrum zurueck und ziellos einen fotoautomaten oder ein fotostudion suchen zu muessen. doch so weit kams erst gar nicht. zu unserem erstaunen und auch erleichtrung (zumindest fuer einige minuten) stand ein 'fotograf' exklusiv fuer die konsulat besucher vor ort zur verfuegung. das hiess aber auch, mitten in den wartenden menschen...

flink schritt ich in richtung schauplatz und sogleich wurde mir beordert auf einem stuhl platz zu nehmen. natuerlich sorgten wir als auslaender auch im konsulat fuer einigen wirbel, was dazu fuehrte, dass jeder, der konnte, auch zuschaute; und wenn ich nun sagen wuerde, dass ich vollkommen entspannt auf diesem stuhl sass, dann waere das eine grosse luege. ich sass also da, schaemte mich ein wenig und hoffte, dass diese kleine showeinlage schnell zu ende sein moege. und alsob der tortur noch nicht genug, ertoente vom fotografen kurz vor dem finale ein lautstarkes 'SMILE', was nicht gerade zu meiner lockerheit beitrug und mich noch steifer sitzen liess. als ich dann endlich aufatmen und meinen stuhl verlassen konnte, sah ich nur noch den david vor mir, wie er in wenigen minuten agieren wuerde; denn posieren, dass tut er gar nicht gern...


er hatte meinen turnus nicht mitverfolgt. stand waehrend dieser zeit draussen und wurde folglich vom ganzen szenario ueberrascht. ich sah ihn rein kommen. sich setzten. die postur wurde schon hier etwas steifer und so beschloss ich wegzugucken, damit er sich nicht auch noch von mir beobachtet fuehlte. und es kam wie's kommen musste. der fotograf schien dieses 'SMILE' derart verinnerlicht zu haben, dass es diesmal gar noch lauter ertoente. und klick. das foto war geschossen. ich drehte mich um, schaute den david an und nein, er schien gar nicht gluecklich. auch ihm waren die fuenf buchstaben mehr als eingefahren. ja sie liessen ihn gar erstarren.

nur zu gerne wuerde ich an dieser stelle das resultat visualisiern, doch dies wurde mir strikte untersagt und moeglicherweise reicht schon die obige beschreibung und ein bisschen davidsche-kenntnisse um das bild vor sich zu sehen. ich auf jedenfall konnte ich mich kaum mehr halten vor lachen. noch nicht einmal des resultates wegen, vielmehr ueber das entsetzen davids, als er sich selber auf dem bild betrachtete und mich ganz ungezwungen zu fragen versuchte, ob es denn sehr eitel sei, wenn er noch einen versuch wagen wuerde...

dem leser moegen nun die haare zu berge stehen. er sich wird sagen, wie kann schreibende sich nur in aller oeffentlichkeit so lustig machen ueber ihren liebsten menschen. und ja, ich fuehl mich grad auch nicht sehr gut dabei, aber wir hatte so viel spass nachher mit dem foto, mussten so vielemale darueber lachen, dass wir es festhalten wollten. doch bevor dieser post veroeffentlicht wird, wird er natuerlich gegengelesen und zensuriert. (und gutgeheissen. gib ihm...=)

tja und das war dann auch die praegenste erinnerung an tawau, denn touristisch hat diese staedtchen ausser einem flughafen, einem hafen und eben dem indonesischen konsulat nicht viel zu bieten.

von dort ging unsere reise dann weiter nach nunukan. einem staedtchen, das bereits zu indonesien gehoert und von tawau aus per schiff in knapp einer stunde zu erreichen ist. uns hat es dorthin verschlagen, da dort die faehre nach toli-toli (sulawesi) von anker geht und wir uns des abenteuerswillen entschlossen hatten sulawesi auf landweg zu erreichen. der erste eindruck von indonesien war mehr als grossartig. die menschen unglaublich freundlich und hilfsbereit, doch was uns am meisten gefreut hat: wir schienen am ende der welt angelangt zu sein und doch im besitze eines zimmereigenen satelitten-tv's, der uns das em-eroeffungsspiel live mitverfolgen liess. meine euphorie vor spielbeginn war grenzenlos, ja ich bestieg sogar mein bett um etwas erhoeht und voller ehrfucht die nationalhymne mitzusingen oder mehr murmmeln; leider hats nichts gebracht, wie wir alle wissen.