Dienstag, 8. Juli 2008

wie yoga. nur anders.

ich spuer, wie er sich sammelt. an der spitze meiner nase. er waechst, zieht sich in die laenge, und, loest sich. der tropfen wird schnell schneller, schnell kleiner, droht zu zerstaeuben, haelt sich zusammen, nur, um es dann augenblicke spaeter auf dem eisen meines schlaegers zu tun. seit 10 tagen nun schon nimmt mich budiada, der golflehrer des nahen clubs, unter seine fittiche. inzwischen sind wir mehr freunde denn etwas anderes, wir gehen zusammen essen, er erzaelt mir so manches aus seiner spannenden, wenn auch turbulenten vergangenheit und bei meinem letzten ausflug ins landesinnere besuchte ich seine familie; doch auf dem platz, da sind die rollen verteilt. da gibt's nichts zu ruetteln. er ist der pro und ich sein student. da wird getadelt und korrigiert, zurechtgewiesen und kopfgeschuettelt. immer geduldig und dem schwung zu liebe, seine passion ist inzwischen auch meine.
da steh ich also, gebueckt, angespannt wie sau, die sonne brennt gnadenlos auf meinen ruecken, die haende und gelenke schmerzen, das gruen um den kleinen weissen punkt herum droht zu verschwimmen. ich bin umringt. der manager des clubs steht gleich hinter mir, ebenso der verantwortliche fuer den golfbetrieb. mein freund, jetzt jedoch unbarmherziger lehrer, budi, zwei caddies, in diesen landen allesamt weiblich, zu meiner rechten. es geht um viel.
sie kennen mich alle schon, gruessen mich beim namen, oder so aehnlich, mister david, und geben mir allen grund, diese weisse kugel weit, nur so weit wie moeglich ueber das fairway hinweg zu schlagen. ich bezahle nur einen bruchteil des ueblichen preises fuer die lektionen, die greenfee ist nicht mal fuer mitglieder so gering und auch fuers gemietete equipment gibts nichts zu entrichten.
der muss sitzen. er muss.
locker.
linke hand fuehrt, die rechte schmiegt sich an diese.
armpits closed.
no wrist.
use your hips.
shoulders.
more upright.
mir schwindelt.
wieso ist die rechte hand braeuner als die linke? sind's nur die lichtverhaeltnisse oder ist's gar weil ich schon so oft in dieser position verharrt bin, in den letzten tagen?
egal. ignoriers.
es geht um den ball.
ich festige meine position, stehe gut auf, mit den fuessen.
der linke arm gerade, die rechte schulter haengend.
wie lange ist's schon her, dass ich so steh?
was moegen die nur denken, dass ich mir soviel zeit nehme?
nein, nicht noch mehr gedanken.
wer pfeift da?
was riecht da so?
noch ein tropfen?
brueste? wieso ausgerechnet jetzt ein solcher gedanke?
nun wird's mir zu bunt. jetzt oder nie.
ich schwing zurueck, das eisen, langsam, versucht konzentriert, am wendepunkt haelt die zeit an, steht alles still, ganz kurz, friede sei mit allen, und dann gehts los. der schlaeger beschleunigt, fuehrt, zieht, ich seh nichts, hoer nichts, hoffe.
er fliegt. und wie! gerade aus, mindestens 150 meter. mei.
ich bin gut. oder hatte einfach verdammt glueck. egal. ich nehm's an, das geschenk.
budi erscheint in meinem noch immer etwas eingeschraenkten blickfeld, die haende gefaltet und mit einem zufriedenen laecheln auf seinem runden gesicht: "oh, i was praying for it".
(ok. um mich da nicht irgendwie in ein falsches bild ruecken zu wollen: noch in der selben runde sind zwei richtig gute spieler zu uns gestossen und dann, ja, dann ging da gar nichts mehr. so wenig gar, dass sie mir schon aufrichtig gratulierten, als der ball weder im wasser landete, noch an einem baum abprallte oder auf dem tee stehen blieb...)

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2 millionen? soll ich soviel beziehen? haendigt mir der automat ueberhaupt einen solchen betrag aus? was nach viel klingt, entspricht gerade mal 200 chf und man kann sich gluecklich behaupten, wenn man einen atm findet, der eine solch menge geld ausspuckt. ich steige auf meinen roller, starte ihn, er springt an, auch nicht selbstverstaendlich, und los gehts ueber die kreuzung. etwas verkehr und verkehrt, aber die indonesische fahrweise ist eine direkter nachkomme der indischen, und somit gewandt und ohne allzu viele regeln. der atm versteckt sich in einem haeuschen und gleich nebenan, da steht noch eins, mit polisi beschriftet, mit aussicht auf die eben ueberquerte kreuzung, und, oh, da steht ein adrett gekleideter herr mit muetze aufm kopf und pfeife im mund... kommt das eben vernommene geraeusch etwa daher? wieso guckt mich der so finster dreinblickend an?
gotme. der helm, so stell ich fest, leider nur zwischen den beinen und nicht aufm kopf, wieso auch, fuer diese kurzen 50 meter. die ampel, ok, sie war rot, doch dafuer die kreuzung auto- und, wichtiger, rollerfrei. und, oi, schliesslich liess sich dieser spezielle u-turn nur so ueberhaupt bewerkstelligen. aber ja, ich verstehs, wenn da etwas luft durch sein pfeifchen entweicht und er mich streng anguckt. mir kommt, den ernst der lage verkennend und die laxe auslegung der regeln in indonesien gewohnt, nichts besseres in den sinn, als mit einem spruch der lage herr zu werden: ' two hundred dollars, ok?'.
ich weiss es, noch waehrend die worte meinem mund entweichen: es ist kein guter spruch. hatte der polizist bislang keine solchen gedanken, so hat er sie nun ganz bestimmt. und wieso auch grad mit einem solch hohen betrag ins rennen steigen? zu spaet. schon sitz ich in des polizisten haeuschen und kriege das indonesische recht erklaert. die drei moeglichkeiten: 1. ich bezahle an ort und stelle. 2. ich kriege eine busse durch ein ordentliches verfahren und bezahle diese dann. 3. ich nehme einen anwalt, rekuriere und gehe vor gericht. der herr mit dem weissen helm legt mir nahe, von der ersten gebrauch zu machen. es komme billiger, bei der schwere meines vergehens: helm nicht getragen (oh, sie, aber es war nur fuer fuenfzig meter... ok, aber, da gibts noch so manch anderen verstoss); keinen fahrausweis (oh, sie, aber ich hab ihn, ich find ihn nur nicht, vielleicht im hotel, soll ich ihn holen gehen?... ahm. ach so. hmm. nein, aber was ist mit...) ...bei rot falsch abgebogen? (ok, sir, sie haben mich. wieviel?). 200'000 rupien. er nimmt meinen pass, fuellt den bussenschein aus (na, nicht den ganzen, nur ein feld. name: mr. switzerland), kritzelt diesen betrag drauf. no, mister, too much. er will geld, ich seh's, aber, oi, das ist indonesien. how much u pay? ich zuecke meinen scheinbar letzten 100'000er, er kriegt grosse augen, jes, das klappt. ok. ich will die quittung. not possible, possibility number one, no receipt.

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