Sonntag, 24. August 2008

waehrend der eine schwingt, beugt sich die andere (30.06.08 - 03.08.08)

tja, mittlerweilen sitzte ich bereits in china, doch die zeit auf ko phangan hat mich noch immer nicht losgelassen und so widme ich ihr nun einige zeilen:

von bali aus ging's fuer mich weiter auf diese traumhafte insel, wo ich mich in yoga versuchen wollte. da aber auf's budget geachtet werden musste, die vielfliegerei langsam ihre wirkungen zeigte und mein liebster herr nicht von singapore zu schwaermen aufhoerte, hab ich es geschafft, auf dem transfer diese stadt in nur 18 stunden zu erkunden und mir ein bild dieser bunt durchmischten menschenmasse zu machen. eine stadt fuer asien-anfaenger, indien und china light in mitten eines lebensstandard, der sich auf jeder ebene mit dem unserigen vergleichen laesst.

nun aber zu ko phangan, einem kleinen paradies auf erden, welches mich schon vor sechs jahren fesselte und trotz mittlerweilen riesigem touristenandrang ihren zauber nicht verloren hat. dass mich die insel noch immer faszinieren wuerde, das wusste ich, ob ich mich jedoch in einer yogi-kommune wohlfuehlen wuerde, daran hatte ich so meine zweifel. zwar haben mir die durchwegs positiven erfahrungen einiger aargauer juristen den ruecken gestaerkt, eine vollstandige beseitigung aller sekpsis erreichten jedoch auch diese erlebnisberichte nicht. ich hatte also, um jegwelcher eventualitaeten vorzubeugen, einen plan B (inselrundtour mit ausgiebigem bade-. massage- und essplausch) ausgearbeitet. zu meinem erstaunen, war dieser plan jedoch schneller vergessen als je gedacht. ich hatte riesen spass an meinen nahezu sechs stunden yoga taeglich und auch die mityoginis stellten sich als ueberaus sympathische und unterhaltsame erdgenossen heraus. klar kann man sich nun keine partymeute vorstellen, die jede nacht bis in alle frueh durchzecht, aber ich habe mich sehr sehr wohl gefuehlt, hatte viel zeit fuer mich, zum ueberlegen, lesen, musik hoeren oder einfach nur in der haengematte liegen.

nach drei wochen stiess dann auch der schwingende david dazu. fuer seine ankunft hab ich uns ein sehr herziges holzhaeuschen am einzigen see auf der insel gemietet. ueberzeugt hat ihn vorallem die klimaanlage und mich das tolle badezimmer. leider mussten wir jedoch nach einigen tagen konsterniert feststellen, dass wir das badezimmer nicht fuer uns alleine hatten. nein, nein, ein RIESIGER siebenbeiner (das achte bein muss er irgendwo verloren haben) hatte sich zu uns gesellt. nach einer kurzer einstimmigen beratung, die zum ergebnis hatte, dass sich keiner von uns mit dem monster anlegen wollten, beschlossen wir auf unseren, wie wir ihn anschliessend liebevoll nannten 'siebenbeiner' einzureden. der inhalt der konversation war relativ simpel. wir versprachen unserem mitbewohner ihm kein leid zuzufuegen; er im gegenzug musste sich dazu verpflichten im badezimmer zu bleiben und zwar immer an den gleichen beiden waenden. so dass wir stets wussten, wo er sein wuerde. besser noch. er durfte sich natuerlich auch verstecken, im bereich der schiebetuere. der leser mag nun die augen verdrehen und sich denke, was denn das nuetzen soll. wir koennen aber stolz berichten, dass keine der beteiligten parteien ihr versprechen gebrochen hat und 'siebenbeiner', so hoffen wir, noch immer in seinem zuhause wohnt.

david's eindruck vom yoga-unterricht war wohl etwas durchzogener als meiner. etwas zu dogmatisch erschien ihm das ganze. was mich jedoch jeden morgen wieder von neuem erstaunte, war die tatsache, dass er frueher aufbrach als ich. auf diese gegebenheit angesprochen, fuer seinen enthusiasmus gelobt, meinte er jedoch nur nuechtern, dass dies weniger mit seiner gewaltigen motivation zusammenhaenge, als mehr mit der tatsache, dass er sich einen platz in den hinteren reihen sichern wolle. und doch hat er sich jeden tag mindestens einmal aufgemacht in die yogahalle und gar salzwasser in mengen getrunken, als die anzahl der tierchen im magen ueberhand nahm.

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